Da der Frühling noch immer auf sich warten lässt, wird man sich lieber mit dem Gedanken an den Sommerurlaub beschäftigen als mit der eisigen Realität. Und Urlaub wiederum bedeutet für viele Cluburlaub: Erholung, Freizeit und Genuss, ohne die Hotelanlage verlassen zu müssen. Doch wer hat diese Form der Feriengestaltung eigentlich erfunden?

Tropical resort with a green lagoon and palm treesBegonnen hat alles im Jahr 1950. Der Belgier Gérard Blitz (1912-1990) verbrachte seinen Urlaub auf Korsika in einem Zeltdorf. Dort hatte er die Idee, eine Ferienanlage auf die Beine zu stellen, bei der alles inbegriffen war: Unterkunft, Verpflegung und vor allem Unterhaltung. Dabei kam dem Sportangebot eine wichtige Rolle zu. Blitz war Sohn eines bekannten Wasserballers und spielte selbst leidenschaftlich gern Wasserpolo. Sein Urlaubsresort sollte „den Geschmack am Leben im Freien und an der körperlichen Ertüchtigung und dem Sport wecken“.

Nur vier Monate später war es soweit. Blitz hatte sich 200 Zelte aus amerikanischen Armeebeständen besorgt, ein Areal im Norden von Mallorca organisiert und errichtete dort eine Anlage nach seinen Vorstellungen. Er gab ihr den Namen Club Méditerranée. Bereits am ersten Tag sollen dort 300 Gäste übernachtet haben. Allein während der ersten Saison musste Blitz angeblich 10.000 Anfragen anlehnen – wegen Überfüllung.

Der Cluburlaub wird seinem Erfinder zu erfolgreich

Der Erfolg des Club Med war derart überwältigend, dass der Touristikunternehmer bald weitere Anlagen eröffnete, darunter eine Bungalowsiedlung auf Tahiti – für Europäer damals der Inbegriff der Exotik. Blitz‘ Angebot war gleichermaßen reiz- wie anspruchsvoll: Vier Monate mussten seine Gäste einplanen, zwei für die Schiffspassage hin und zurück, sowie zwei Monate für den eigentlichen Cluburlaub.


1954 musste Blitz sich jedoch eingestehen, dass ihm seine Erfolgsidee über den Kopf zu wachsen begann. Als Geschäftspartner holte er Gilbert Trigano (1920-2001) ins Boot, den Sohn jenes Mannes, der ihm seinerzeit die Zelte für die erste Ferienanlage beschafft hatte. Auch Blitz‘ ursprüngliche Vorstellung, den Club Med als nicht gewinnorientierten gemeinnützigen Verein zu führen, ließ sich nicht länger halten. Peu a Peu zog sich der Belgier aus seinem Unternehmen zurück und schied schließlich 1963 endgültig aus, als der Club Med in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde.

Aus dem Zeltdorf am Strand von Alcúdia ist heute ein Tourismusgigant mit einem Jahresumsatz von 1,4 Milliarden Euro geworden. Ihr Erfinder hatte nicht nur einen guten Riecher für das wachsende Bedürfnis von Urlaubern nach zugleich organisierter wie ungezwungener aktiver Erholung. Er war vor allem rasend schnell in der Umsetzung seiner Idee.

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