Wetterlotterie: Frühling, Herbst und Winter

Die Gewinner der WocheMal minus 10 Grad, mal bis zu 15 Grad plus, von Stürmen über Regen und Schnee bis hin zu angenehm sonnigen Tagen – die letzten Wochen waren ein einziges Durcheinander von Frühling, Herbst und Winter. Und letzterer setzt sich leider vorerst durch. Die Temperaturen sinken kontinuierlich – am Faschingssonntag werden sogar wieder zweistellige Tiefstwerte erwartet. Kein sonderlich königliches Wetter für die Jecken – auch wenn dies eine besonders königliche Woche war…

Der König der Lüfte

Egal, wie Wind und Wetter stehen – der österreichische Skispringer Gregor Schlierenzauer fliegt und fliegt und fliegt. Und vor allem fliegt er allen davon. So holte der 23-Jährige am vergangenen Sonntag im tschechischen Harrachov seinen 47. Weltcupsieg und übertraf damit den legendären Finnen Matti Nykänen, der bis dato die Ewige Bestenliste mit 46. Siegen anführte. Noch spektakulärer wurde es jedoch am Nachmittag, als Schlierenzauer als erster Skispringer der Geschichte zwei Wettbewerbe an einem Tag gewann. Wenige Stunden später lag der Rekord also bei 48 Weltcup-Erfolgen, womit der Österreicher trotz seiner jungen Jahre schon als  Legende gilt. Ein Traum bleibt ihm allerdings noch, wie er nach seinem Siegeszug in Tschechien sagte: „Wenn man auf die Erfolge schaut, dann fehlt unter Anführungszeichen nur mehr der Einzelolympiasieg, das ist natürlich auch ein ganz großer Fisch.“ Man darf also gespannt sein, ob Schlierenzauer 2014 im russischen Sotschi sein Ziel erreichen wird – bis dato bleiben jedenfalls noch eine Menge mögliche Weltcup-Siege, mit denen der König der Lüfte seinen Rekord ausbauen könnte.

Englands neuer/alter König

Nein, Sie haben keinen Regierungswechsel in England verpasst – Königin Elisabeth II. erfreut sich weiterhin bester Gesundheit und sitzt natürlich noch auf dem Thron. Allerdings wurde in dieser Woche bestätigt, dass die Gebeine von König Richard III., der England von 1483 bis 1485 regierte, gefunden wurden.

Angefangen hatte alles mit der Drehbuchautorin und Hobby-Historikerin Philippa Langley. Im Sommer 2009 recherchierte sie auf dem Parkplatz des Amtes für soziale Dienste der Stadt Leicester für einen Film über König Richard III., als ihr mit einem Mal eiskalt wurde. Der Sunday Times erzählte sie, sie hätte eine starke Gänsehaut gehabt und wäre absolut sicher gewesen, über dem Grab des Königs zu stehen. Ein Jahr später besuchte Langley den Parkplatz erneut und fand ein Zeichen: „Auf dem Boden hatte jemand ein großes R (für ‘reserviert’) auf den angrenzenden Parkplatz gemalt. Dann musste ich einfach nach seinem Grab suchen, weil ich wusste, hier war es. Es war bizarr.“

Doch so bizarr es auch klingt – im September 2012 fanden Langley und ein Archäologen-Team der Universität Leicester tatsächlich ein Skelett unter dem Parkplatz. Ein Skelett, das nun als Richard III. identifiziert wurde.

England hat also nicht nur seinen König, und Shakespeares Dramafigur, zurück, die Hobby-Historikerin hat sich auch ihren Traum erfüllt und sich einen Platz in unserer Rubrik Gewinner der Woche gesichert. Schließlich bewies Philippa Langley mit dieser unglaublichen Geschichte, dass man selbst mit einem Bauchgefühl und unerschütterlichen Willen Erfolg haben kann.

Königlicher Auftakt in Paris

Auch unsere Nationalelf feierte in dieser Woche einen historischen Erfolg – das 2:1 in Paris. Historisch deshalb, weil es der erste Sieg seit 26 Jahren gegen die Équipe Tricolore und gleichzeitig der erste Auswärtserfolg im Nachbarland seit 1935 war. Der Frankreich-Fluch ist damit gebrochen und das haben wir nicht nur den Torschützen Thomas Müller und Sami Khedira zu verdanken, sondern vor allem dem absoluten Aufsteiger des Spiels: Ilkay Gündogan.

Nicht nur, dass er die perfekte Vorlage zum 1:1 lieferte, er war mit 111 Ballkontakten auch die wichtigste Anspielstation des Spiels. Mit Präzision, Wachsamkeit und gleichzeitig großem Tempo hat der 22-Jährige auf dem Platz überzeugt und die deutschen Fußballfans zum Jubeln gebracht. Seitdem machen Schlagzeilen wie „Gündogan, der bessere Schweinsteiger“ die Runde und es wird bereits gemunkelt, ob der Dortmunder nun als feste Instanz im Mittelfeld gelten werde. Eine Entscheidung von Bundestrainer Joachim Löw steht zwar nicht fest, dass Gündogan durch seine Präsenz der deutschen Elf zum Sieg verhalf, jedoch schon. Damit spielte er sich auf jeden Fall in unsere Herzen und hat sich den Titel Gewinner der Woche redlich verdient.

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