Alle Jahre wieder holen Väter und Nicht-Väter den Bollerwagen aus dem Schuppen und begeben sich an Christi Himmelfahrt auf Vatertags-Tour. Einen Tag lang trinken, scherzen und aus dem Businessleben ausbrechen. Aber wie viel Bier darf eigentlich fließen, bevor man am Tag danach den Ansatz eines Bierbauches entdeckt? Und kommt so ein Bierbauch überhaupt vom Bier?

Personal Trainer und Fitnesscoach Dennis Matthaei hat im Interview grundsätzliche Fragen zum Thema Gesundheit und Alkohol beantwortet.

Selfmade-Erfolg: Man hört es immer wieder: Alkohol macht dick. Aber inwiefern schadet es der Figur wirklich?


Dennis Matthaei: Alkohol ist grundsätzlich ein Zellgift, das den Stoffwechsel blockiert. Der Körper kümmert sich primär um den Abbau des Alkohols, weshalb zum Beispiel Kohlenhydrate und Fette in dieser Zeit nicht verstoffwechselt werden. Da man nicht nur ein Bier trinkt, sondern trotzdem die gewohnten Mahlzeiten zu sich nimmt, können diese Mahlzeiten nicht mehr wie gewohnt verarbeitet werden: Man nimmt zu.

Selfmade-Erfolg: Nur von Bier würde man also nicht zunehmen?

Dennis Matthaei: Bei zu viel Bier schon. Ein Gramm Alkohol hat jeweils sieben Kilokalorien. Bier enthält außerdem noch Zucker, das heißt ein Liter Bier hat zirka 450 kcal. Der zwei-Kilometer-Marsch mit dem Bollerwagen verbraucht aber beispielsweise nur knapp 150 kcal.

Selfmade-Erfolg: Das heißt, der berühmte Bier-Bauch kommt wirklich vom Bier?

Dennis Matthaei: Der sogenannte Bierbauch ist ja meistens rund und etwas fester. Das sind eher Fettablagerungen in der Magengegend, die nicht unbedingt vom Biergenuss kommen müssen. Wenn man aber jeden Abend eine Flasche trinkt, nimmt man zusätzliche Kalorien auf und das führt automatisch zu einer Gewichtszunahme. Somit kann der Bierbauch auch vom übermäßigen Alkoholkonsum kommen.

Selfmade-Erfolg: Trotzdem trinken einige Sportler nach dem Wettkampf ein alkoholfreies Weizen. Ist das nicht ungesund und eher unzuträglich für die Sportfigur?

Dennis Matthaei: Nicht unbedingt. Bier hat auch viele Nährstoffe. Es liefert Flüssigkeit und Mineralstoffe. Hopfen und Malz transportieren zusätzlich Vitamine. Nach einer großen Anstrengung kann ein alkoholfreies Bier deshalb wie ein isotonisches Getränk wirken und den Körper wieder mit der nötigen Energie versorgen.

Selfmade-Erfolg: Aber wo ist die Grenze, ab wie viel Bier wird es ungesund?

Dennis Matthaei: Das kommt natürlich auf die individuelle Masse und Größe an, aber zirka ab dem vierten Bier hat es kaum noch was mit Genuss zu tun. Ab dieser Grenze kann es neben dem Kater am nächsten Tag schwere Folgen haben. Alkohol entzieht dem Körper zum Beispiel Flüssigkeit, das führt zu Mineralstoffmangel und zur Dehydration, von einer potentiellen Alkoholvergiftung einmal abgesehen.

Selfmade-Erfolg: Welche Tipps haben Sie für einen ausgelassenen, aber gesunden Vatertag?

Dennis Matthaei: Alkohol sollte in Maßen genossen werden. Am besten setzt man sich selbst eine entsprechende Faustregel, zum Beispiel: Bin ich fünf Stunden unterwegs, kann ich pro Stunde ein Bier genießen.
Daneben sollte man immer wieder etwas Nichtalkoholisches trinken, um den Wasserhaushalt aufzufüllen.
Außerdem ist es für die Gesundheit natürlich sehr förderlich, wenn man das Auto im alkoholisierten Zustand stehen lässt. So beugt man einem Unfall vor und hat stattdessen Bewegung, die zumindest in kleinem Maße dem kalorienreichen Alkoholgenuss entgegen wirkt.


Dennis Matthaei

Dennis ist Personal Trainer, Fitnessfachwirt und Food Coach. Seit Oktober 2011 führt er seinen eigenen Laden in Hannover. Er bietet seinen Kunden nicht nur eine fachmännische Beratung und Betreuung, sondern auch ein zeitsparendes und trotzdem intensives Trainingsprogramm. Weitere Informationen finden sie unter www.sportsroyal.de.

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