Buch

Wie Sie sich erfolgreich gegen Burnout wappnen

Gerade bei einem so schwierig klar abzugrenzenden Thema wie dem sogenannten Burnout-Syndrom liegt die Hauptaufgabe eines überzeugenden Ratgebers zu Prävention und „Erster Hilfe“ darin, Denkanstöße zu liefern. Das gelingt Ursula Wawrzinek und Annette Schauer in ihrem Buch Was tun, wenn es brennt? ganz ausgezeichnet. Auf gerade einmal 170 Seiten bietet das Buch dem Leser alles, was er für eine erste Orientierung benötigt.

Burnout ist so etwas wie das Phantom der Work-Life-Balance. Ursachen und Symptome sind vielgestaltig, Präventionsansätze meist vage. Das macht einerseits Angst, andererseits nährt es Skepsis: „Die Symptome eines überlasteten Mitarbeiters sind unglücklicherweise genau die gleichen wie die eines unwilligen, faulen, frustrierten Angestellten“, schreiben die Autorinnen.

Brandschutz ist besser als die Feuerwehr

Ihrem bestenfalls unscharf zu definierendem Titelthema stellen sie eine griffigere Kernfrage zur Seite: Wie schütze ich mich rechtzeitig vor einer kritischen Überlastungssituation? Wawrzinek und Schauer benutzen den konkreten Fall einer solchen Überlastung als roten Faden ihres Buches. Eine Angestellte gleicht darin personelle Engpässe bei der Arbeit aus, bis sie ihre Leistungsfähigkeit bis zum Zusammenbruch erschöpft hat. Wo hätte sie anders entscheiden können?

Der springende Punkt ist, dass von Burnout Betroffene ihre Überlastung anzeigen müssen, bevor diese kritisch wird und sich im Verlust von Effizienz, Effektivität und Professionalität äußert. Wenn es „zu spät“ ist, bringt einerseits ein ausgebrannter Mitarbeiter kaum noch das Selbstbewusstsein auf, um seine Sache aus einer Position der Stärke heraus zu vertreten; andererseits wird sein Chef ihn dann schlimmstenfalls bereits für unfähig und unmotiviert halten. Deshalb – so argumentieren Wawrzinek und Schauer – sind die Aussichten auf Hilfe und Entlastung bei einer sich anbahnenden Überlastung deutlich höher, als in dem Moment, wenn die  Überlastung sichtbar wird. Oder bildlich: Wer in Brandschutz investiert, muss keine Feuer löschen.

Mit der richtigen Strategie Burnout verhindern

Die Autorinnen gliedern ihr Buch übersichtlich in vier Abschnitte: „Ursachen erkennen“, „Wirkungen verstehen“, „Lösungen umsetzen“ sowie „Wurzeln stärken“. Zahlreiche unterschiedliche Perspektiven, Handlungsimpulse und Erläuterungen dienen allesamt dem Ziel, das Reflexionsvermögen des Lesers zu stimulieren, damit er seine eigene Strategie selbstachtsamen Arbeitens entwickeln kann. Den einen richtigen Weg gibt es darum nicht, vielmehr muss ein Gefühl für die Goldene Mitte reifen. Wawrzinek und Schauer zeigen die „Spielregeln“ hinter bestimmten Arbeitssituationen und versuchen diese damit zu „Entemotionalisieren“. Denn:

„Wichtig ist, dass wir nicht nur unsere Grenzen akzeptieren, sondern vor allem auch unsere Möglichkeiten nutzen. Es sind unsere enttäuschten, gekränkten Gefühle, die uns enorm viel Energie rauben, uns unseren Schwung und Elan nehmen und unsere Motivation zerstören.“

Was tun, wenn es brennt? ist darum weniger als Ratgeber mit kleinschrittigen Erfolgsrezepten zu verstehen. Vielmehr sensibilisiert das Buch für die verschiedenen Facetten des Themenbereichs Arbeitsüberlastung und Burnout.

Die Installation einer Brandschutzanlage liegt schließlich in der Verantwortung eines jeden selbst.

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