Kaum eine Branche eignet sich so gut für den Quereinstieg wie die IT-Branche. Die Anzahl an benötigten Fachleuten steigt stetig an, während das Angebot hinterherhinkt. Die hohe Nachfrage an Mitarbeitern sorgt so dafür, dass der Quereinstieg als IT-Fachmann besonders lukrativ ist. Dabei kommt es weniger auf den Abschluss als vielmehr auf entsprechende IT-Kenntnisse an.

Die erhöhte Nachfrage des IT-Sektors nach Arbeitskräften ermöglicht momentan vielen Interessierten den Quereinstieg. Derzeit sind in der gesamten IT-Branche über 40.000 Stellen unbesetzt, wie der Verband Bitkom, zu dem mehr als 1.700 Unternehmen gehören, 2012 in einer Studie herausfand. Der Quereinstieg in die IT-Branche lohnt sich aber nicht nur wegen der zahlreichen Stellenangebote, auch die gute Bezahlung ist ein starkes Argument: So verdienten Beschäftigte in der IT-Branche im Schnitt fast 60.000 Euro brutto. Doch für den Werdegang als IT-Spezialist müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden.

Umschulung für Quereinsteiger ohne Vorkenntnisse

Educator helping student in training classDie Kenntnisse, die die jeweiligen Bewerber mitbringen sollen, unterscheiden sich natürlich je nach Einsatzgebiet. Grundsätzlich gilt: Wer über keine Vorkenntnisse im IT-Bereich verfügt, sollte sich bewusst sein, dass eine Umschulung notwendig ist. Der damit verbundene Aufwand darf keineswegs ignoriert werden, denn nur, wer sich bewusst ist, wie viel Arbeit tatsächlich auf ihn zu kommt, hat auch gute Chancen, die Umschulung erfolgreich zu meistern. Die entsprechenden Angebote sind zahlreich und reichen von speziellen Schulungsunternehmen bis hin zu Angeboten der IHK oder von Berufsschulen. Auch das Jobcenter erteilt über Möglichkeiten zur Fortbildung Auskunft.

Im Idealfall kann der Bewerber den Berufswechsel schaffen, indem er sich gezielt auf Stellen bewirbt, für die er in seinem früheren Job bereits erste Arbeitserfahrung sammeln konnte. So bietet es sich beispielsweise für einen Personalberater an, als SAP-Berater tätig zu sein, da hierfür Geschäftsprozesse analysiert und abgebildet werden müssen – Dinge also, die auch einem Personalberater geläufig sein können.

Gefragte Berufe

Besonders gefragt sind derzeit qualifizierte Mitarbeiter in den Bereichen Software-Entwicklung. Etwa 15.000 Stellen sind bei Anbietern von Software und IT-Dienstleistungen unbesetzt, mit deutlichem Abstand gefolgt von IT-Beratern, Marketing- und Vertriebsspezialisten, Anwendungsbetreuer und Administratoren. Ebenfalls häufig gesucht werden Projektmanager und IT-Sicherheits-Experten. Auch in den aufstrebenden Bereichen Cloud Computing, Social Media und in der Programmierung mobiler Webseiten und Apps besteht eine steigende Nachfrage.

Ausbildung oder Studium nachholen

Wer den Einstieg nicht durch Weiterbildungsprogramme oder persönliches Engagement schafft, kann auch den gängigen Weg wählen: Entweder die Ausbildung zum Fachinformatiker nachholen oder ein IT-Studium absolvieren. Hier gibt es an Universitäten, Hochschulen und anderen Bildungsinstituten häufig die Möglichkeit, dies berufsbegleitend oder sogar per Fernstudium zu tun.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, lediglich an den Prüfungen für Fachinformatiker teilzunehmen, ohne die Ausbildung selbst absolviert zu haben. Um zugelassen zu werden, müssen allerdings nachgewiesene Kenntnisse oder Erfahrungen vorhanden sein. Wer sich für ein solches Verfahren interessiert, sollte sich an die zuständige IHK-Beratungsstelle wenden.

Wer hingegen kein Interesse an einer langjährigen Weiterbildung hat oder nur geringe Fachkenntnisse besitzt, aber über bestimmte Basisqualifikationen verfügt, kann den Einstieg auch schaffen, indem er sich gezielt auf Stellen mit niedrigeren Anforderungen bewirbt, etwa im Bereich der Kundenbetreuung oder des Telefonsupports. Hier gibt es auch häufig interne Weiterbildungskurse, die in der Regel nur wenige Monate dauern.

Weiterbildung in Unternehmen ist Trendthema

Insgesamt steigt auch die Bedeutung, im Unternehmen selbst ausgebildet zu werden. Ob als Trainee oder als Quereinsteiger – zentrales Wissen wird zunehmend in der Firma selbst erworben und nicht mehr im Studium oder bei externen Weiterbildungen. Die theoretische Ausbildung rückt zugunsten praktischer Erfahrungen immer mehr in den Hintergrund. Große Unternehmen bieten Quereinsteigern deswegen auch häufig interne Intensivkurse an, wo im Verlauf von mehreren Wochen grundlegende Fähigkeiten vermittelt werden, die für den jeweiligen Arbeitsbereich von Relevanz sind.

Grundsätzlich gilt, dass der Bedarf an IT-Fachleuten nach wie vor sehr hoch ist und auch weiterhin bestehen bleiben wird. Nicht umsonst engagieren Unternehmen zunehmend Headhunter, um qualifizierte Arbeitnehmer zu gewinnen. Somit ist motivierten Interessenten durchaus anzuraten, den Quereinstieg bei geeigneter Qualifikation zu wagen, denn es kann sich lohnen.


 quer-einstieg.de

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