Morgen ist es wieder so weit: Das alte Jahr geht zu Ende, das neue wird mit wehenden Fahnen und Trompeten begrüßt. Dazu gehören weltweite Traditionen und Bräuche, die Dämonen oder böse Geister vertreiben und mehr Erfolg im neuen Jahr bringen sollen. Aber auch solche, die plötzlich einfach da waren und sich ganz ohne Neujahrsbezug etabliert haben. Wir sagen Ihnen heute, welches die gängigsten Traditionen in Deutschland sind, wofür sie stehen und woher sie eigentlich kommen.

 Feuerwerk

Auf viele Bräuche kann man verzichten – aber einer ist nicht mehr wegzudenken und ohne ihn, wäre es wohl keine richtige Silvesternacht: Das Entzünden des Feuerwerks. Egal ob Knaller, Raketen oder Leuchtfontänen – um Punkt Mitternacht erstrahlt die Nacht im bunten Lichtermeer. Das ist nicht nur schön anzusehen, sondern hat auch noch einen tieferen Sinn. Je heller die Raketen und je mehr Krach gemacht wird, desto eher vertreibt man die Dunkelheit und die bösen Geister des Vorjahres. So zumindest die ursprüngliche Idee, als man mit Schellen, brennenden Wagenrädern und Peitschenschlägen, statt mit 100-Schuss-Batterien, die das neue Jahr begrüßt hat.

 Silvestergrüße


Wochen vor dem 31. Dezember, meist schon in Zusammenhang mit dem Weihnachtsfest, wünscht man seinen Nachbarn, Freunden und Kollegen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Dabei hat dieser Wunsch ursprünglich nichts mit dem „Hineinkommen ins Jahr“ zu tun, sondern ist eigentlich eine Ableitung des jüdischen Wortes „rosch“, das „Anfang“ bedeutet. Eigentlich wünscht man sich also gegenseitig einen guten Start im neuen Jahr.

Wenn dann die Nacht der Nächte gekommen ist, die Zeiger auf 12 Uhr stehen bleiben und die Sektkorken knallen, kommt der nächste Wunsch hinzu: „Prost/Prosit Neujahr“. Und auch der hat eine tiefere Bedeutung, als nur der typische Trinkspruch zu sein. Ursprünglich kommt dieser Ausruf nämlich aus dem Lateinischen und bedeutet „es möge gelingen“.

Also auf einen guten Start im neuen Jahr und gutes Gelingen!

The same Procedure as every year!

Getreu dem Motto von Miss Sophie knipsen jedes Jahr Millionen Deutsche an Silvester den Fernseher für mindestens 18 Minuten an, um eine der Dutzend Ausstrahlungen des Dinner for One oder auch Freddie Frinton: der 90. Geburtstag auf den dritten Programmen zu sehen. Dass der Sketch von Freddie Frinton jedoch zum Silvester-Klassiker werden würde, hätte Fernsehunterhalter Peter Frankenfeld wohl kaum gedacht, als er die Show im englischen Seebad Blackpool entdeckte.

Begeistert von dem Dargebotenen engagierten Frankenfeld kurzerhand Frinton (Butler James) und May Warden (Miss Sophie) für seine Sendung Guten Abend Peter Frankenfeld und tatsächlich war der live aufgeführte Sketch im März 1963 ein riesiger Erfolg. Die Menge jubelte, der NDR plante sofort eine Studioaufzeichnung und zeigte den 18-minütigen Streifen fortan in unregelmäßigen Abständen.

Erst 1972 avancierte die bereits neun Jahre alte Aufzeichnung zum Silvester-Hit, als ein Regisseur die Filmrolle aus dem Archiv kramte. Mittlerweile tauchen Miss Sophie, Butler James und das Tigerfell ausschließlich und jährlich am 31. Dezember auf – es sei denn, man kramt die DVD aus dem Schrank.

Dinner for One ist seitdem nicht nur einer der erfolgreichsten kurzen Sketche im deutschen Fernsehen und eine kaum mehr wegzudenkende Silvestertradition. Seit 1988 ist der Kurzfilm auch im Guinnessbuch der Rekorde zu finden, mit dem Eintrag als am häufigsten wiederholte TV-Produktion.

Das wirklich Skurrile an dieser Erfolgsgeschichte ist jedoch, dass man im Entstehungsland England so gut wie noch nie von Miss Sophie und James gehört hat – geschweige denn, dass das Filmchen in einem Dutzend verschiedenen Fassungen am 31. Dezember rauf und runter laufen würde.

 Bleigießen

Auch wenn mittlerweile eher Zinn über der Kerze geschmolzen und dann ins kalte Wasserbad gekippt wird – der Brauch hat noch immer die gleiche Bedeutung wie bei den alten römischen Orakeln, wo er einmal entstand. Die entstanden grotesken Formen – oder ihr Schatten, je nachdem wie man vorgehen möchte – werden als Figuren gedeutet und sollen die Zukunft für das neue Jahr voraussagen.

Die heutigen verschiedenen Zettelanleitungen sind dabei mindestens genauso schwammig und teilweise widersprüchlich wie die unterschiedlichen Orakel-Deutungen zur römischen Zeit. Bedeutet das Auge einerseits „Schau nicht zu tief ins Glas“, redet das andere Deutungsbüchlein von dem „Blick in die Zukunft“.

Aber die Hauptsache ist doch, ganz gleich, ob man daran glaubt oder überhaupt ein sinnvolles Figürchen aus dem Zinnklumpen gewinnt, dass dieser Brauch jede Menge Spaß macht.

 Glücksschweinchen und Schornsteinfeger

Erfolg, Liebe, Glück – nur ein paar von vielen Wünschen fürs neue Jahr. Alles soll besser werden. Und damit diese Wünsche auch in Erfüllung gehen, versucht man Fortuna auf die Sprünge zu helfen.

Da werden Kleeblätter verschenkt, Hufeisen für ein sicheres Heim überreicht oder Münzen für Wohlstand und Reichtum weitergegeben.

Auch die Schornsteinfeger und Glücksschweine sind in allen Formen, Größen und Farben beliebt – egal ob essbar aus Marzipan oder als Streuartikel in Knallbonbons: Glücksbringer haben einfach Tradition. Und die geht im Fall des Schweinchens sogar bis zu den Germanen zurück. Damals galt das Schwein als Symbol für Fruchtbarkeit und Wohlstand. Die Schornsteinfeger haben hingegen eine jüngere, dafür Silvesterträchtige, Geschichte: Sie waren früher die Ersten, die an Neujahr durch die Straßen zogen und Glück und Gesundheit fürs neue Jahr wünschten.


Aber egal, wie und mit welchen Traditionen man Silvester verbringt. Solange man liebe Menschen um sich hat und gemeinsam einen schönen Abend erlebt, kann das neue Jahr nur gut beginnen!


Wir wünschen Ihnen eine schöne und erfolgreiche Silvesterfeier und ganz viel Glück im neuen Jahr!

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