Was unterscheidet einen erfolgreichen Fußballtrainer von einem glücklosen? Wieso werden manche von Spielern und Öffentlichkeit angehimmelt, andere hingegen regelrecht verachtet? Es kann an der Kommunikation mit ihren Mannschaften liegen. Hier sind die fünf Erfolgsregeln, die natürlich auch für Chefs und Mitarbeiter ohne Fußballschuhe gelten:

  • Seien Sie zugänglich

Auf dem Platz führt oft der informelle Weg zum Ziel. Zuviel Distanz zu den Spielern kann sie verunsichern. Zugänglich sein bedeutet, ansprechbar zu sein und zuzuhören, Spieler beim Vornamen zu nennen und niemals einzuschüchtern. Studieren Sie den Stil von Jürgen Klopp oder Jogi Löw. Felix Magath hingegen soll seine Mannschaften nach schlechten Ergebnissen regelmäßig mit Schweigen bestrafen. Mit solcher, auf Unnahbarkeit und Druck basierender Kommunikation hatte er zwar oft kurzfristig Erfolg, zerstörte aber meist langfristig jede Möglichkeit für eine gute Zusammenarbeit mit den Spielern.

  • Seien Sie konstruktiv


Kritisieren Sie nicht den Spieler, sondern sein Fehlverhalten. Erklären Sie, was er besser machen soll. Ermuntern Sie ihre Athleten, sich gegenseitig zu kritisieren. Schotten Sie sich im Gegenzug nicht gegenüber Vorschlägen der Spieler ab. Reagieren Sie positiv auf Feedback. Schlichten Sie Konflikte und behandeln Sie alle Spieler gleich.

  • Seien Sie positiv

Verbreiten Sie Optimismus, lässt Ihre Mannschaft nicht so schnell die Köpfe hängen. Zeigen Sie bei Fehlern Alternativen auf, statt Spieler herunterzuputzen. Achten Sie besonders auf introvertierte Athleten und ermuntern Sie diese besonders. Pflegen Sie Empathie und Humor.

  • Seien Sie gelassen

Verlieren Sie nicht die Beherrschung, weder auf der Bank noch im Gespräch mit der Mannschaft. Wenn sie sachlich, respektvoll und objektiv bleiben, bewahren auch ihre Spieler einen kühlen Kopf. Rastet der Chef in Krisensituationen hingegen aus, ist Chaos vorprogrammiert.

  • Seien Sie authentischDazu gehört natürlich einerseits, sich nicht zu verbiegen und anders erscheinen zu wollen als man ist. Andererseits müssen Sie achtgeben, dass Ihre Worte und Ihre Gestik zueinanderpassen. Aufmunternde Worte können ihre Wirkung verfehlen, wenn Sie dazu unbewusst einschüchternd die Faust schütteln. Auch wer Informationen zurückhält kann ohne es zu merken verunsichernde Signale aussenden.

Soweit die Theorie. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Meistertrainer Jürgen Klopp ist alles andere als ein Kumpeltyp und musste 2008 für einen Wutausbruch gegenüber einem Spieler und einem Schiedsrichter 12.000 Euro Strafe zahlen. Jogi Löw pfefferte bei der WM 2010 wutentbrannt eine Trinkflasche durch die Gegend, als die DFB-Auswahl gegen Serbien zurücklag. Und EM-Gewinner Otto Rehagel trat seinen Posten als Übungsleiter in Berlin mit den Worten an: „Ab Montag bin ich bei Hertha das Gesetz und alle hören auf mein Kommando. Ich bin ein Vorreiter und erwarte Ordnung und Disziplin. Ich bin ein Preuße. Oder auch ein demokratischer Diktator.“

Flache Hierarchien – Pustekuchen! Oder etwa doch nicht? Klappern gehört zum Handwerk, markige Sprüche sind nicht zuletzt auch an die Fans gerichtet und ein funktionierendes Mannschaftsgefüge wird einen Tobsuchtsanfall am Spielfeldrand vielleicht milder interpretieren als manche Medien. Auch ein Otto Rehagel, ein José Mourinho oder ein Roberto Di Matteo verhalten sich nach den oben aufgelisteten Regeln – meistens zumindest. Trainer, die es anders halten, erkennt man daran, dass sie bald schon niemand mehr kennt. Oder was macht eigentlich Louis van Gaal?

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