Neben Qualifikationen und fleißiger Arbeit ist gutes Benehmen im Büro ebenfalls ein wichtiger Faktor um auf der Karriereleiter nach oben zu kommen. Deswegen zeigen wir Ihnen in den nächsten Wochen in unserem Business-Knigge von A bis Z auf welche Verhaltensregeln Sie täglich im Büro achten sollten und welche Fettnäpfchen es zu vermeiden gilt.

Heute die Buchstaben W bis Y.

W wie Wertschätzungen

Mindestens so wichtig wie konstruktive Kritik ist auch die Wertschätzung Ihres Gegenübers. Denn wer sich ständig abwertend behandelt fühlt und niemals durch ein Lob neue Motivation gewinnen kann, der beginnt zu resignieren, vielleicht sogar wütend und frustriert zu werden.

Wertschätzung ist dabei allerdings ein weitreichender Begriff. Das kann bei einem guten, taktvollen Benehmen beginnen, aber genauso Zuhören, Interessebekundungen oder ein positives Feedback umfassen.

So oder so gilt hier der Spruch: Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder heraus. Wer also seine Mitmenschen herablassend behandelt – gleich ob man Chef oder Angestellter ist – wird wohl kaum im Gegenzug Respekt und Freundlichkeit erwarten können. Selbst wenn man diesen Respekt dem Vorgesetzten vorgaukelt, hinter seinem Rücken könnten dennoch böse Worte fallen.

Und Sie als Unternehmer, Chef oder Vorgesetzter, auch wenn Ihnen egal ist, was man über Sie erzählt, sollten sich vor Augen halten, dass jeder Mitarbeiter für den Erfolg des Unternehmens maßgeblich verantwortlich ist. Oder um es deutlich zu sagen: Wenn alle Ihre Angestellten kündigen, sind Sie der Chef eines bald nicht mehr existierenden Unternehmens.

Also zeigen Sie Ihren Mitmenschen, dass Sie deren Wert kennen und schätzen. Angefangen dabei, dass man sich den Namen des anderen merkt, bis hin zu einem Gruß, wenn man sich sieht und auch indem Sie sich Zeit für Gespräche nehmen. Darüber hinaus sollten Sie, gerade wenn Sie auch mal etwas kritisieren, den Wert von guten Leistungen anerkennen und diesen loben. Personalisieren Sie Derartiges immer– auch dies beweist, dass Sie sich Zeit nehmen. Anstatt ein „Gut gemacht“ mit heruntergezogenen Mundwinkeln in Ihren eventuell nicht vorhandenen Bart zu murmeln, sagen Sie lieber, was gut war, und sprechen Sie die Person direkt an. Also beispielsweise: „Sie haben bei diesem Projekt wirklich viel Engagement gezeigt. Vielen Dank für die gute Arbeit Herr/Frau XY.“

X wie XX-Chromosom

Obwohl sich die Gleichberechtigung in den letzten Jahrzehnten immer mehr durchgesetzt hat und wir nicht mehr zu Zeiten des Freiherrn von Knigge leben, gelten manche Verhaltensregeln zwischen Frauen und Männern noch lange nicht als altmodisch. Der Dame hält man die Tür auf, hilft ihr in den Mantel und rückt ihr den Stuhl heran – auch beim Hinaufgehen der Treppen geht sie vor, damit der Mann sie nötigenfalls auffangen und vor einem Sturz schützen kann.

All diese Benimmregeln sind immer noch gern gesehen – zumindest im privaten Umfeld. Doch wie ist das eigentlich im Büro? Ganz einfach: anders.

Nicht das Geschlecht entscheidet hier, sondern die Rangfolge. So gilt es den Vorgesetzten vor einem Sturz zu schützen und diesen demnach vorgehen zu lassen – die Sekretärin wird auch nicht vor dem Geschäftsführer begrüßt und die Tür wird dem Ranghöheren aufgehalten, selbst wenn eine Frau sie aufhalten muss. Denn mittlerweile gehört es auf den Geschäftsfluren zum guten Ton, wenn auch weibliche Mitarbeiterinnen Taktgefühl und Manieren beweisen.

Frauen sollten sich demnach ebenso erheben, wenn jemand den Raum betritt und sie dürfen auch dem männlichen Gast mal in den Mantel helfen. Den Stuhl sollten Sie Ihrem Chef jedoch nicht ran rücken – egal welches Geschlecht er hat.

Y wie Yucca-Palmen

Die Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes beeinflusst sowohl Ihr Wohlbefinden wie auch das Bild, das andere von Ihnen bekommen. Das fängt bei der Ordnung Ihres Schreibtisches an und kann bis hin zur Pflanzenwahl, -Pflege und -Platzierung reichen. Steht Ihre Yucca-Palme also in einer dunklen Ecke und lässt kraftlos die braunen Blätter hängen, kann sich dieses traurige Bild auf Sie und die Besucher Ihres Raumes auswirken. Zudem: Wie verantwortungsbewusst wirkt die Führungskraft, wenn sie sich nicht einmal um ein so genügsames Pflänzchen kümmern kann?

Es gilt also nicht nur den Schreibtisch einigermaßen ordentlich und sauber zu halten, sondern auch das Drumherum. Selbst wenn die Räumlichkeiten einmal pro Woche gereinigt werden, sollten Sie Papierschnipsel oder abgefallene Blätter Ihrer Büropflanzen aufsammeln, wenn sie Ihnen ins Auge stechen.

Darüber hinaus ist eine geschmackvolle Einrichtung – sofern hier Mitspracherecht besteht – ein gutes Aushängeschild, um Ihre Stilsicherheit zu beweisen. In einem freundlichen, offenen und gemütlichen Ambiente werden auch die Gesprächspartner gleich anders reagieren als in einem kargen, gefängniszellenähnlichen Raum.

Das heißt aber nicht, dass Sie sich ein zweites, privates Wohnzimmer zaubern sollen. Kuscheldecken, Herzchen-Bilderrahmen oder ein Schrein Ihres Lieblingsfußballvereins haben im Büro nichts verloren. Stattdessen können Sie schon mit einem Familienporträt und einem frischen Blumenstrauß oder der geschickt positionierten Lieblingspflanze die Atmosphäre heben.

Aber Achtung: Der Arbeitsplatz ist nicht nur kein Wohnzimmer, er ist auch kein Gewächshaus. Mit den Yucca-Palmen sollten Sie es demnach auch nicht übertreiben. Stellen Sie Ihr Büro also nicht unbedingt mit 50 zu, selbst wenn sie kräftig, grün und perfekt arrangiert sind.

Weitere Artikel aus der Serie:

  1. Business-Knigge von A bis Z: Teil I
  2. Business-Knigge von A bis Z: Teil II
  3. Business-Knigge von A bis Z: Teil III
  4. Business-Knigge von A bis Z: Teil IV
  5. Business-Knigge von A bis Z: Teil V
  6. Business-Knigge von A bis Z: Teil VI
  7. Business-Knigge von A bis Z: Teil VII
  8. Business-Knigge von A bis Z: Teil VIII
  9. Business-Knigge von A bis Z: Teil IX

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