Während sich Arbeitnehmer immer wieder auf Jobsuche begeben, müssen auch Arbeitgeber immer mal wieder nach geeigneten Mitarbeitern Ausschau halten. Gerade jetzt, wo die Wirtschaftsprognosen rosig scheinen, braucht man gut qualifiziertes Personal. Aber wie findet man den richtigen Mitarbeiter, beziehungsweise, wie schafft man es, dass er auf das Unternehmen aufmerksam wird und sich überhaupt bewirbt? Wir sagen Ihnen, was Sie bei den fünf Schritten zur Mitarbeitersuche beachten sollten.

© El Gaucho - Fotolia.comFachkräftemangel. Ein Wort, das vielen deutschen Unternehmern einen Schauder über den Rücken jagt. Tatsächlich beklagen selbst große Konzerne einen Mitarbeitermangel und die klein- und mittelständischen Firmen wissen teils gar nicht, welche Zusatzleistungen sie noch aus dem Hut zaubern sollen. Doch woran liegt es, dass so viele Stellen unbesetzt bleiben? Sind denn die Hochschulabsolventen oder gut ausgebildeten Fachkräfte nicht mehr arbeitswillig? Doch, allerdings suchen Sie auch nach dem perfekten Arbeitgeber, genauso wie diese nach dem perfekten Mitarbeiter suchen. Es geht nicht mehr nur ums Gehalt oder einen sicheren Job – die, die es sich leisten können, wägen präzise ab, welche Stelle am besten zu ihnen passt. Und deshalb sollte man als Arbeitgeber genau darauf achten, wie man wo den richtigen Bewerber ansprechen und von der eigenen Firma überzeugen kann.

Wen suche ich?

Zu allererst sollten Sie sich überlegen, was für einen Mitarbeiter Sie suchen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, welche Position besetzt werden soll, sondern was die entsprechende Person dafür mitbringen sollte. Welche Qualifikationen müssen vorhanden sein? Welche sind lediglich wünschenswert und welche Soft Skills erwarten Sie?


Machen Sie sich bewusst, dass es die „Eierlegende Wollmilchsau“ nicht geben kann – und wenn, dann geht sie zu Unternehmen wie Google oder macht sich wahrscheinlich selbstständig. Bleiben Sie bei Ihren Ansprüchen realistisch. Natürlich sollten Sie grundsätzlich nach dem oder der Besten suchen – aber werfen Sie nicht alle Bewerbungen beiseite, die Ihren Vorstellungen nur zu 80 Prozent gerecht werden.

Wie formuliere ich die Stellenausschreibung

Bei der Stellenbeschreibung lassen sich immer wieder, genauso wie in den Bewerbungen, die hinterher auf Ihrem Tisch liegen, Floskeln finden. Schlimmer noch: Je mehr Floskeln Sie in die Anzeige schreiben, desto mehr wird sich der Bewerber darauf beziehen. Teamfähig, kommunikativ oder motiviert sollten die Bewerber sein – aber wird das nicht sowieso jeder von sich behaupten?

In den tausenden Stellenanzeigen gilt es deshalb ebenso aufzufallen, wie der Arbeitnehmer mit seinem Anschreiben auffallen muss, um eingestellt zu werden. Seien Sie also ruhig etwas kreativ und heben Sie sich vom Einheitsbrei der Ausschreibungen ab.

Finden Sie ein gutes Bild oder Design, das zu Ihrem Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle passt. Schreiben Sie in der Unternehmensdarstellung, wer Sie sind, was Sie machen, an welchem Standort Sie sitzen und wie viele Mitarbeiter für die Firma arbeiten. Scheuen Sie sich nicht, als klein- oder mittelständisches Unternehmen Farbe zu bekennen. Viele Mitarbeiter schätzen eine familiäre Atmosphäre mit flachen Hierarchien und Aufstiegschancen sogar mehr, als dass sie ein Zahnrad im Getriebe des großen Konzerns sein wollen.

Formulieren Sie dann die Stellenanforderungen und achten Sie hierbei darauf, nicht zu viel zu schreiben – was abschrecken könnte. Aber auch nicht zu wenige Punkte anzubringen – wodurch der Bewerber vielleicht keine klare Vorstellung vom Job bekommt oder sich einfach jeder bewirbt. Dies gilt auch für die Aufgabenbeschreibung.

Zählen Sie danach auf, was Sie als Arbeitgeber den Bewerbern bieten, also warum man sich gerade für Ihr Unternehmen entscheiden sollte. Hier geht es nicht nur um Gehalt und Zusatzleistungen, sondern auch um das Team, Betriebsklima, die Aufstiegschancen oder Weiterbildungsmöglichkeiten und um die Unternehmensphilosophie.

Neben all diesen Punkten sollten Sie noch auf die Formulierungen gemäß dem allgemeinen Gleichstellungsgesetz achten. So dürfen Sie in der Anzeige nicht geschlechts-, herkunfts-, oder altersspezifisch suchen – alles andere könnte, wenn ein potenzieller Bewerber dagegen klagt, teuer werden.

Wo sollte ich die Stelle ausschreiben?

Wenn Sie die Anzeige nur in einer Tages- oder gar Regionalzeitung schalten, ist die Reichweite natürlich gering. Denn die Printmedien sind schon längst nicht mehr das primäre Mittel für die Arbeitssuche – die Jobbörsen im Internet werden aufgrund ihrer Aktualität, Möglichkeit zur schnellen Selektion und dauerhaften Erreichbarkeit oft vorgezogen. Nutzen Sie also bestenfalls beide Kanäle: Sowohl eine Ausschreibung in der Zeitung, wie auch Annoncen in mehreren kostenlosen Job-Portalen erhöhen die Chancen, den oder die richtige zu erreichen. Dazu können Sie auf ihrer Homepage oder über die sozialen Netzwerke auf die freie Stelle hinweisen.

Auch interne Ausschreibungen führen oftmals zum richtigen Kandidaten. Entweder bewirbt sich jemand auf die Stelle, der momentan in anderer Position bereits erfolgreich für Ihr Unternehmen arbeitet. Oder die Mitarbeiter werden auf die zu besetzende Position aufmerksam und erzählen dies in ihren Netzwerken.

Sind diese Wege eher erfolglos oder suchen Sie eine hochqualifizierte, schwer zu findende Fachkraft, können auch Google-Anzeigen eingesetzt werden. Manche Unternehmen schreiben gar eine Belohnung aus, wenn jemand einen passenden Bewerber vorschlägt, beziehungsweise den Kontakt vermittelt.

Trauen Sie sich also auch außergewöhnliche Methoden zur Mitarbeitersuche auszuprobieren, ebenso, wie manche Bewerber beim Buhlen um den perfekten Arbeitsplatz zu kreativen Mitteln greifen.


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