Beispiel für einen Lebenslauf in umgekehrter, chronologischer Reihenfolge.

Beispiel für einen Lebenslauf in umgekehrter,
chronologischer Reihenfolge.
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Der Lebenslauf ist das wichtigste Dokument in Ihrer Bewerbungsmappe. Es vermittelt dem Personaler auf einen Blick, ob Sie die entsprechenden fachlichen Qualifikationen für die Stelle mitbringen. Verfehlt das Schreiben diesen Zweck, ist es unstrukturiert und zu ungenau, wird Ihre Bewerbung schnell auf dem Stapel für Absagen landen. Deshalb haben wir Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt, worauf Sie beim Lebenslauf achten sollten.

Grundsätzliches und Aufbau:

  • Das Papier darf weder Knicke noch Flecken aufweisen.
  • Wählen Sie die gleiche Schriftart und -Größe wie im Anschreiben.
  • Gestalten Sie eine Kopfzeile, die Namen, Anschrift, Telefon- und Mobilnummer, sowie Ihre E-Mail-Adresse enthält. Die Kopfzeile sollten Sie gegebenenfalls von Ihrem Anschreiben übernehmen, damit Sie nicht zwei unterschiedlich formatierte Kopfzeilen haben. Entscheiden Sie sich gegen eine Kopfzeile, gehören die Kontaktdaten entweder auf das Deckblatt oder unter den Punkt „Persönliche Daten“ in den Lebenslauf.
  • Die angegebene E-Mail-Adresse sollte seriös klingen und möglichst Ihren Namen enthalten. Spitznamen und Zahlenabfolgen wirken hingegen unseriös. Richten Sie nötigenfalls ein Freemail-Konto für die Bewerbungen ein.
  • Achten Sie darauf, dass alle Kontaktdaten korrekt sind.
  • Wählen Sie einen übersichtlichen Aufbau für Ihren Lebenslauf. Experten aus dem Personalwesen raten dabei vermehrt zur umgekehrt chronologischen Form, bei der die letzte Tätigkeit/Ausbildungsstation zuerst genannt wird. Dies ist vor allem dann empfehlenswert, wenn Sie schon mehrere Jahre im Berufsleben stehen – die Zeit in der Grundschule interessiert in diesen Fällen kaum noch jemanden.
  • Egal, welche Reihenfolge Sie wählen, sie sollte logisch sein. Stellen Sie sicher, dass ein Außenstehender sofort finden kann, wonach er sucht. Wählen Sie demnach prägnante Überschriften, die die jeweiligen Etappen strukturieren und unterteilen.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Überschriften, Unterpunkte und Daten gleich formatiert sind.
  • Der Lebenslauf sollte nicht länger als zwei DIN A4 Seiten sein, es sei denn, Sie fügen noch eine dritte Seite als Motivationsschreiben oder eine Aufzählung stellenrelevanter Projekte ein.

Inhalt:

  • Falls kein Deckblatt vorhanden ist, sollten Sie Ihr Bewerbungsfoto dem Lebenslauf beifügen. Wenn Sie sich im Ausland bewerben, sollten Sie bedenken, dass Fotos im englischsprachigen Raum eher unüblich sind. Darüber hinaus sollte das Bild ansprechend und freundlich, aber dennoch professionell sein.
  • Sofern Sie kein Deckblatt beifügen, gehören einige persönliche Angaben auf den Lebenslauf. Unter anderem das Geburtsdatum und der Geburtsort, sowie der Familienstand und die Zahl Ihrer Kinder. Wenn Sie keine Kinder haben, sollten Sie diesen Punkt natürlich auslassen und nicht „Null“ dahinter schreiben. Die Staatsangehörigkeit können Sie dazuschreiben, sofern Sie jedoch im Ausland einen Job annehmen wollen und eine andere Staatsangehörigkeit haben, müssen (!) Sie sie hinzufügen.
  • Je nachdem welche Form Sie gewählt haben, beginnen Sie damit die einzelnen Stationen Ihrer beruflichen und schulischen Laufbahn kurz und prägnant wiederzugeben. Dazu gehören jeweils auch die Monats- und Jahreszahlen währenddessen Sie der entsprechenden Tätigkeit nachgegangen sind.
  • Nach diesen Stationen folgen Ihre Kenntnisse. Sprach- und Computer-/EDV-Kenntnisse gehören in jeden Lebenslauf. Die EDV-Kenntnisse können dabei jedoch variieren. Beispielsweise sollten Sie hier nicht nur Microsoft Office erwähnen, wenn andere Programme oder Hardware-Kenntnisse in der Stellenausschreibung gefordert sind. Darüber hinaus können Sie weitere Punkte aufführen, die direkt mit der Stellenbeschreibung zusammenhängen (beispielsweise technische oder handwerkliche Kenntnisse).
  • Zu den einzelnen Kenntnissen gehört immer die Aussage über den Kenntnisstand. Wie gut beherrschen Sie die Sprache oder das Computerprogramm? Aber Achtung! Wer hier schummelt, kann im Vorstellungsgespräch ein böses Erwachen haben, wenn diese Fähigkeiten abgefragt werden.
  • Nach den Kenntnissen können Sie noch Stellenrelevante weitere Punkte einfügen, wie beispielsweise erfolgreiche Teilnahmen an Wettbewerben oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Dies kann unter dem Punkt „Sonstiges“ gegliedert werden.
  • Noch immer ist es gang und gäbe, dass im Lebenslauf die Hobbies aufgeführt werden. Hier sollten Sie aber nicht unbedingt „Bier trinken und Fußball gucken“ hinschreiben – das macht keinen sonderlich guten Eindruck. Der Lebenslauf ist kein online Profil und die Hobbies sollten demnach eher einen positiven Aspekt auf Ihre Persönlichkeit werfen. So zeugen Angaben wie „Joggen gehen“ oder „schwimmen“ von Ausdauer, Disziplin und Fitness – „reisen“ zeugt davon, dass Sie kulturell bewandert sind und „lesen“ natürlich von Intelligenz und literarischen Kenntnissen.
  • Am Ende des Lebenslaufs dürfen Datum, Ort, Unterschrift und Name nicht fehlen. Das Datum muss unbedingt mit dem Datum des Anschreibens übereinstimmen.

Wichtige Daten und unwichtige Daten:

  • Die angegebenen Monats- und Jahreszahlen sollten genauso korrekt sein, wie die jeweiligen Beschäftigungsverhältnisse oder Studienangaben. Viele Personaler kennen die Tricks, mit denen Lücken kaschiert werden und könnten bei Ungereimtheiten recherchieren, ob Sie wirklich dort tätig waren/dort studiert haben.
  • Lassen Sie möglichst keine Lücken im Lebenslauf. Führen Sie demnach auch auf, wenn Sie Arbeitssuchend gewesen waren – so etwas kommt mittlerweile in den besten Lebensläufen vor. Lücken machen hingegen stutzig.
  • Falls Sie längere Zeit arbeitslos waren, führen Sie auch eventuelle Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen oder Nebentätigkeiten auf, die Sie währen dieser Zeit absolviert haben.
  • Denken Sie daran, dass auch der Lebenslauf auf die Stelle zugeschnitten sein sollte. Eventuelle Praktika, Nebenberufliche Tätigkeiten oder Hobbies sollten einen Bezug zum gewünschten Arbeitsverhältnis haben. Ob Sie während Ihres Studiums vor zehn Jahren Zeitungen ausgetragen haben, ist beispielsweise für eine Position im Management weniger interessant als etwaige Beschäftigungen in ähnlichen Bereichen oder Weiterbildungen auf diesem Gebiet.
  • Früher war es Usus die Berufe der Eltern und Geschwister aufzuführen. Mittlerweile kann dies ohne schlechtes Gewissen herausgelassen werden. Nur in manchen Betrieben kann es Ihnen einen Pluspunkt bringen, wenn die Familie in einer ähnlichen Branche tätig ist. Im Zweifelsfall aber lieber auslassen – vor allem, wenn Sie bereits über 30 sind und selbst fest im Berufsleben stehen.
  • Wie immer bei den Bewerbungsdokumenten sollten Sie am Ende nochmal alles kontrollieren. Eventuell haben sich auch Schreibfehler bei Tätigkeiten oder Firmennamen eingeschlichen? Gehen Sie deshalb noch einmal gründlich Ihren Lebenslauf durch.

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  1. Christopher

    Mit dieser gelungenen Checkliste kann beim Lebenslauf ja eigentlich nichts mehr schief gehen. Einen ergänzenden Punkt hätte ich allerdings dennoch:
    Sollte die Bewerbung online oder per E-Mail erfolgen, so sollten alle Dokumente der Bewerbung (Deckblatt, Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, etc.) als optimierte PDF-Datei versendet werden. Dadurch kann der Empfänger der Bewerbung die Dokumente schneller herunterladen und spart somit Zeit. Damit sich der Personaler auf Anhieb mit den Bewerbungsdokumenten zurechtfindet, sollten diese darüber hinaus sauber und sprechend benannt werden (bspw. lebenslauf-max-mustermann.pdf).

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