Hoch Ennio sorgt für Altweibersommer

Sonnenbrille oder doch lieber Regenschirm? In der 37. Kalenderwoche konnte man sich da nie so ganz sicher sein. Mal Gewitter, mal Sonnenschein und dabei immer wieder Temperaturschwankungen haben die Hoffnung auf einen Altweibersommer schon fast zerstört. Aber zum Wochenende klärt es sich doch noch einmal auf: Hoch Ennio beschert uns ab Samstag Temperaturen um die 20 Grad Celsius und bis in die nächste Woche hinein ein paar klare, sonnige Tage. Da empfiehlt es sich die letzten Sommerstunden noch mal so richtig auszukosten – vielleicht mit einem Tag im Garten bei musikalischer Berieselung vom Tonbandgerät?

Der Ton macht die Musik

Das Tonbandgerät  gibt es circa seit dem Jahr 1930 – die gleichnamige Band aus Hamburg ist erst 77 Jahre später auf dem Parkett erschienen. Aber seitdem sind sie genauso wenig vom Erfolgskurs abzubringen wie die Erfindung des Rekorders im vergangenen Jahrhundert.
Die deutschsprachige Indiepop-Gruppe um Ole, Sophia, Isa und Jakob steigerte sich von Jahr zu Jahr, spielte auf immer größeren Veranstaltungen und machte schließlich die Musikindustrie auf sich aufmerksam. 2012 wurde zum bisher erfolgreichsten Jahr für die jungen Künstler: Die Plattenfirma Universal nahm die Hamburger unter Vertrag; sie spielten ihr erstes Album ein und wurden vom Radiosender N-Joy zu Fernsehinterviews, Radioauftritten und vergangenen Sonntag zum Finale der New Music Awards 2012 geschickt. Dort standen insgesamt neun Bands für je 15 Minuten auf der Bühne und kämpften um einen der wichtigsten Preise für junge Musiktalente in Deutschland. Doch mit ihren musikalischen Qualitäten und ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz setzen sich die Hamburger letztlich durch und sicherten sich damit, neben dem Hauptpreis, Musik-Equipment im Wert von 10.000 Euro.
„Wir sind echt überwältigt und sprachlos – unser allererster Preis! Und der Wettbewerb war wirklich hart, denn die anderen Bands sind so toll, dass wir sofort Fans geworden sind“, jubelte der 23-jährige Sänger Ole nach dem Finale.
Doch auch wenn es der erste Preis für Tonbandgerät ist, der letzte wird es bei diesem Erfolgskurs sicher noch nicht gewesen sein.

Ein Dutzend Doppel-Siege

Auch für die Zwillinge Bob und Mike Bryan scheint ein Ende des Erfolges und der Preise noch lange nicht in Sicht zu sein. Die beiden 34-jährigen, amerikanischen Tennisstars gewannen erst dieses Jahr Gold bei den Olympischen Spielen in London und konnten sich jetzt auch bei den US Open in New York durchsetzen. Durch den Sieg gegen das tschechische Duo Leander Paes/Radek Stepanek sicherten sich die Bryan-Brüder ihren zwölften Grand-Slam-Titel und gelten damit nun als erfolgreichstes Doppel der Open-Ära.


Für ihr Erfolgsgeheimnis fand Mike Bryan nach seinem Sieg einfache aber klare Worte: „Wir haben einfach Spaß auf dem Platz, und das kann man an unseren Ergebnissen ablesen.“
Da bleibt nur zu hoffen, dass der Spaß noch lange anhält und die Bryan-Brüder mit weiteren, spannenden Partien auf dem Platz glänzen werden.

Ein Ständchen für den goldenen Löwen

Geglänzt hat auch der 51-jährige Regisseur Kim Ki-duk bei dem 69. Filmfestival in Venedig. Mit seinem Drama Pieta schaffte er jetzt endlich, was ihm seit 15 Jahren bei keinem der vielen Filmfestivals, zu denen er eingeladen war, gelungen ist: Er wurde mit dem Hauptpreis, dem Goldenen Löwen, ausgezeichnet.
Das vielschichtige Werk des Koreaners, in dem er eine brutale Gangstergeschichte mit drängenden Fragen nach Menschlichkeit, Moral und Mitgefühl verknüpft, überzeugte nicht nur die Jury. Es ist auch ein deutliches Zeichen des 51-jährigen Regisseurs, dass er zurück im Leben und auf der Leinwand ist. Denn Kim Ki-duk hatte sich wegen Depressionen jahrelang in eine einsame Waldhütte zurückgezogen und viele fürchteten damit den Abschied vom Kino.
Statt sich aber weiter zu verkriechen hat er sich mit einer Doku über seine depressive Phase und natürlich mit seinem Drama Pieta wieder nach oben gekämpft. Wie gut ihm die Auszeichnung wohl auch für seine seelische Verfassung tat, bewies Kim Ki-duk dann bei seiner ungewöhnlichen Dankesrede: Er sang inbrünstig einen koreanischen Schlager, den er auch während der schwierigen Lebensphase in seiner Waldhütte immer geschmettert hatte.

Weihnachtslieder retten einem Fischer das Leben

Lieder können nicht nur die Stimmung heben und einen auf gute Gedanken bringen, sie können einem sogar das Leben retten. So wie im Fall des 19-jährigen Fischers Ryan Harris.
Als eine Riesenwelle im Golf von Alaska das Fischerboot von Harris und seinem Kollegen Stonie Huffmann traf, sank das Boot und die beiden landeten im eiskalten Wasser. Stonie Huffmann schaffte es noch sich einen Überlebensanzug überzustreifen und seinen Freund in eine ein Quadratmeter große Plastikkiste zu helfen, doch dann wurden sie von fast drei Meter hohen Wellen getrennt. Die Sorge um Huffman sei im Endeffekt dann das Schlimmste gewesen, erklärte der 19-jährige Harris später gegenüber dem Lokalblatt Daily Sitka Sentinel.
Doch der Fischerkollege hatte Glück: Er wurde an den Strand von Alaska gespült und konnte 24 Stunden nach dem Bootsunglück geborgen werden, während Harris noch immer über das eiskalte Meer trieb.
Als die Rettungskräfte ihn schließlich nach 26 Stunden fanden, hielten sie den Mann dort in der blauen Plastikkiste für ein Wunder: Harris lebte – und er sang Weihnachtslieder.
Denn genau das hatte dem Fischer unter anderem das Leben gerettet. Indem er die Kälte mit Liedern wie „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ vertrieb, blieb er bei Bewusstsein und konnte sich über Wasser halten. Der andere wichtige Punkt war, dass der 19-Jährige niemals aufgegeben hat: „Ich bin Ryan Hunter Harris, und ich werde hier nicht sterben“, sei das Mantra des Schiffsbrüchigen gewesen, um sich selbst zu motivieren.
Zurück an Land gab es für die Fischerkollegen nur noch zwei Gefühle: Unsagbare Freude, dass sie beide überlebt hatten und Dankbarkeit für die warmen Decken.

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