Arbeiszeugnis mit HandArbeitszeugnisse müssen wohlwollend formuliert sein. Ist der Chef jedoch unzufrieden, lässt er Abschnitte aus, baut Rechtschreibfehler und unterschwellige Kritik ein. Damit Ihr Arbeitszeugnis nicht nur eine gute Note, sondern auch eine gute Form vorweisen kann, sagen wir Ihnen heute auf welche Punkte Sie achten müssen und was in einem qualifizierten Arbeitszeugnis nicht fehlen sollte.

Form

  • Das Arbeitszeugnis sollte auf Firmenbriefpapier gedruckt sein, auf dem Name, Rechtsform und Anschrift des Ausstellers zu finden sind.
  • Der Umfang sollte sich je nach Dauer und Position der Beschäftigung auf ein bis zwei DINA4-Seiten belaufen.
  • Die Formatierung sollte so gewählt sein, dass keine großen Lücken oder Unterschiede in den Zeilenlängen entstehen.
  • Prüfen Sie Ihr Zeugnis auf Einheitlichkeit sowie auf Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler. Beispielsweise sollten Sie darauf achten, ob die Daten einheitlich verfasst sind. (3. Februar 2013 oder 3.2.2013 oder 03. Februar 2013)
  • Das Originaldokument sollte weder Knicke noch Flecken haben – sonst sind diese hinterher auch auf den Kopien zu sehen.

Wertungsfreier Inhalt

  1. Überschrift:  Achten Sie darauf, dass in der Überschrift „Arbeitszeugnis“, „Zeugnis“ oder „Zwischenzeugnis“ steht, aber niemals „Beurteilung“.
  2. Einleitung: Werden im einleitenden Satz Vor- und Zuname, Geburtsort und das Geburtsdatum des Zeugnisempfängers sowie die korrekte Dauer des Beschäftigungsverhältnisses genannt?
  3. Unternehmensbeschreibung (optional): Hier wird das Unternehmen kurz vorgestellt, Mitarbeiterzahl, Branche und Standort sollten Erwähnung finden.
  4. Werdegang: Die jeweiligen Stationen während Ihrer Karriere im Unternehmen sollten genannt und datiert sein. Zudem sollten Kernaufgaben der jeweiligen Position aufgeführt sein.
  5. Aufgabenbeschreibung: Die Hauptaufgaben während der Beschäftigungszeit werden in hierarchischer Reihenfolge (das Wichtigste zuerst) aufgelistet.

Leistungsbeurteilung

  1. Arbeitsbereitschaft/-Motivation: Hier wird das Engagement und Pflichtbewusstsein oder die Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft beschrieben.
  2. Arbeitsbefähigung: Wie ausdauernd und belastbar waren Sie als Mitarbeiter?
  3. Fachkenntnisse: Unter diesem Punkt sollte beurteilt sein, wie ausgeprägt das entsprechende Fachwissen ist und ob es in der Praxis angewendet werden konnte.
  4. Arbeitsweise: Haben Sie Aufgaben selbstständig, effizient und zuverlässig ausgeführt?
  5. Arbeitsergebnisse: Hier gehören keine Beispiele hin, sondern die Aussage, ob Sie die Aufgaben gut abgeschlossen und somit positive Ergebnisse erzielt haben.
  6. Herausragende Leistungen (optional): Falls Sie in einem Bereich besonders überdurchschnittliche Erfolge erzielt haben oder beispielsweise durch ihre freundliche Art einen großen Kundenstamm aufbauen konnten, sollte es hier aufgeführt werden.
  7. Führungsleistung (bei führenden Positionen): Bei Führungskräften darf die Beurteilung nicht fehlen, ob Sie Ihre Position als Vorgesetzter gut ausgeübt haben.
  8. Leistungszusammenfassung: Hier wird die Note der jeweiligen Bereiche zusammengefasst. Beispiel Note 2: XY hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollsten (alternativ: stets zu unserer vollen) Zufriedenheit erfüllt.

Verhalten

  1. Internen gegenüber: Achten Sie darauf, dass Ihr Verhalten zu Vorgesetzte und Kollegen aufgeführt ist. Die Vorgesetzten sollten dabei vor den Kollegen stehen. Andernfalls könnte es den Eindruck erwecken, Sie hätten sich mit den Kollegen gut verstanden, aber mit den Vorgesetzten Probleme gehabt.
  2. Externen gegenüber: Teilweise werde Interne und Externe in einem Satz zusammengefasst. Falls dies nicht geschieht, wird in einem weiteren Satz erwähnt, wie das Verhalten gegenüber Geschäftspartnern und/oder Kunden war.
  3. Sonstiges Verhalten: Weitere Aspekte Ihres Verhaltens, wie beispielsweise eine freundliche und vertrauenswürdige Art, werden an dieser Stelle genannt. Aber, Achtung! Hier können sich auch Sätze wie: „XY zeigte im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzte eine durchweg erfrischende Offenheit“, verbergen, was bedeutet, dass der- oder diejenige vorlaut und frech war.

Schlussformel:

  1. Beendigungsgrund: Rechtlich gesehen darf der Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht direkt, beziehungsweise nur mit Zustimmung des Mitarbeiters genannt werden. Aussagen wie „verließ uns auf eigenen Wunsch“, sind jedoch unbedenklich. Bei einem Zwischenzeugnis sollte der Grund benannt sein, warum das Dokument ausgestellt wurde.
  2. Bedauerns- und Dankesformel: Wird in einem Zeugnis nicht das Bedauern, dass der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, zum Ausdruck gebracht, wertet das gleich das Zeugnis ab. Ebenso und noch stärker fällt es einem Personaler auf, wenn der Dank für die gute Arbeit fehlt.
  3. Zukunftswünsche: Mindestens genauso wichtig wie der Dank, sind auch die Wünsche für den weiteren beruflichen und privaten Weg. Diese sollten zwar in keinem Zeugnis fehlen, allerdings ist der Arbeitgeber auch nicht verpflichtet sie aufzunehmen. Fehlen in der Schlussformel Bedauerns- und Dankesformel sowie die Zukunftswünsche, bleibt nur freundlich beim Arbeitgeber nachzufragen, ob er sie noch aufführen würde.

Daneben darf der Arbeitgeber keine Äußerungen, ob offen oder mittels der positiven „Geheimsprache“, zu folgenden Themen machen:

  • Außerdienstliches Verhalten
  • Vorkommnisse aus dem Privatleben
  • Betriebsratstätigkeiten (ausgenommen der Arbeitnehmer wünscht es)
  • Kündigungsschutzklagen
  • Schwangerschaft, Mutterschutz
  • Gewerkschaftszugehörigkeit
  • Parteimitgliedschaft
  • Nebentätigkeit
  • Schwerbehinderteneigenschaft
  • Gesundheitszustand
  • Krankheitsbedingte Fehlzeiten (außer sie machten mehr als die Hälfte der Beschäftigungszeit aus)
  • Straftaten (wenn sie nicht unmittelbar das Arbeitsverhältnis berühren)
  • Verdacht auf strafbare Handlungen
  • Streik und Aussperrung

Wird eines dieser Themen erwähnt, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Satz zu streichen. Ansonsten können Sie gerichtliche Schritte gegen ihn einleiten.

Falls Sie sich trotz allem nicht sicher sind, ob Ihr Arbeitszeugnis gut ausgefallen ist und alle wichtigen Punkte umfasst, bieten diverse Anwälte und Personalmanagement-Experten einen Zeugnischeck an. Dies kostet Sie zwar etwas Geld, bewahrt Sie jedoch davor, sich Karrierechancen durch ein schlechtes Zeugnis zu verbauen.

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  1. Sonam

    Das Problem ist nur, dass die so erstellten Arbeitszeugnisse nicht immer ztffeurend sind. Und das haben sie nun einmal zu sein. Wohlwollend zwar, aber gleichwohl wahr.

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