Für viele ist die Selbstständigkeit ein großer Traum. Er verspricht Erfolg, Selbstbestimmung und mehr Freiheiten – aber gerade wenn man sich voller Übermut in die Existenzgründung wirft und die Planung nicht so genau nimmt, kann man sich schnell in einem Albtraum von Schulden, Stress und Insolvenz(en) wiederfinden. Wir geben Ihnen deshalb fünf Tipps, was Sie vor dem Weg in die Selbstständigkeit beachten sollten.  

 1.  Wer bin ich?

Selbst wenn viele die große Freiheit in der Unternehmensgründung sehen – ganz so einfach ist es nicht. Sie sollten sich vorher bewusst darüber sein, dass erst einmal viel harte Arbeit und vor allem zu Beginn sehr viele Unsicherheiten auf Sie zukommen. Fragen Sie sich deshalb, ob Sie wirklich ein Gründertyp sind. Wie gehen Sie beispielsweise mit Stress, unregelmäßigen Arbeitszeiten, 60-Stunden-Wochen und einem ungewissen Einkommen um?

Zusätzlich zu diesen Fragen sollte man noch umfassender prüfen, ob man die grundlegenden Eigenschaften besitzt, um ein erfolgreicher Unternehmer sein zu können. Dafür bieten sich Seminare oder Selbsttests, wie beispielsweise vom Betriebswirtschaftlichen Institut für empirische Gründungs- und Organisationsforschung e.V., an. Daneben sollten Sie auch grundlegende kaufmännische Fähigkeiten besitzen, beispielsweise zur Kalkulation Ihrer Einnahmen und Ausgaben. Diese Grundkenntnisse kann man sich in Schulungen und Weiterbildungen aneignen, die teilweise von der Bundesagentur für Arbeit angeboten werden.

 2.  Was will ich?

Hat man die Frage geklärt, ob man grundsätzlich für die Selbstständigkeit bereit ist, sollte man sich natürlich immer überlegen, was man überhaupt möchte. Also in welcher Branche wollen Sie arbeiten und was erhoffen Sie sich vom eigenen Unternehmen? Wo soll die Selbstständigkeit einmal hinführen? Was ist das persönliche und unternehmerische Langzeitziel?

Darüber hinaus sollten Sie sich überlegen, wie Sie Ihren Schritt in die Selbstständigkeit gestalten wollen. Wollen Sie alleine oder im Team ein Unternehmen gründen? Wollen Sie eine bestehende Firma aufkaufen, als Franchisenehmer anfangen oder selbst etwas Neues entstehen lassen?

Jede dieser Möglichkeiten bringt Vor- und Nachteile, die Sie genau abwägen.

 3.  Wie gut ist meine Geschäftsidee?

Bevor Sie Ihr ganzes Pulver verschießen, nur um hinterher festzustellen, dass Sie gegen die Konkurrenz am Markt nicht bestehen können oder das Ihre Idee nicht ausgereift genug ist, sollten Sie im Vorhinein prüfen, ob Sie mit dem Produkt grundsätzlich Erfolg haben können. Durchleuchten Sie dafür die potenziellen Mitbewerber, überlegen Sie sich die Zielgruppe und wie groß diese ist. Haben Sie vielleicht schon durch Ihr bisheriges Berufsleben einen Kundenstamm, der an dem Produkt interessiert sein könnte?

Scheuen Sie sich auch nicht davor, den Kontakt zu anderen Gründern zu suchen und sie um Rat zu fragen.

 4.  Wie setze ich die Idee um?

Haben Sie die Idee auf Herz und Nieren geprüft, müssen Sie sie einen Geschäftsplan ausarbeiten, damit Sie immer einen guten Überblick über ihr Vorgehen behalten. Zudem sollten Sie mit dem Businessplan auch andere von Ihrer Idee überzeugen können. Er muss verdeutlichen, was Ihr Unternehmen erfolgreich machen soll und welche Schritte dafür geplant sind. Schon im Businessplan müssen Sie die Idee als Produkt verkaufen können, um andere zu begeistern. Dazu gehört nicht nur eine knackige und spannende Formulierung, die das Konzept möglichst schnell und deutlich auf den Punkt bringt, sondern auch ein ansprechendes Design. Nutzen Sie daneben auch Fakten, beispielsweise aus aktuellen Studien zum Thema, um die Relevanz des Produktes am Markt zu zeigen.

Einige hilfreiche Tipps zum Erstellen des Businessplans erhalten Sie auch beim Bundesministerium für Wirtschaft.

5.  Wie finanziere ich die Unternehmensgründung?

Grundsätzlich sollten Sie vor der Gründung eines Unternehmens genug finanzielle Reserven haben, um die ersten Monate auch davon leben zu können. Denn kaum ein Gründer verdient am Anfang so gut, als dass er sich seinen Lebensunterhalt davon finanzieren könnte.

Darüber hinaus gibt es diverse Möglichkeiten zur Förderung und Finanzierung von Neugründungen. Einerseits ist dies über Investoren aus der Branche oder über den Dachverband des deutschen Business Angels Marktes möglich, bei dem vermögende Privatpersonen mit unternehmerischen Kenntnissen als Kapitalgeber kontaktiert werden können. Anderseits gibt es staatliche Subventionen  wie den Existenzgründerzuschuss oder das Einstiegsgeld.

Damit Sie nicht in die private Insolvenz stürzen, gehört ein umfassender Finanzplan immer zu einer erfolgreichen Firmengründung dazu. Dabei sollten Sie auch einen Notfallplan für schlechte Zeiten erstellen.

Haben Sie die Frage des Grundkapitals geklärt, können Sie den nächsten Schritt auf dem Weg zur Selbstständigkeit wagen: Den Gang zu den Ämtern.


Lesen Sie auch:

Der Traum vom eigenen Unternehmen II  – Vom Businessplan bis zur Unternehmenseröffnung

Der Traum vom eigenen Unternehmen III – Von der Unternehmensgründung zum dauerhaften Erfolg

Der Traum vom eigenen Unternehmen IV – Von der Unternehmensgründung zum dauerhaften Erfolg

 

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  1. Thomas H.

    Super gute Zusammenfassung! Ich selbst überlege schon seit geraumer Zeit, ob ich mich selbständig machen soll, nur leider fühle ich mich nicht genügend informiert. Ich hatte mir meine ersten Infos hier (http://bit.ly/VJI2h4) geholt. Ich denke, dass viele auf Grund einer mangelhaften Beratung vor einer Existenzgründung zurück schrecken – meiner Meinung nach total berechtigt. Aber genau wegen diesen Anlasses, versuche ich mich immer wieder weiter zu bilden. Und genau das kann ich auch nur weiter empfehlen. Nach langem Suchen findet man dann doch irgendwann das Richtige für sich selbst.

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