Nur keine miese Herbststimmung aufkommen lassen!

2 °C und Nebel gehört jetzt nicht unbedingt zu den schönsten denkbaren Wetterlagen. Und in München war sogar Stromausfall. Es ist nicht leicht, Witterung und Umwelt viel Schönes abzugewinnen, aber gerade deswegen sollte man die Herausforderung annehmen. Basteln Sie Kastanien-Männchen so wie früher! Machen Sie einen Waldspaziergang! Üben Sie fürs Weihnachtsplätzchenbacken! Auch Fußball kann als natürliches Mittel gegen miese Herbstlaune eingesetzt werden, vor allem, wenn Zlatan Ibrahimovic seine Füße mit im Spiel hat.

Und – Ibrakadabra! – war der Ball im Tor

Praktisch alles am 4:2 zwischen der schwedischen und englischen Fußballnationalmannschaft war spektakulär: Es war das erste Spiel in der nagelneuen Friends Arena in Stockholm; per Fallrückzieher hatte seit 1988 Marco van Basten niemand mehr gegen die Three Lions getroffen; und vier Tore in einem Spiel waren überhaupt noch niemandem gegen die Engländer geglückt – bis Zlatan Ibrahimovic kam.

Der als schwierig geltende Stürmer gilt mit einem Jahressalär von 15 Millionen Euro netto als einer der höchstbezahlten Fußballer der Welt. Dass er auch einer der besten seiner Generation ist, unterstrich er mit seinem letzten Treffer. Einen langen Ball konnte Torhüter Joe Hart an der Strafraumgrenze nur noch wegköpfen. Teakwondo-Schwarzgürtel Ibrahimovic sah seine Gelegenheit und verwandelte ansatzlos aus 25 Metern per Fallrückzieher, was die „Kronen-Zeitung“ aus Österreich als „Wundertor“ bezeichnete, „El Periodico“ aus Spanien sogar als „stratosphärisch“.


Chancen auf den Titel „Tor des Jahres 2012“ hat der Treffer jedoch leider nicht. Die Anmeldefrist der FIFA verpasste Ibrahimovics Fallrückzieher um wenige Stunden. Aber kümmert sich schon um einen solchen Preis, wenn er realistische Chancen auf weit größere Ehren hat: Die FAZ sprach vom sensationell Treffer „mindestens des Vierteljahrhunderts“, „Sun“ vom „Daily Mail“ von „einem der besten Tore aller Zeiten“. Gut möglich also, dass Ibrahimovic in acht Jahren ausgezeichnet wird, wenn die Wahl zum Tor des Jahrzehnts ansteht. So oder so, dieser Geniestreich wird von der Fußballgeschichte nicht vergessen werden.

Eine Herausforderer für Usain Bolt?

Unvergesslich werden wollten auch all jene, die am „Guinness World Records Day” auf Rekordjagd gingen. Bestmarken auf der nach oben offenen Irrwitzigkeitsskala verdiente sich zum Beispiel Karatekämpfer Muhamed Kahrimanovic. Er zerschmetterte in einer Minute 16 Kokosnusspaare mit den Händen. Joe Alexander fing neun Harpunenpfeile aus der Luft. Michael Kopp balancierte einen rotierenden Basketball auf einer Zahnbürste, die er im Mund hielt. In London quetschten sich 28 Frauen in einen Mini. Ein Australier brach den Rekord für den längsten Didgeridoo-Ton (65,55 Sekunden). Und ein Japaner legte die 100 Meter in 17,47 Sekunden zurück – auf allen Vieren.

So zeigte der „World Records Day” nicht nur, dass sich für jeden kreativen Erfolgshungrigen auch eine Weltrekorddisziplin findet. Auch wer schon erfolgreich ist, kann sich immer neuen Herausforderungen stellen. Vielleicht will ja bald Usain Bolt den japanischen Sprinter in seiner Disziplin herausfordern?

Kohlschnippeln in Seoul

Durchaus Rekordverdächtiges war auch unweit von Japan zu bestaunen, nämlich in Südkorea. Vor der Stadthalle von Seoul kamen 2200 Freiwillige für eine Wohltätigkeitsaktion zusammen. Ausgerüstet mit Haarnetzen und Handschuhen verarbeiteten sie 61.500 Kohlköpfe zu 140 Tonnen Kimchi, einer fermentierten Gemüsebeilage. Diese wurde danach an 25.000 bedürftige Haushalte verteilt. Teilnehmer Ko Kyung-ok, 52, sagte den „New Zealand Week“: „Man braucht eine Menge Energie, um so viel Kimchi herzustellen, aber es fühlt sich großartig an, anderen zu helfen.“

Der „Held des Jahres“

Ein ganz besonderer Helfer wurde dieser Tage auch von der Zeitschrift „Dogs” ausgezeichnet: Idor, ein Belgischer Schäferhund, diente als Kampfmittelspürhund in Afghanistan und rettete seinem menschlichen Partner das Leben. Robert Sedlatzek-Müller war 2002 nahe Kabul bei einer missglückten Sprengkörperentschärfung dabei. Eine alte sowjetische Rakete explodierte. Dabei starben fünf Soldaten, Sedlatzek-Müller trug eine schwere Posttraumatische Belastungsstörung davon. Während der folgenden Jahre war Idor ihm nach wie vor ein treuer Begleiter: „Er war mein Therapeut, als es mir am dreckigsten ging“, sagt Sedlatzek-Müller in “Dogs”. Als er nach einer Operation wieder zu Hause ist und in der Nacht plötzlich zu bluten beginnt, weckt ihn Idor und rettet ihm so das Leben. Im April starb der Hund an Krebs. „Nicht nur, weil er seinen Dienst bei der Bundeswehr erfüllte, sondern auch, weil er seinem Menschen beistand und ihm das Leben rettete“ zeichnete „Dogs“ Idor nun als „Helden des Jahres“ aus.

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