Teebeutel, Kugelschreiber und Wäscheklammer sind unscheinbare Produkte, die das Leben leichter machen. Man benutzt sie vollkommen selbstverständlich und könnte sie für zielgerichtete Entwicklungen großer Konzerne halten. Doch weit gefehlt: Viele dieser kleinen Alltagshelfer wurden von ganz normalen Menschen erfunden.

Selfmade-Erfolg stellt die zehn Wichtigsten vor – heute die Plätze fünf bis eins.


Platz 5 – Der Kronkorken

„Niemals aufgeben“, so könnte man das Lebensmotto von William Painter (1838-1906) aus Baltimore beschreiben. Wo andere über gute Ideen stolperten, ging Painter sie strategisch an, denn er wollte ein berühmter Erfinder werden. Über 80 Patente reichte er ein – unter anderem für einen Schleudersitz und eine Maschine, die Münzen auf ihre Echtheit prüfte – bis ihm 1892 der Durchbruch gelang: mit dem Kronkorken. Am Prinzip des Flaschenverschlusses für kohlensäurehaltige Getränke hat sich seither wenig verändert. Und auch Painters Crown Cork and Seal Company existiert noch immer. Mit Hartnäckigkeit sicherte er sich lang anhaltenden Ruhm.


Platz 4 – Die Tüte

Manchmal überflügelt ein Nebenverdienst das Hauptgeschäft. Gumpert Bodenheim (1808-1887) war Buchbinder, und weil er damit zu wenig Geld verdiente, betrieb er nebenbei noch eine Papierhandlung. Als er bemerkte, dass es eine große Nachfrage nach Spitztüten aus Papier gab, arbeitete er einen Geschäftsplan aus und eröffnete in Allendorf mit einem Meister und acht Arbeiterinnen die erste Papiertütenfabrik der Welt. Man schrieb den 18. August 1853. Zwanzig Jahre später beschäftigte Bodenheim bereits 250 Mitarbeiter. Erst Anfang der 1960er Jahre kam echte Konkurrenz für die Papiertüte hinzu: Der schwedische Ingenieur Sten Gustaf Thulin erfand die Plastiktüte.


Platz 3 – Die Wäscheklammer

Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Korbmacher Emil Füchsel einen Geistesblitz, von dem noch heute jeder profitiert, der Wäsche zum Trocknen aufhängen möchte. Im Gegensatz zu ihren Vorläufern war Füchsels Wäscheklammer gefedert. Am 8. Januar 1898 meldete er seine Erfindung an. Die halbseitige Patentschrift beschreibt Füchsels Erfolgsidee in all ihrer schlichten Schönheit:

„Mittels vorliegender Wäscheklammer wird sowohl die Wäsche gut und durchaus sicher an der Leine befestigt, als auch ein Zerreißen der ersteren etwa durch den Wind hervorgerufenes Hin- und Herschlagen vollständig vermieden […] Die Herstellung solcher Wäscheklammern beläuft sich nicht teurer als die bisher bekannten, mit einem konischen Schlitz versehenen.“


Platz 2 – Der Tetra Pak

Skandinavisches Design wird seit jeher für seine schnörkellose Eleganz gerühmt. Dem Leitsatz „weniger ist mehr“ folgte auch die Erfindung des schwedischen Unternehmers Ruben Rausing (1895-1983). Als er sich wieder einmal mit dem Transport schwerer Milchflaschen abgeplagt hatte, kam ihm die Idee zu einer neuen Verpackung. Ein Karton wurde innen mit Kunststoff beschichtet und versiegelt. Seinen Namen erhielt er aufgrund seiner ungewöhnlichen Form einer dreiseitigen Pyramide: Der Tetra Pak kam 1951 auf den Markt. Rausing revolutionierte damit die Welt der Getränkeverpackungen. Nur seine Tetraeder-Form setzte sich nicht durch und wurde durch einen Quader ersetzt. Skandinavisches Design kommt halt nicht überall gut an. Gute Ideen hingegen schon.


Platz 1 – Der Dübel

Dass nicht jede Schraube in jeder Wand hält, galt quasi als Naturgesetz – bis ein Schwabe 1958 den Kunststoff-Dübel erfand, der das Problem auf elegante und bis heute unübertroffen geniale Weise löste. Noch spektakulärer als der Siegeszug des Dübels ist die Lebensleistung seines geistigen Vaters: Artur Fischer, geboren im Jahr 1919 und gelernter Bauschlosser. Der unermüdliche Tüftler meldete bis 2008 mehr als 1100 Patente an und gehört damit neben Thomas Alfa Edison zu den produktivsten Erfindern überhaupt. Neben dem Kunststoffdübel gilt das Fotoblitzlichtgerät als Fischers bekannteste Innovation. Sein Spreizdübel ist bis heute das wichtigste Produkt der Fischerwerke.


Lust auf noch mehr geniale Alltagserfindungen? Hier geht es zu den Plätzen zehn bis sechs.

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