Leise rieselt der Schnee

Die erste Woche im Advent hat uns mit dem Tief Johanna begrüßt. Schneefall und nasskalte Tage haben uns ein winterliches Verkehrschaos beschert, dafür aber auch Kinderaugen leuchten lassen. So oder so sollte man sich an die weiße Pracht gewöhnen, denn schon das nächste Schneetief – wieder eine Frau – Karin ist in Sicht. Und danach kommt auch noch aus Nordosten eine russische Kälte mit Dauerfrost. Also warm einpacken und Glühwein oder Kinderpunsch genießen. Eine warme Alternative wäre bei diesen Wetteraussichten auch der Kinobesuch …

Bis(s) an die Spitze

 


… beispielsweise um sich den letzten Teil der Twilight-Saga anzusehen. Team Jacob und Team Edward geben noch einmal alles in Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht 2 und begeisterten damit die Fans weltweit. Selbst die Kritiker kamen, verglichen mit den vorherigen Teilen, zu einer überdurchschnittlich positiven Bewertung. Unter anderem schrieb Baz Bamigboye von der Dailymail: „Ich kann nicht leugnen, dass ich bisher nicht viel für die vier anderen Filme übrig hatte. Zum großen Teil waren sie schlecht gemacht. Auch die Geschichte um das Mädchen, das sich in einen schnulzigen Vampir verliebte, während ein zweiter Verehrer auftaucht, der sich in einen Werwolf verwandelt, ging mir auf die Nerven. Aber irgendwie hat der letzte Film einiges über Liebe, Freundschaft und Loyalität auszusagen – und das funktioniert.“

Und dass es funktioniert, zeigt sich auch in den Zahlen. Das Ende um Edward, Jakob und Bella hält sich nicht nur seit zwei Wochen an der Spitze der Kinocharts in Deutschland und Amerika – er gilt schon jetzt, außerhalb der USA, als erfolgreichster Film der Saga. Um der weltweit erfolgreichste Teil der Reihe zu werden, fehlt aber auch nicht mehr viel. Nur sieben Millionen Dollar trennen das Finale von Twilight und den bisherigen Spitzenreiter New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde  mit 709 Millionen weltweilt.

Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr für den Rekord. Denn mit dem  Start von Peter Jacksons Der Hobbit: Eine unerwartete Reise, wird der Siegeszug der Vampire wahrscheinlich ein Ende finden. Ob sich der kleine Held, im Gegensatz zum großen James Bond, der auf Platz zwei der Kinocharts verdrängt wurde, gegen die Vampire durchbeißen kann, bleibt abzuwarten.

Der Kick für Europa

Durchgebissen haben sich auf die deutschen Fußballvereine in dieser Woche. Trotz der Niederlage des VfB Stuttgart gegen Molde FK qualifizierte sich die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia für die Zwischenrunde der Europa League – und trug damit zu einem historischen Rekord bei. Erstmals schafften es alle deutschen Starter in der Europa- und Champions League eine Runde weiterzukommen. Während Bayern München, Borussia Dortmund und FC Schalke das Achtelfinale der Königsklasse erreichten, stehen neben Stuttgart auch Hannover 96, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen in der zweiten Runde der Europa League. Somit überwintern zum ersten Mal in der Geschichte sieben deutsche Mannschaften in den Wettbewerben – Europa, zieh dich warm an!

Ausgezeichnete Pressearbeit

Verleihung des Press Freedom Award 2012 – (v.l.n.r.) Christophe Deloire, Generalsekretär von Reporter Ohne Grenzen Frankreich; Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich; Laudator Domenico Affinito, Vizepräsident von Reporter ohne Grenzen Italien; Preisträgerin Emanuela Zuccalá; Eva Nowotny, Präsidentin der UNESCO-Kommission Österreich; Preisträgerin Alessia Cerantola. Bild: Reporter Ohne Grenzen Österreich

Auch in Italien braucht man derzeit ein dickes Fell, zumindest als Journalist. So das Urteil der Organisation Reporter ohne Grenzen Österreich und genau deshalb wurden gestern zwei Italienerinnen erstmals mit dem Press Freedom Award – Signal für Europa ausgezeichnet Präsidentin Rubina Möhring machte auf die Brisanz der Pressesituation in Italien aufmerksam  und bezeichnete die Folgen der „Berlusconisierung“ Italiens als schwerwiegend. Domenico Affinito, Vizepräsident von Reporter ohne Grenzen Italien, fand sogar noch deutlichere Worte bei der Preisverleihung am 6. Dezember in Wien: „Der italienische Journalismus ist krank, aber noch nicht tot. Interessenskonflikte, Selbstzensur, die Bedrohung durch organisiertes Verbrechen, niedrige Nachrichtenqualität, asymmetrische Ressourcenverteilung in der Medienlandschaft: Das sind nur einige Probleme, mit denen wir heute kämpfen – ein giftiger Cocktail für die moderne Demokratie.“

Und dagegen will der Preis vorgehen, mit dem ZielJournalistInnen sichtbar zu machen und zu fördern, die aktiv für demokratische Werte arbeiten und leben. Genau solche sind die diesjährigen Preisträger Alessia Cerantola und Emanuela Zuccalá.

Während Cerantrola für ihre Analyse der prekären Situation freier JournalistInnen in Italien ausgezeichnet wurde, bekam Zuccalá den Preis für ihre Reportage über Flüchtlingsfrauen in Afrika „Gefangen in der Wüste“. Hierbei handelt es sich um die Abbildung der desolaten Situation vergessener Menschen, was beispielhaft auch auf die menschenrechtlichen Missstände im eigenen Land hinweisen soll.

Beide Beiträge und Preisträgerinnen sind in jedem Fall ein Gewinn für die Pressefreiheit Italiens.

Gewinn für die Frauen- und Menschenrechte

Nicht nur das Engagement für Pressefreiheit in Europa wurde in dieser Woche geehrt. Auch der Alternative Nobelpreis, gestiftet von Jakob von Uexküll, wurde an Menschen verliehen, die sich drängenden Herausforderungen der Gegenwart stellen.

Eine von Ihnen ist Sima Samar, eine afghanische Ärztin, die sich für Frauen- und Menschenrechte in Ihrem Land einsetzt.

Gemeinsam mit dem US-Konfliktforscher Gene Sharp und den Produzenten einer britischen Kampagne gegen den Waffenhandel nahm sie den Preis am Donnerstag in Stockholm entgegen. Das Preisgeld in Höhe von 150.000 Euro wird unter den Gewinnern aufgeteilt – aber der eigentliche Wert liegt in der Anerkennung, wie auch Sima Samar im Interview mit tagesschau.de sagte: „Es zeigt, dass die Arbeit, die ich tue, die richtige ist. Und das ist das Wichtigste, es ist gut für die Frauen dieses Landes. Sie können daran sehen, dass wir wahrgenommen werden, und es auch für uns möglich ist, in diesem Land gute Arbeit zu leisten – auch in diesem sehr schwierigen Umfeld.“

Lesen Sie auch

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag' Deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *