Buch

Die Karriere Bibel

„365 Impulse für mehr Erfolg in Beruf und Leben“ verspricht Jochen Mai in seiner lesenswerten Karriere Bibel. Sein Buch hat er deshalb nach Tagen geordnet und für jeden einen Ratschlag parat. Selfmade.de hat die Tipps für die vergangenen fünf Tage mal genauer unter die Lupe genommen.

9. Juli  |  Schreibübung

Johann Sebastian Bach, Isaac Newton und Thomas Mann haben zwei Dinge gemeinsam: Auf ihren Gebieten waren sie genial und alle führten sie Tagebücher. Weil sich Gedanken durch Aufschreiben besser verarbeiten lassen, rät Mai zum schriftlichen Fixieren von Ideen. Wer viel mit Sprache arbeitet, ist es ohnehin gewohnt Notizen anzulegen. Für alle anderen kann der Tipp durchaus einen kleinen Feldversuch wert sein. Genauso sinnvoll ist es, über den Arbeitstag beim Abend zu reflektieren. Vielleicht lässt sich Mais Tipp also etwas weiter fassen: Gehen Sie Ihre Erlebnisse und Ideen noch mal durch, am besten in anderer Umgebung, mit einem anderen Ansatzpunkt oder in einem anderen Medium.

10. Juli  |  Gebärdensprache

Machen Kleider Leute? Oder die Sprache? Mai ist der Ansicht, Status drücke sich am deutlichsten durch Gesten aus. Er schlägt ein Spiel vor, in dem vier Leute Karten ziehen, die ihren Rang bestimmen und die sich danach entsprechend verhalten sollen. Dominanz zeige sich dann unter anderem durch eine selbstsichere, entspannte Körperhaltung. Dieser Hinweis ist sicher nicht verkehrt, nur bleibt die Frage, was sich mit ihm anstellen lässt. Die Kunst ist es ja, seinen augenblicklichen Status zu kennen und sich angemessen zu verhalten. Sich größer zu machen als man ist, kann genauso schlecht ankommen wie das gegenteilige Extrem. Der Ausweg könnte lauten: Kopieren Sie nicht das Verhalten anderer, zum Beispiel ihres Chefs. Bemühen Sie sich einfach um eine zugleich selbstbewusste und gelassene Haltung und Gestik.

11. Juli  |  Hörensagen

Mais Tipp: „Verbringen Sie mehr Zeit mit Zuhören als mit Reden.“ Das klingt erst mal gut und der Nutzen ist auch wissenschaftlich belegt. Wer gut zuhören kann, wirkt intelligenter. Problematisch wird es hingegen, wenn Zwei aufeinandertreffen, die beide den Rat der Karriere Bibel befolgen. Im schlimmsten – oder lustigsten – Fall setzt sich eine Spirale in Gang, in der niemand so recht reden mag. Auch hier führt wohl eher ein etwas weniger griffiger Rat zum Erfolg: Versuchen Sie gut zuzuhören und machen Sie sich keine Sorgen, Sie könnten dadurch zu passiv wirken.

12. Juli  |  Waagestück


Heute geht es der Work-Life-Balance an den Kragen: „Der virtuose Ausgleich zwischen Beruf und Privatleben ist ein Mythos“, denn Glück sei „nicht nur eine Frage des geschickten Selbstmanagements.“ Mai schreibt, das Leben sei nicht bis in Letzte planbar und von Improvisation geprägt; der Versuch alles perfekt kontrollieren zu wollen, führe nur zu Stress, und gewisse Ungleichgewichte seien sogar die Grundlage für Kreativität und Leistungswillen. „Solange die Waagschalen in Bewegung bleiben, leben Sie.“ Den 12. Juli sollte sich jeder Leser rot markieren. Dieser Eintrag ist brillant.

13. Juli  |  Passt partout

„Respekt und Anerkennung resultieren nicht aus dem Grad, wie sehr man sich verbiegen kann, sondern wie man Konflikte durchsteht.“

Wieder trifft Mai einen wichtigen Punkt (nicht nur) für jeden, der im Team arbeitet. Wie sehr sollte man sich anpassen und Streit vermeiden? Rückgrat zeigen ist eine wichtige Tugend und es allen recht machen wollen ein gefährlicher Irrweg. Wohl im Bemühen um ein besonders reißerisches Fazit folgert Mai allerdings „der Dumme gibt nach“. Hier ist Vorsicht geboten, denn der Umkehrspruch führt in diesem Fall leicht zu Sturheit und Streitlust. Auch in Konflikten kommt es auf das richtige Maß an. Ein eigener Sinnspruch könnte daher lauten: Wer sein Rückgrat nicht trainiert oder zu einseitig belastet, handelt sich früher oder später Haltungsschäden ein.

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