Sobald es kälter draußen wird und der Wind einem um die Ohren tost, hört man auf der Straße, im Büro oder in der Bahn gleich die Erkältungswelle anrollen: Husten, Nase schnäuzen und krächzende Stimmen sind die typischen Alltagsgeräusche eines kühlen Herbstes. Doch bringt es etwas Vitamintabletten zu kauen und ständig die Hände zu waschen? Wir sagen Ihnen, was wirklich vorbeugend gegen die Erkältung hilft.

Ausreichend Nachtruhe

Wer ständig unter Strom steht und nicht genug erholsamen Schlaf bekommt, schwächt seinen Körper und damit auch das Immunsystem. Auch eine Landzeitstudie der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh hat dieses Phänomen bestätigt. Die Forscher ließen 153 Probanden ihr Schlafverhalten niederschreiben und konfrontierten sie danach mit einem Erkältungsvirus. Das Ergebnis: Die Teilnehmer mit weniger als sieben Stunden Schlaf erkrankten dreimal häufiger als die Langschläfer mit mindestens acht Stunden Nachtruhe.

Vitamine

Entgegen der jahrelang anhaltenden Vermutung helfen weder Vitamintabletten und noch extra viel heruntergewürgter Zitronensaft, um wirklich einer Erkältung vorzubeugen. Wohl aber helfen eine ausgewogene und gesunde Ernährung sowie Bewegung den Körper grundsätzlich fit zu halten.

Saunagänge

Die Sauna soll das Immunsystem stärken, den Kreislauf anregen und zur Entspannung der Muskeln beitragen. Aber verhindert sie auch, dass man sich erkältet? Zumindest in der Forschung ist dieser positive Effekt des Saunierens nicht genügend belegt. Alle sind sich jedoch einig: Schaden kann der Saunagang nicht.

Nur bei einer akuten Erkrankung der Schleimhäute und Atemwege sollte man dem Schwitztempel fernbleiben. Denn das geschwächte Immunsystem wird durch die Heiß-kalt-Kur nur noch mehr strapaziert.

Viel trinken

Nicht nur im Sommer braucht der Körper ausreichend Flüssigkeit, auch in den kälteren Jahreszeiten ist es ratsam viel zu trinken. Das trägt nämlich dazu bei, dass unsere Schleimhäute feucht bleiben und ihre schützende Funktion gegen Krankheitserreger weiter ausüben können. Am besten eignen sich Wasser und Tee.

Hygiene

Es lässt sich nicht vermeiden: Irgendwo hustet oder niest immer mal jemand an der Kasse, im Büro oder in der Straßenbahn. Das heißt nicht, dass Sie fortan mit einer Atemmaske herumlaufen müssen – wirklich effektiv wäre dies sowieso nur zusammen mit Handschuhen und Wegwerfoverall. Trotzdem lässt sich die Ansteckungsgefahr schon minimieren, wenn Sie auf die eigene Körperhygiene achten. Händewaschen, Wäsche wechseln und nicht unbedingt aus einer Flasche mit dem Erkälteten trinken – diese Punkte können den feinen Unterschied ausmachen, ob Sie krank im Bett liegen oder fit in einen goldenen Herbsttag starten.

Warme Füße

Kalte Füße sind nicht nur unangenehm, sie können auch Mitverursacher einer Erkältung werden. Denn bei eisigen Sohlen ziehen sich die Blutgefäße im Körper zusammen, was sich auch auf die Durchblutung der Schleimhäute auswirken kann. Also greifen Sie lieber zu warmen Socken und Schuhen. Auch ein heißes Fußbad kann helfen. Dabei müssen Sie aber darauf achten, dass die Füße danach warm bleiben.

Grippeimpfungen

Wie der Name schon sagt, helfen diese Spritzen gegen die Grippe – also gegen die Influenza-Erreger, die hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost hervorrufen. Auch wenn die Begleiterscheinungen ähnlich der einer Erkältungskrankheit sind, hilft die Impfung nicht, um Schnupfen vorzubeugen, so hartnäckig sich dieses Gerücht auch halten mag.

Heizung auf, Fenster zu

Wer ständig in zu kalten Räumen bibbert, setzt sich der Gefahr aus sich zu erkälten. Aber auch wer sich ständig in einer von der Heizung aufgewärmten Umgebung befindet und nie durchlüftet, kann krank werden. Denn die ständige Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus, die uns vor Viren schützen.

Also ab und an lüften und die Heizung nicht auf der höchsten Stufe laufen lassen. Das heißt aber nicht, dass Sie dauerhaft frieren sollen. Gehören Sie zu der Fraktion, die trotz aufgedrehtem Thermostat bibbert, sollten Sie vielleicht einen Pullover mehr anziehen – das ist in jedem Fall unbedenklich.

Entspannung

Nichts ist kräftezehrender als Stress. Der greift nicht nur die seelische Gesundheit, sondern auch unser Immunsystem an. Das Hormon Adrenalin, welches bei Stress produziert wird, hemmt nämlich die Produktion von Antikörpern. Ein bisschen Stress ist nicht schädlich, schon gar nicht, wenn er positiv empfunden wird. Aber eine dauerhafte Anspannung und ständige Belastung kann nicht nur zu seelischen Erkrankungen führen, es kann uns auch anfällig gegenüber Krankheitserregern machen.

Versuchen Sie also gerade in der dunklen Jahreszeit immer mal wieder durchzuatmen und zu innerer Ruhe zu gelangen. Dazu können Yoga und kleine Entspannungsübungen beitragen, wie auch ein gemütlicher Abend mit den Lieben vorm Kamin.

Körperliche Nähe

Auch wenn man denkt, man sollte anderen Menschen eher fernbleiben, um sich nicht anzustecken, kann beispielsweise häufiges küssen das Immunsystem stärken. Denn ein inniger Kuss – nicht unbedingt mit einer Person, die schon erkältet ist – wirkt wie eine kleine Impfung. Das liegt daran, dass beim Kuss circa 4000 Bakterien ausgetauscht werden. Ein gesundes Immunsystem lernt daraufhin die neuen Mikroben kennen und bildet Antikörper, wodurch solche Erreger zukünftig schneller bekämpft werden.

Zudem stärkt das Küssen durch den erhöhten Puls und die schnellere Atmung unser Herz-Kreislauf-System und setzt Glückshormone wie Serotonin frei. Es ist somit vielleicht die einfachste und schönste Methode der Welt, um sich körperlich und seelisch fit zu halten.


Und wenn es einen trotz dieser Maßnahmen einmal erwischt, sollten Sie sich viel Ruhe gönnen und die Erkältung vernünftig auskurieren – sonst könnten Sie wochenlang von Husten und Schnupfen geplagt werden.

Lesen Sie auch

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag' Deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *