Wenn im Finale der Champions League Bayern München und Chelsea aufeinandertreffen, ist dieses Entscheidungsspiel in der Allianz-Arena ein Höhepunkt in den Karrieren aller auflaufenden Fußballer. Für drei deutsche Athleten gilt das besonders, bilden doch Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger und Mario Gómez – ob im Trikot der Münchner Bayern oder der Nationalmannschaft – eine der besten Achsen der Fußballgegenwart. Ein Triumph über die Elf aus London wäre dafür eine grandiose Bestätigung.

Manuel Neuer

Der Weg zum Erfolg kann schmerzhaft sein. Denn manchmal muss man Dinge zurücklassen, um zu neuen Ufern zu gelangen. Im Falle von Nationaltorhüter Manuel Neuer war es seine Heimat, genauer: sein Heimatverein. Unter Tränen verkündete er im April 2011, dass er von Schalke 04 zum erfolgreichsten Verein der Bundesligageschichte wechseln werde, zum FC Bayern München. Für Neuer ein riesiger Schritt, hatte er doch seine gesamte bisherige Fußballerkarriere bei den Königsblauen verbracht. Neuer war nicht nur Profi, er war auch ein glühender Anhänger seines Vereins.

Entsprechend ungemütlich wurde es für ihn, als er tat, was Bundestrainer Joachim Löw als„logischen Schritt“ bezeichnete. Die Schalker Fans nahmen ihm den Transfer mehr als übel und auch in München hatte er keinen leichten Stand. Seine bisherige Vereinstreue zu Schalke führte dazu, dass ihn ein lautstarker Teil der Bayern-Anhänger verschmähte und ihm zu verstehen gab: Du bist keiner von uns. Und was tat Neuer? Das einzig Richtige: Er zeigte Leistung. Mit zwei gehaltenen Elfmetern gegen die Weltfußballer Christiano Ronaldo und Kaka sicherte er seinem Verein den Einzug ins Finale der Champions League in der heimischen Allianz-Arena. Vielleicht werden Manuel Neuer nie alle Münchner Ultras lieben. Ihr Respekt ist ihm mit seinen Erfolgen jedoch gewiss.

Bastian Schweinsteiger

Mit gerade einmal 27 Jahren kommt Bastian Schweinsteiger inzwischen auf 90 Länderspiele – nur 13 weniger als Franz Beckenbauer. Gemeinsam mit Philipp Lahm gilt er als Anführer und Antreiber der Nationalauswahl wie des FC Bayern. In München spielt Schweinsteiger seit seinem 18. Lebensjahr und rückte 2002 binnen acht Monaten von der Regionalliga-Mannschaft bis in die Elf auf, die im Champions-League-Vorrundenspiel gegen Lens auf dem Platz stand. Neuneinhalb Jahre später verwandelte er im Halbfinalrückspiel gegen Real Madrid den entscheidenden Elfmeter.


So eindrucksvoll Schweinsteigers internationale Bilanz in Topspielen ist, es dauerte lange, bis er neben einem Platz auch eine feste Position auf dem Feld gefunden hatte. Schweinsteiger war gut, aber für einen Flügelspieler zu langsam und für einen zentralen Mittelfeldakteur zu harmlos im Abschluss. Das änderte sich, als Louis Van Gaal ihn und Mark Van Bommel zur Doppel-Sechs machte. Am Dreh- und Angelpunkt zwischen Defensive und Offensive avancierte Schweinsteiger zu einem der besten Spieler der Welt. Dieses Jahr könnte er diesen Status gleich mit zwei internationalen Titeln untermauern.

Mario Gómez

Als der Stürmer 2009 vom VfB Stuttgart zum FC Bayern München wechselte, war das der mit einer Ablösesumme von 35 Millionen Euro teuerste Bundesligatransfer aller Zeiten. Für seinen neuen Verein schoss er seither bei 94 Einsätzen 64 Tore. Dass Gómez auch für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen würde, ist keine Selbstverständlichkeit, immigrierte er doch im Alter von 14 Jahren mit seinen Eltern aus Spanien nach Schwaben. In Stuttgart mauserte er sich zum Weltklassestürmer und Fußballer des Jahres (2007).

Weil er hin und wieder Großchancen vergibt, muss sich Gómez immer wieder Kritik gefallen lassen. Was die nackten Zahlen angeht, ist seine Bilanz fantastisch. Lediglich der der hauchdünne Vorsprung von Klaas Jan Huntelaar verhinderte in der Saison 2011/2012, dass Gómez als erster Spieler zweimal hintereinander die Torjägerkanone gewann. Mit fünf Hattricks in einer Bundesligasaison liegt er nur einen Dreierpack hinter Gerd Müller. Bei praktisch genauso vielen Einsätzen wie Miroslav Klose gelangen ihm fast dreimal mehr Treffer. So gut ist Gómez. Selbst wenn er im Champions-League-Finale oder bei der Europameisterschaft im Schatten von Ribery oder Özil stehen sollte, ist so viel sicher: Er wird sich durchbeißen, manchmal ungelenk aussehen, weitermachen – und viele, viele Tore schießen.

Cord Krüger

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