Im Jugendalter begann meine Leidenschaft für Autos. Es gab kaum eine Autozeitschrift, die ich nicht kannte und besaß. Ich war wie besessen. Wenn man mich heute fragen würde, was mich an Autos so faszinierte, müsste ich keine Sekunde zögern: Geschwindigkeit, Form, Design – das sind bis heute die Dinge, die ich an Autos bewundere.

So ist es nicht verwunderlich, dass ich im Laufe meines Lebens einige Autos besessen habe. Doch es war nicht nur das Besitzen eines Autos, das mich reizte. Ich wollte wissen, wie die Autos aufgebaut sind, wollte jedes Einzelteil genauer unter die Lupe nehmen und verstehen, wie das Auto „funktioniert“. Ich fing an alte Autos zu kaufen, die ich restaurierte, um sie dann wieder zu verkaufen.

Es fing mit kleinen Restaurierungsarbeiten an und nach jedem Projekt fühlte ich mich sicherer. Mein erstes Projekt war ein Chevrolet Camaro, es folgten ein Plymouth Duster, ein Pontiac Tempest, zwei Corvettes und dann 1992 mein größtes Projekt: ein Chrysler New Yorker 2-Door Hardtop, Baujahr 1957. Ein beeindruckendes Auto – doch auch ziemlich in die Jahre gekommen und zu meinem Übel: in schweinchenrosa. Die Farbe war wirklich ein Albtraum. Aber gut, bevor ich mir um die Lackierung Sorgen machte, gab es noch ganz andere Dinge zu tun. Ich habe den Chrysler komplett auseinandergenommen und von vorne bis hinten neu aufgebaut. Wenn ich etwas nicht wusste, habe ich Fachliteratur hinzugezogen und meinen Bruder, der Kfz-Mechaniker ist, um Rat gefragt. Viele Teile musste ich komplett austauschen, so dass sich die Restaurierung sehr lang hingezogen hat. Es war nicht immer leicht, an die doch sehr speziellen Ersatzteile zu kommen und dementsprechend war auch die Wartezeit.

Wenn ich so zurückdenke, ist es doch sehr erstaunlich, dass mir nicht der Motor oder die Bremsen am meisten Probleme bereitet haben: es war die Windschutzscheibe. Ich habe mit der Hilfe meines Onkels versucht, die Panoramascheibe einzubauen, doch das Ding wollte einfach nicht passen. Und das bei 30°C in praller Sonne. Letztendlich hat es doch irgendwie geklappt, aber es war ein unglaublicher Kampf.

5 Jahre habe ich an dem Chrysler gearbeitet: als er fertig war, konnte ich es kaum glauben. Es ist ein erhabenes Gefühl, so etwas mit seinen eigenen Händen, aus eigener Kraft geschafft zu haben. Da stand er vollendet vor mir, in edlem schwarz mit schwarzen Ledersitzen. Die erste Spritztour werde ich mit Sicherheit niemals vergessen.

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