Konflikte sind nichts Schlimmes. Sachlicher ausgetragener Streit kann zu neuen Ideen verhelfen. Unternehmen mit einer funktionierenden Kultur des Ringens um die beste Lösung sind produktiver und innovationsstärker. Werden Streitigkeiten jedoch nicht gelöst oder gären gar persönliche Konflikte zwischen Mitarbeitern, kann das für die Betroffenen gesundheitliche Konsequenzen haben – und für das Unternehmen richtig teuer werden. Schlechte Stimmung führt auf Dauer zu schlechten Ergebnissen.

Wie geht man also mit persönlichem Streit im Büro um? Konflikte können zwar unterschiedlichste Ursachen haben, einige Tipps lassen sich dennoch fast immer erfolgreich beherzigen. Was Sie beim Streit schlichten beachten sollten:

Verschaffen Sie sich einen Überblick

Zwei Kollegen geraten in lautstarken Streit. Es fallen Sätze wie „Sie haben doch keine Ahnung!“,  „Das ist immer das Gleiche mit Ihnen!“ oder „Sie machen das doch mit Absicht!“ In so einer Situation sollten Sie die Ruhe bewahren und herausfinden, worum es eigentlich geht. Hören Sie unbedingt beide Streitenden an.

Sprechen Sie beim Streit schlichten in der ersten Person

Machen Sie den Konfliktparteien keine Vorwürfe, sonst igeln sie sich in ihrem Zorn ein und blocken Schlichtungsversuche ab. Wenn Sie Ihre Vorschläge und Hinweise in der ersten Person formulieren, lenken Sie die Aufmerksamkeit der Streitenden auf sich und eröffnen außerdem eine neue Sicht auf den Konflikt. Gelingt es Ihnen Ihre Gegenüber dazu zu bringen, sich in Ihre Perspektive zu versetzen, ist schon der erste Schritt getan, das Geschehen auf eine sachliche Ebene zu bringen.

Suchen Sie Lösungen, keine Schuldigen

Zur Versachlichung trägt es auch bei, wenn Sie die Schuldfrage des Streits ausklammern. Suchen Sie die Ursache des Konflikts, nicht den Verursacher. Gehen Sie daher keinesfalls darauf ein, wenn sich die Streitenden gegenseitig beschuldigen oder böse Absichten unterstellen. Betrachten Sie sie, egal wie aufgeheizt die Stimmung ist, nicht in erster Linie als Störenfriede. Identifizieren Sie das Kernproblem und arbeiten Sie an einer Lösung.

Finden Sie die gemeinsamen Ziele heraus

Einer dauerhaften Klärung des Konflikts kommen Sie nicht näher, wenn Sie ihn einfach mit einem Machtwort „abwürgen“. Schreiten Sie bei Beleidigungen und Unterstellungen ein, bloß können Sie es nicht dabei bewenden lassen. Selbst wenn Sie die Streitenden kurzfristig auseinander bringen, müssen Sie den zugrunde liegenden Konflikt auräumen, sonst wird er irgendwann wieder hervor brechen. Dafür sind Sie auf Kooperation angewiesen. Finden Sie also eine gemeinsame Grundlage. Was sind die Wünsche aller Beteiligten? Was ist Ihrer aller Ziel?

Vertagen Sie sich

Wenn es Ihnen nicht ad hoc gelingt, die Ursache des Problems zu beseitigen, sollten Sie die Streitenden weder einfach ihrer Wege ziehen lassen, noch sie auf Biegen und Brechen zu einer Lösung zwingen. In einem solchen Fall ist es meist besser, sich auf einen konkreten Termin zu vertagen. Wenn der Staub sich etwas gelegt hat, wird das Streit schlichten leichter gelingen. Und wenn erst alle wieder an einem Strang ziehen, stellen sich auch im Unternehmen neue Erfolge ein.

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