In Deutschland gibt es mehr Mobiltelefone als Menschen. Jeder Dritte besitzt ein Smartphone und die meisten sind mit ihren internetfähigen Gadgets regelrecht verwachsen. Da stellt sich die Frage, wie man Handys und Co. beruflich möglichst stilvoll nutzt, ohne den ungeschriebenen Smartphone-Knigge zu verletzen. Hier sind die wichtigsten Grundregeln.

Beachten Sie handyfreie Zonen

Hände mit Handys im RestaurantEigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch nicht jeder richtet sich nach entsprechenden Hinweisschildern, offiziellen Vorschriften oder dem allgemeinen Anstandsgefühl. Im Krankenhaus haben Mobiltelefone ausgeschaltet zu sein, genauso wie in Kirchen, an Bord von Flugzeugen während Start- und Landevorgänge sowie natürlich am Steuer von Autos. Das entsprechende Bußgeld wurde gerade auf 70 Euro erhöht. Fast immer gibt es für handyfreie Zonen gute Gründe, also halten Sie sich daran!

Privates privat bleiben lassen

Wenn am Arbeitsplatz das Privathandy klingelt, verlässt man kurz das Büro, um andere nicht zu stören. Damit minimiert man nicht nur die Belästigung anderer, man schätzt auch Vertraulichkeiten. Wer in der Öffentlichkeit telefoniert, kann sich nie sicher sein, wer zuhört. Wo es keine Rückzugsmöglichkeiten gibt, also etwa im Zug, ist besondere Diskretion angebracht. Gleiches gilt auch für Geschäftstelefonate.

Nervfaktor Klingelton

Dass alberne, laute oder besonders penetrante Klingeltöne privat wie geschäftlich ein No-Go sind, sollte eigentlich jedem klar sein. Doch manche Zeitgenossen sind da ausgesprochen schmerzfrei. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie erläutern mit Ihrem Bankberater die Finanzierung Ihres Eigenheims, als sein Smartphone zum Klang des Crazy Frogs zu plärren beginnt. Schätzen Sie die Kompetenz Ihres Beraters danach höher oder niedriger ein? Laut Smartphone-Knigge ist bei Klingeltönen Zurückhaltung das oberste Gebot.

Musik nie Lautsprecher hören

Nutzen Sie die Lautsprecher ihres Telefons oder Tablets nur, wenn die abgespielte Audio- oder Videodatei für die Ohren aller Anwesenden bestimmt ist. Ansonsten sollten Sie stets auf Kopfhörer zurückgreifen – wobei auch Kopfhörer nach außen meist nicht wirklich schalldicht sind.

Nicht dauernd aufs Handy starren

Sowohl im privaten wie auch im professionellen Umfeld gilt es als unhöflich, sich permanent mit seinem Smartphone zu beschäftigen. Selbst wenn die Präsentation, der man gerade beiwohnt, nicht gerade fesselnd vorgetragen wird, ist es dennoch respektlos, den Referenten derart mit Missachtung zu strafen. Dass man sich im Beisein anderer möglichst wenig mit Mobiltelefon oder Tablet beschäftigen sollte, gilt besonders…

Es nicht benutzen, während man mit anderen in Kontakt tritt

… wenn man gerade mit Anwesenden interagiert. Also an der Kasse beim Einkaufen oder wenn man von einem Kollegen etwas gefragt wird. Faustregel aus dem ungeschriebenen Smartphone-Knigge: Die Kommunikation mit Anwesenden sollte stets Vorrang haben.

Bei schlechtem Empfang Ruhe bewahren

Wenn die Telefonverbindung schlecht ist, sollte man das Gespräch verschieben. Hastig nach einem Platz mit besserem Empfang zu suchen kann Umstehende genauso nerven wie, betont laut und deutlich zu sprechen.

Im Restaurant nicht auf den Tisch legen

Das richtige Verhalten im Gastronomiebereich hängt stark von der Art des Etablissements ab. In einem Szenecafé wird niemand etwas dagegen haben, wenn Sie zwischendurch eine Kurznachricht verschicken; im Restaurant hingegen sollte man sein Smartphone nicht auf den Tisch legen und am besten auf lautlos stellen.

Missverständnissen vorbeugen

Wer viel über SMS, Mails oder WhatsApp-Nachrichten kommuniziert kennt das Phänomen: Feinheiten und Zwischentöne kommen nicht richtig an, man wird leicht missverstanden und hin und wieder verschickt man einen Gruß auch mal an Petra Meier statt an Peter Meyer. Bemühen Sie sich im Geschäftsbereich aller Hektik zum Trotz um Klarheit und Unzweideutigkeit, prüfen Sie das Adressfeld und ob ein Telefonat nicht doch die bessere Alternative wäre.

Termine einhalten

Es hat sich eingebürgert, Termine eher unverbindlich zu vereinbaren: „Wir treffen und Mittwoch zum Lunch, aber lass uns noch mal kurz vorher telefonieren.“ Was passiert? Das Telefonat kommt nicht zustande, stattdessen bekommt man eine nichtssagende SMS und womöglich fällt das Treffen in letzter Minute flach. Versuchen Sie, solche Situationen zu vermeiden und treffen Sie eindeutige Verabredungen. Manchmal besteht die beste Nutzung eines Smartphones darin, dessen Möglichkeiten nicht zu nutzen.

Nicht ungefragt fotografieren

Sicher ist es reizvoll, jedem Kontakt in Ihrem Diensthandy ein entsprechendes Foto zuordnen zu können. Aber wenn sie das Bild von Herrn Schneider aus der Buchhaltung nicht aus dem Intranet extrahieren können, heißt das nicht, dass Sie ihn in der Kantine ungefragt mit dem Telefon ablichten dürfen.

Andere nicht maßregeln

Wer telefoniert oder sein Handy anderweitig benutzt, sollte Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen, nicht andersherum. Das ist die Essenz des Smartphone-Knigges. Bitten Sie (außer in Ausnahmesituationen) nicht andere barsch um Ruhe, sondern suchen Sie sich ein ruhiges Plätzchen. Wer die Welt außerhalb seines 4-Zoll-Bildschirms nicht aus den Augen verliert, der kann alle Vorteile moderner Kommunikationsmittel nutzen, ohne die Nachteile schlechten Benehmens befürchten zu müssen.

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