Als Chef haben Sie nicht nur ein größeres Büro, sondern auch eine große Verantwortung. Mitarbeiterführung und -Motivation, Aufgabenverteilung und Planung sind nur einige der wichtigen Führungskompetenzen von Vorgesetzen. Wir sagen Ihnen, welche weiteren Punkte eine gute Führungskraft ausmachen.

Ihr Chef macht einen tollen Job und ist immer für seine Mitarbeiter da? Nutzen Sie den heutigen Tag und sagen Sie einfach mal: Danke.

Heute ist  Boss Day 2012. Dieser nicht-staatliche Feiertag wird jährlich seit 1958 am 16. Oktober in Amerika begangen und von Angestellten genutzt, um sich bei Ihren Chefs für einen fairen und netten Umgang zu bedanken. Die Idee dazu hatte die Sekretärin Patricia Bays Haroski. Bewusst wählte sie damals den 16. Oktober, da es sich hierbei um den Geburtstag ihres Bosses – der gleichzeitig ihr Vater war – handelte.

Doch obgleich die Einführung des Boss Day 54 Jahre zurückliegt und er sich bisher nur in Amerika etablieren konnte, ist die Idee eines solchen Feedbacktages für Führungskräfte aktueller denn je und sollte auch weltweit umgesetzt werden. Aber was macht eigentlich eine gute Führungskraft aus? Was bedeutet es, einen fairen und netten Umgang zu pflegen, für den man heute danken könnte?

 1. Reflexion und Kritik

Niemand ist perfekt. Auch nicht die Führungsebene – obwohl das so mancher Chef von sich zu denken scheint. Der erste Schritt um eine gute und respektierte Führungskraft zu werden, ist es sich auch eigene Fehler vor Augen zu führen und eingestehen zu können. Wer das nicht kann und den Schwarzen Peter immer nur den Mitarbeitern zuschiebt und nur die Arbeitsweise anderer kritisiert, pflegt sicher keinen fairen Umgang. Dafür gibt es wohl auch in Amerika kein Dankeschön.

 2. Motivation

Als Führungskraft müssen Sie nicht nur sich selbst motivieren, damit Sie gute Arbeit leisten. Sie müssen vor allem auch Ihre Angestellten bei Laune halten. Sonst drückt das nicht nur auf das Betriebsklima, es kann auch zu vermehrten Krankmeldungen, verringerter Produktivität und sogar Kündigungen kommen. Dabei ist schon ein kleines, ernstgemeintes und persönlich adressiertes Lob ein Motivationsschub für jeden Arbeitnehmer. Also öfter mal „Danke“ sagen, wenn Sie auch Dankbarkeit für Ihr Chef-Dasein erfahren wollen.

 3. Zeitmanagement

Sie verlangen von Ihren Mitarbeitern immer pünktlich zur Arbeit und zu Terminen zu kommen? Dann ist es nur folgerichtig, wenn Sie mit gutem Beispiel voran gehen. Wenn sich ein Chef bei den anstehenden Aufgaben und Meetings ständig verzettelt und immer unpünktlich kommt oder Abgaben selbst nicht einhalten kann, wirkt das nicht unbedingt kompetent und souverän.

 4. Wandlungsfähigkeit

Vielleicht waren Sie nicht immer Chef und erinnern sich noch an die Zeit als Sie versucht haben sich immer wieder auf einen neuen Vorgesetzten, Kunden oder Kollegen einzustellen? X mag das Gesprächsthema nicht, also redet man nicht darüber. Y ist ein starker Verfechter der Pünktlichkeit, also läuft man lieber fünf Minuten vorher zum Termin. Und Z findet Bilder in Präsentationen unglaublich schön, also sucht man noch ein paar mehr heraus.

Auf die Bedürfnisse oder individuellen Eigenarten der Menschen einzugehen, sollten Sie aber auch als Führungskraft nicht verlernen. Nur weil Sie jetzt Chef sind, heißt das nicht, dass alle anderen Menschen nur als Angestellte gelten und damit alle gleich sind – nämlich unter Ihnen. Stattdessen haben gute Vorgesetzte immer ein Gespür für ihre Mitmenschen und können sich der jeweiligen Situation anpassen.

 5. Entscheidungen treffen

Vor allem in einer Führungsposition können manchmal schwere Entscheidungen auf Sie zukommen. In solchen Momenten müssen Sie als Vorgesetzter einen kühlen Kopf bewahren und zeigen, dass Sie schnell, effektiv und effizient entscheiden können. Aber versuchen Sie gleichzeitig nicht überstürzt zu handeln, sondern wägen Sie alle Ergebnisse Ihres Urteils ab und planen Sie am besten schon die Reaktionen ein. So werden nicht nur Sie selbstsicherer hinter Ihren Entscheidungen stehen – auch Ihre Mitarbeiter werden einen umsichtigen Umgang zu schätzen wissen.

 6. Verantwortungsbewusster Umgang mit der Verantwortung

Zum Chef sein gehört es genauso, auch Aufgaben abzugeben. Das mag erst einmal einfach klingen, doch auch hier ist Ihr Urteilsvermögen gefragt. Was trauen Sie welchem Mitarbeiter zu? Wie werden die Aufgaben effizient und schnellstmöglich erfüllt? Wenn Sie nur das Kaffeekochen delegieren und selbst alle wichtigen Aufgaben auf Ihrem Tisch horten, werden die Mitarbeiter sicher nach und nach die Lust am Arbeitsalltag verlieren. Demotivation und Kündigungen können die Folgen sein.

 7. Konfliktlösungen

Nicht nur im täglichen Aufgabenfeld, auch im menschlichen Miteinander zwischen den Angestellten können Probleme entstehen. Sicherlich ist auch eine Führungskraft nicht für alles verantwortlich und kann nicht jede Streitigkeit mitkommen. Aber wenn Ihnen Derartiges zu Ohren kommt, sollten Sie sich als Vermittler bemühen und versuchen die Wogen zu glätten.

 8. Freundlichkeit

Auch wenn Sie ab und zu als Vorgesetzter ein Machtwort sprechen oder mal einen Angestellten kritisieren müssen, sollten Sie immer freundlich und respektvoll bleiben. Es gilt die Regel: Behandeln Sie andere so, wie Sie behandelt werden wollen und gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

 9. Gesprächsbereit sein

Viele Chefs geben an, immer eine offene Tür und ein offenes Ohr für die Mitarbeiter zu haben. Doch nur in den wenigsten Fällen wird diese Mentalität auch gelebt. Dafür werden jedoch die wenigen Vorgesetzten, die sich die Zeit für die Angestellten nehmen und gegenüber denen man auch mal Kritik äußern darf, respektiert, geachtet und gemocht.

 10. Zusammengehörigkeit

Ein Chef sollte zwar auch als Vorgesetzter auftreten und sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen, aber er sollte sich nicht grundsätzlich vom Team abspalten. Zeigen Sie den Mitarbeitern, dass Sie alle zusammen das Unternehmen am Leben halten, und ziehen Sie gemeinsam an einem Strang. Gehen Sie zum Beispiel mal mit den Angestellten Essen, grüßen Sie sie mit korrektem Namen und schneien Sie ab und an in die Abteilung rein, um nach dem Befinden der Mitarbeiter zu fragen. Wer sich immer nur abgrenzt und nur zum kritisieren „nach unten“ kommt, gilt bald als arrogant und vielleicht auch mürrisch. Auf jeden Fall aber als Einzelgänger, der nicht zum Team gehört.


Wenn Sie all diese Punkte als Führungskraft erfüllen, gehören Sie sicher zu den Chefs, die einen fairen und netten Umgang pflegen. Dadurch haben Sie sich gewiss zukünftig, besonders aber heute, eines verdient: ein Dankeschön.


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