Teebeutel, Kugelschreiber und Wäscheklammer sind unscheinbare Produkte, die das Leben leichter machen. Man benutzt sie vollkommen selbstverständlich und könnte sie für zielgerichtete Entwicklungen großer Konzerne halten. Doch weit gefehlt: Viele dieser kleinen Alltagshelfer wurden von ganz normalen Menschen erfunden.

Selfmade-Erfolg stellt die zehn Wichtigsten vor – heute die Plätze zehn bis sechs.


Platz 10 – Der Luftballon

Experimentalphysik ist ein weites Feld. Einer ihrer klügsten Köpfe, James Faraday (1791-1867) leistete nicht nur Bahnbrechendes auf dem Gebiet der Elektrik. Der Engländer erfand auch den Luftballon. Bei seinen Experimenten mit Wasserstoff leitete er 1824 Gas in eine Halbkugel aus Gummi. Diese dehnte sich aus und schwebte zur Decke. Bereits im Jahr darauf verkaufte Faradays Landsmann Thomas Hancock Luftballonsets. Ballons aus getauchtem Gummi, wie man sie heute kennt, gibt es seit 1847.


Platz 9 – Der Teebeutel

Der Teebeutel wurde gleich zwei Mal erfunden. 1904 begann der New Yorker Teehändler Thomas Sullivan seinen Tee statt in Blechdosen, auch in Seidenbeutel zu verpacken. Einige seiner Kunden brühten den Tee mitsamt dem Beutel auf, weil sie dachten, es sei so vorgesehen. Den ersten Teebeutel aus geschmacksneutralem Pergament entwickelte dann 1929 Adolf Rambold beim Unternehmen Teekanne. Zwanzig Jahre später erfand er auch den bis heute gebräuchlichen Doppelkammerbeutel.


Platz 8 – Der Kugelschreiber

Acht Jahre brauchte die Nasa, um mit ihrem Apollo-Programm Menschen auf den Mond zu bringen. László József Bíró (1899-1985) brauchte für seinen Welterfolg mehr als doppelt so lange. Nach 18 Jahren des Entwerfens und Tüftelns hatte er den heutigen Kugelschreiber erfunden. 1938 meldete der ungarische Journalist das Schreibgerät zum Patent an. Fünf Jahre später kam der kommerzielle Durchbruch. Der Brite Henry George Martin kaufte Bíró die Rechte ab und produzierte ihn in großem Stil. Der Kugelschreiber kleckste nicht nur nicht, er funktionierte auch in Flugzeugen – und war damit die ideale Erfindung für ein neues Zeitalter.


Platz 7 – Der Klettverschluss

Die Entwicklung des Klettverschlusses gehört zu den bekanntesten Erfindergeschichten überhaupt: Wenn der Schweizer Ingenieur George de Mestral (1907-1990) von der Jagd heimkam, ärgerte er sich über die Kletten, die sich im Fell seines Hundes verfangen hatten. Von der Haftfähigkeit der Kletten beeindruckt legte er eine unter ein Mikroskop. Dort sah er, dass ihre Oberfläche aus kleinen, elastischen Widerhaken bestand. So hafteten die Kletten sicher, ließen sich aber auch wieder problemlos entfernen. 1951 meldete er seinen Klettverschluss Velcro zum Patent an.


Platz 6 – Die Zahnpasta

Kaum zu glauben, aber die Zahnpasta ist gerade einmal etwas mehr als 100 Jahre alt. Zuvor benutze man Zahnpulver aus Marmor- oder Bimssteinmehl, oder  man reinigte die Zähne mit Zahnseife. Cremes in Tuben gab es seit 1887 durch Carl Sarg aus Wien und 1892 durch Washington Sheffield  aus Connecticut. Zahnpasta in ihrer heutigen Form wurde jedoch erst 1907 erfunden. Der Dresdner Apotheker Ottomar Heinsius von Mayenburg (1865-1932) mischte in seinem Dachbodenlabor Zahnpulver, ätherische Öle und Mundwasser mit Pfefferminzgeschmack. Seine Chlorodont-Zahnpasta überflügelte bald die Konkurrenz und wurde bis in die 1980er Jahre verkauft.


Lesen Sie hier die Plätze fünf bis eins der wichtigsten Alltagserfindungen und erfahren Sie alles über einen Tüftler, der niemals aufgab, eine kuriose Patentschrift und den zweitproduktivsten Erfinder aller Zeiten.

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