Buch

Selbstmanagement

Wer mehr erreichen will, braucht nicht nur fachliche Kompetenzen. Mindestens ebenso entscheidend sind die Fähigkeit zielstrebig zu handeln, sicher mit anderen zu kommunizieren und die eigene Arbeit gut zu organisieren. Anita Bischof und Klaus Bischof fassen diese Punkte unter dem Begriff Selbstmanagement zusammen. Ihr Ratgeber verspricht: „Lernen Sie sich selbst zu managen und Sie werden auf der Karriereleiter schnell vorankommen!“

Die Kapitel des 124 Seiten schmalen Buches bauen logisch aufeinander auf. Zunächst nimmt der Leser eine Standortbestimmung vor. Wo befinde ich mich auf meinem Lebens- und Karriereweg? Wo will ich hin? Wo liegen meine Stärken und Schwächen? Danach geht es um die konkrete Planung wie sich die eigenen Ziele erreichen lassen.

Beim Ziel- und Zeitmanagement bereiten die Autoren viel Bekanntes wie das Eisenhower-Prinzip noch mal präzise wieder auf, setzen aber auch neue Schwerpunkte. Ihre Erörterung der Lernkurve zum Beispiel veranschaulicht, wie man sich nach der ersten Euphorie erst durch eine Phase von Desillusionierung und ein „Tal der Tränen“ kämpfen muss, bis sich Lernerfolge und Leistungsfähigkeit einstellen.

Die folgenden Kapitel befassen sich danach mit Themen der Kommunikation, wie der effektiven Zusammenarbeit mit anderen, dem Halten von Vorträgen und was bei mangelnder Kommunikation zu tun ist. Am Schluss geht es in Selbstmanagement um die Organisation des eigenen Arbeitsplatzes.

Hilfreich, aber nicht für jeden

Eine nicht zu unterschätzende Eigenheit des Buches ist, dass es im Wesentlichen hilft, Eigenschaften und Kompetenzen zu strukturieren und zu verbessern, nicht jedoch, diese überhaupt erst zu entwickeln. Wer im Test „Wie kommunikativ sind Sie?“ schlecht abschneidet, erhält den lapidaren Hinweis, seine „Einsiedelei“ zu beenden. Hilfreich ist das nicht. Hier leisten andere Ratgeber deutlich mehr.

Darüber hinaus ist Selbstmanagement auch nicht für jeden geeignet. Das Buch richtet sich vor allem an Mitarbeiter und Führungskräfte in Unternehmen. Für einen Krankenpfleger im Öffentlichen Dienst dürften abstrakte Leistungsbilanzen und Zielfindungen à la „Was will ich in einem Monat erreicht haben?“ wenig zur Verbesserung seiner Arbeitsabläufe beitragen.

Wer nur wenig Spielraum in der Gestaltung seines Alltags hat, wird mit den Strategien von Bischof und Bischof kaum etwas anfangen können. Zwar ist es logisch, dass bei den konkreten Tipps allein schon wegen der Kürze des Buches Abstriche gemacht werden müssen. Bloß wären zumindest Hinweise schön gewesen, wie sich die nötige Ellenbogenfreiheit schaffen ließe, um sich selbst erfolgreich im Beruf managen zu können.

So ergibt sich am Ende das Bild eines Ratgebers, der einer klar umrissenen Zielgruppe zwar sinnvolle Hilfestellungen geben kann. Wer außerhalb des Karrierebiotops klassischer Unternehmen erfolgreicher Arbeiten oder seine Work-Life-Balance durch geschickte Selbstorganisation verbessern will, ist mit anderen Büchern besser bedient.

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