Was sagt mir die Bewerbungsmappe?

© contrastwerkstatt - Fotolia.comSind schließlich einige Bewerbungen bei Ihnen eingegangen, beginnt die Vorauswahl und Selektion. Hier gilt es immer die eigenen Überlegungen zur Frage „Wen suche ich?“ mit einzubeziehen und nicht nur auf die tatsächlich veröffentlichten Anforderungen in der Stellenanzeige zu beachten. Trotzdem sind diese nicht irrelevant für den Auswahlprozess. Denn anhand des Anschreibens können Sie erkennen, ob sich der Kandidat intensiv mit der Stelle beschäftigt hat oder Ihnen bloß ein Standardschreiben zugeschickt hat: Achten Sie also darauf, ob er sich auf die beschriebenen Anforderungen bezieht, auf diese eingeht und die Bewerbung an den genannten Ansprechpartner adressiert ist.

Natürlich kann aber auch das Äußere der Unterlagen viel über den potenziellen Mitarbeiter aussagen. Knicke, Flecken oder ein heilloses Papierdurcheinander in einem Schnellhefter zeigen, dass er oder sie es nicht so genau mit der Sauberkeit nimmt oder sich vielleicht einfach nicht viel Mühe gegeben hat. Ist so jemand dann wirklich engagiert und würde später sauberer arbeiten? Selbiges erkennt man auch an Rechtschreibfehlern und der grundsätzlichen Struktur der Unterlagen.


Daneben gibt der Lebenslauf natürlich Auskunft über die grundsätzliche Eignung des Kandidaten und sollte die von Ihnen geforderten Qualifikationen umfassen – achten Sie aber erneut darauf, welche Voraussetzungen ein „Muss“ sind und welche bloß wünschenswert wären.

Eine letzte Entscheidungshilfe bieten schließlich die Anlagen und Arbeitszeugnisse. Gleichen Sie die beiliegenden Dokumente zunächst mit dem Lebenslauf ab – fehlt beispielsweise ein Zeugnis oder gibt es Unterschiedene in den Daten, Stellenbezeichnungen und Aufgabenbeschreibungen?

Beim Lesen der Arbeitszeugnisse sollten Sie auf die versteckten Hinweise achten. Denn jeder Arbeitnehmer hat, unabhängig von seinen tatsächlichen Leistungen, ein Recht auf eine wohlwollende Bewertung. Gute oder sehr gute Zeugnisse können hingegen ein Indiz für den geeigneten Kandidaten sein. Schließlich ist der Arbeitgeber nur dazu verpflichtet, mindestens ein – in Schulnoten gesprochen – befriedigend auszustellen.

Wie bereite ich das Vorstellungsgespräch vor und treffe meine Entscheidung?

Haben Sie eine erste Auswahl getroffen, können Sie sich mit Telefoninterviews absichern und gegebenenfalls einige der „Vielleicht“-Kandidaten aussortieren. Klären Sie hierbei offengebliebene Fragen und geben Sie auch dem Bewerber die Chance, mehr über das Unternehmen oder die Stelle zu erfahren.

Danach gilt es „nur noch“ die potenziellen neuen Mitarbeiter zum Vorstellungsgespräch einzuladen und dieses gründlich vorzubereiten. Denn hier entscheidet sich nicht nur, wen Sie nehmen, sondern ob der- oder diejenige auch Ihr Unternehmen auswählt.

Überlegen Sie sich, wie Sie die Stelle und Firma attraktiv beschreiben können, in welchem Rahmen und an welchem Ort das Gespräch stattfinden soll und welche Fragen Sie an den entsprechenden Kandidaten haben. Hierfür sollten Sie die Unterlagen der Eingeladenen intensiv durchgehen.

Um einen guten Eindruck beim Bewerber zu hinterlassen, gilt für Arbeitgeber übrigens nichts anderes als für die Arbeitssuchenden: Seien Sie pünktlich, freundlich, lassen Sie den Gegenüber ausreden und widmen Sie ihm Ihre volle Aufmerksamkeit.

Dies mag gerade für Unternehmen, die auf Stressinterviews setzen, befremdlich klingen. Aber viele  Menschen öffnen sich eher, wenn man eine angenehme Gesprächsatmosphäre herstellt und Sie werden so vielleicht mehr aus dem Kandidaten herausbekommen, als wenn Sie ihn in eine Ecke drängen.


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