Marienkäfer, Kleeblätter und Schornsteinfeger haben eine Sache gemeinsam: Sie gelten gemeinhin als Glücksbringer. Aber neben diesen allgemeinen Objekten oder Personen haben viele Menschen auch ihre ganz eigenen Glücksbringer – auch die Spieler der Nationalmannschaften.

Neben den Ritualen, auf die Fußballspieler schwören, haben viele Sportler auch persönliche Glücksbringer. Während die sich wiederholenden Rituale eher Routine und Ruhe bringen, wird ein Glücksbringer vielleicht schon stärker bewertet. Ein Glücksbringer wird auch eigentlich immer am Körper getragen oder muss sich in der Nähe befinden um seine „Wirkung“ zu entfalten. Ein Ritual dagegen kann zu Spielbeginn schon lange vorbei sein.

Einige der Glücksbringer, die bei diesjährigen EM mit auf den Platz sind, hat Selfmade-Erfolg für Sie zusammengetragen:

Zu jedem Topf passt ein Deckelchen

Dieses Kleidungsstück sieht man öfter: Mützen. Ob es bis 1978  bei Helmut Schön war oder bei der Europameisterschaft 2012 beim kroatischen Trainer Slaven Bilic. Die Hüte, Mützen oder Caps dürfen auch beim Fußball nicht fehlen. Wohingegen „der Mann mit der Mütze“, wie Udo Jürgens den Bundestrainer Helmut Schön in einem Song betitelte, 1972 Europameister und 1974 Weltmeister wurde, sind die Kroaten jetzt in der Gruppenphase ausgeschieden. Aber ist Ihnen was aufgefallen? Die Mütze fehlte im Spiel gegen Spanien.

Der Glücks-Cent – ein Klassiker

Was schon 2010 bei der WM in Südafrika funktionierte, als Reporter ein Cent-Stück am Torpfosten versteckten, hat ein deutscher Fan 2012 wiederholt.


Vor dem Spiel Deutschland – Niederlandeversteckte er einen bayerischen Cent im Rasen von Charkiew. Warum er das tat? Im Interview sagte er dazu: „Fußball ist Teamarbeit.  Als Fan ist dies hoffentlich mein ganz bescheidener Anteil am EM-Sieg.“ Zumindest gegen Oranje hat es geholfen, Christoph Zitzmann aus Coburg kann also gerne noch mehr Cents verstecken, wenn´s so weitergeht.
Im Übrigen bekam auch die deutsche Nationalelf zur WM in Südafrika 2010 Cent-Stücke von Trainer Jogi Löw. Damals waren darauf die Jahreszahlen der bisherigen deutschen Meistertitel eingraviert. Gegen den damaligen Europa- und späteren Weltmeister Spanien haben die kleinen Kupferstücke aber leider nicht geholfen.

Nichts geht über die Familie

Schon die hübschen Spielerfrauen auf der Tribüne werden oft als Glücksbringer angesehen, aber für einige Spieler reicht das nicht aus. Sie brauchen ihre Familie noch näher bei sich – so wie unser Stürmerstar Miroslav Klose. Der 34-Jährige trägt ständig ein Bild seiner Zwillinge in den Stutzen. Bisher scheint das ein gutes Mittel gewesen zu sein – schließlich teilt sich Miroslav den zweiten Platz mit Gerd Müller auf der Rangliste der erfolgreichsten WM-Torschützen.
Für Rafael van der Vaart hingegen scheint die Anwesenheit von Sylvi auf der Tribüne schon genügt zu haben, trotzdem konnte sein Tor Holland nicht vorm Ausscheiden bewahren.

Glaubenssymbole

Einige Trainer schwören auf Weihwasser, wie Giovanni Trapattoni bei der WM in Südkorea oder auf Rosenkränze – so wie Diego Maradona 2010 in Südafrika. Ganz gereicht hat es damit bei den Weltmeisterschaften weder für Italien noch für Argentinien.
Jogi Löw versucht es deshalb dieses Jahr mit tibetischen/hinduistischen Gegenständen. So bekam jeder Spieler von Bundestrainer Löw und Manager Oliver Bierhoff ein Shamballa-Armband ausgehändigt. Übersetzt bedeutet Shamballa „Licht der Liebe“ und das soll zu mehr positiver Energie, Zusammenhalt und Stärke führen. Neben dem symbolischen Charakter macht das Bändchen auch noch einiges als Erinnerungsstück her. Denn auf dem Armschmuck sind zusätzlich drei Sterne für die bisherigen Europameistertitel, die Initialen des jeweiligen Spielers und die individuelle Rückennummer eingraviert.  So ein schmucker Glücksbringer muss einfach den Sieg bringen, oder?

Bringen Glücksbringer wirklich Glück?

Zumindest die Kölner Psychologen Lysann Damisch, Barbara Stoberock und Thomas Mussweiler sind der Meinung, dass die kleinen Gimmicks wirklich helfen können. In einer Studie führten sie 2010 an insgesamt 141 Probanden Tests durch.
Dabei mussten alle Teilnehmer ihre persönlichen Talismane mitbringen. Einigen wurde das Utensil abgenommen, andere durften es behalten, dann folgten diverse Aufgaben.
Das Ergebnis spricht für die Fortuna-Objekte: Die Teilnehmer mit Glücksbringer in der Tasche fühlten sich sicherer, hatten mehr Selbstbewusstsein und erreichten dadurch höher gesteckte Ziele.
In einem weiteren Test wurde noch überprüft, ob auch Menschen als Talisman dienen können. Vor einem Geschicklichkeitstest sagte man der einen Gruppe: „Ich drücke euch die Daumen“, die anderen Gruppen bekamen entweder zu hören: „Ich drück‘ euch die Uhr“ oder nur ein: „Auf Los geht´s los.“. Auch hier zeichnete sich der Glauben ans Glück ab: die Gruppe, denr die Daumen gedrückt wurde, schnitt mit Abstand am besten ab.

Man kann sich zwar über die mystische Kraft eines Glücksbringers streiten, aber auch durch diese Studie zeigt sich, dass der Glauben Berge versetzen kann. Und wie der kroatische Spieler Ivan Rakitic nach dem Match am Montag sagte: „Mit ein bisschen mehr Glück, wenn ich das Tor auch gemacht hätte, wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre.“

Jessica Walther

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