Kennen Sie das Gefühl, dass alles immer teurer wird? Egal, ob Lebensmittel, Sprit, Heiz- und Stromkosten, Miete oder Kleidung – wofür man früher noch fünf Mark berappen musste, sind heute mindestens fünf Euro fällig. Doch es geht auch günstiger! Wir sagen Ihnen in den nächsten Wochen in unserer Serie, wie Sie schon mit kleinen Kniffen großes Geld sparen können.

Heute sagen wir Ihnen, wie man durch umsichtiges Fahren und ein bisschen Aufmerksamkeit, weiter mit einer Tankfüllung kommt und dadurch weniger für Sprit zahlen muss.

Können Sie sich noch erinnern, wie teuer ein Liter Superbenzin vor vier Jahren war? Im Durchschnitt war er knapp vierzig Cent günstiger und vor zehn Jahren, da mussten wir ganze 60 Cent weniger für den Liter berappen. Kaum etwas ist so gewiss wie die steigenden Preise an der Tankstelle. Deshalb wird die Sprit sparende Fahrweise und ein Überblick über die günstigsten Zapfsäulen immer wichtiger. Wir sagen Ihnen heute, was Sie dabei beachten sollten und dadurch einige Meter weiter mit der Tankfüllung kommen können.

Weltrekordhalter im Spritsparen

Wie viel weiter man mit einer aufmerksamen Fahrweise kommen kann, bewiesen John und Helen Taylor in diesem Jahr. Das Ehepaar schaffte ganze 2617 Kilometer, von Texas bis Sterling, Virginia, mit einer 70-Liter-Dieselfüllung und sie verbrauchten im Schnitt nur 2,8 Liter auf 100 Kilometern – halb so viel wie durchschnittlich vom Hersteller Ihres Wagens angegeben. Ihr Gefährt: Ein VW Passat TDI SE, Baujahr 2012, beladen mit 55 Kilo Gepäck.

Aber wie haben sie das geschafft? Auf Ihrer Homepage geben sie die Antwort mit den Taylor`s Tips. 30 Empfehlungen wie zum Beispiel vorausschauend fahren, hohe Gänge nutzen, Reifendruck und Öl beachten und hohe Geschwindigkeiten vermeiden. Diese Fahrweise lernt man mittlerweile in jeder Fahrschule oder kann das Wissen bei den ADAC Spritspartrainings vertiefen. Aber nur dadurch kommt man doch nicht 2617 Kilometer mit einer Tankfüllung?

Motor, Klimaanlage und Heizung

Nein. Es kommt auch auf andere Dinge an, die sich ebenfalls in den Taylor´s Tips finden lassen. Beispielsweise auf die richtige Art zu Bremsen. Lassen Sie immer, wenn möglich, den Wagen ausrollen, anstatt hart auf die Bremse zu treten und nehmen Sie bergab ruhig den Fuß vom Gaspedal und schalten in einen höheren Gang. Daneben zieht der Motor aber auch während er im Leerlauf  ist, einiges an Kraftstoff. .

Daher sollten Sie, wenn Sie lange an der Ampel oder im Stau stehen, ab etwa 20 Sekunden Wartezeit den Zündschlüssel zu drehen. Bei Bahnübergängen ist das sogar Pflicht und kann zehn Euro Verwarngeld kosten, wenn man das Auto laufen lässt.

Aber nicht nur der Motor, sondern auch die Heizung (auch Heckscheiben- und Sitzheizung), das Navigationsgerät und die Musikanlage erhöhen Strom- und Spritverbrauch. Je nach Drehzahl steigt der Verbrauch durch diese Energiefresser um bis zu 0,5 Liter auf 100 Kilometer. Die Klimaanlage ist sogar noch gefräßiger. Sie sorgt je nach Typ dafür, dass bis zu 2 Liter mehr Kraftstoff benötigt werden. Also öffnen Sie ruhig mal das Fenster, statt die Temperatur elektronisch einzustellen – aber Achtung: Bei hohen Geschwindigkeiten sorgt auch der höhere Luftwiderstand für mehr Verbrauch. Deshalb am besten bei Stadtfahrten das Fenster öffnen und sobald man auf die Landstraße oder Autobahn fährt, möglichst wieder schließen.

Zusätzlich benötigen Sie für jedes weitere Kilogramm im Wagen mehr Energie und somit Kraftstoff. Misten Sie also Koffer- und Innenraum regelmäßig aus und nutzen Sie Dachgepäckträger nur, wenn Sie wirklich etwas damit transportieren müssen.

Spritpreise und Verkehrsmeldungen beobachten

Wer neben diesen Tipps noch aufmerksam bleibt, den Feierabendverkehr, Stau oder Baustellen meidet, kann bereits einige Euro sparen. Denn auch stockender Verkehr sorgt, durch das ständige anfahren und bremsen, für einen erhöhten Kraftstoffverbrauch. Besser ist eine möglichst konstante Geschwindigkeit, auf Autobahnen beispielsweise zwischen 100 und 130 Stundenkilometer. Alles darüber mag vielleicht eine Zeit- aber sicher keine Geldersparnis bringen.

Daneben lohnt es sich manchmal einen Blick auf die aktuellen Tankstellenpreise zu werfen. Grundsätzlich gelten häufig freie Tankstellen als günstiger. Experten vom Auto Club Europa (ACE) empfehlen zudem am Wochenende zu tanken, denn während der Woche steigt der Preis kontinuierlich, bis er am Freitag oft einen Höhepunkt erreicht. Und natürlich sollte man besser nicht vor Feiertagen tanken – hier explodieren die Kosten regelmäßig.

Wer dann noch zusätzlich die Benzin- und Dieselpreise vergleicht, muss wieder weniger Euros am Schalter zahlen. Neben Internetseiten wie Benzinpreis-Aktuell oder clever-tanken gibt es auch zahlreiche, kostenlose Apps, die versuchen die aktuellen Zahlen einzufangen. Zwar können die Fahrer direkt die Preise melden, während sie tanken, allerdings kann die Umstellung so schnell erfolgen, dass es schon nicht mehr aktuell ist, wenn Sie eintreffen. Zudem können sehr günstige Preise dazu verleiten, extra einen Umweg zu fahren. In den meisten Fällen rentieren sich die extra Kilometer nicht, doch auch das lässt sich mittlerweile mit dem Umweg-Sparrechner vorher prüfen.

Den besten Vergleich können Sie aber immer noch selbst machen. Schauen Sie beispielsweise im Internet oder der App nach den dortigen Zahlen und achten Sie auf die Tankstellen, an denen Sie ohnehin vorbeikommen. Bei einem günstigen Preis schlagen Sie einfach zu.

Wenn Sie dann doch mal teuer tanken müssen, reicht eine Füllung für 10 bis 20 Euro, wenn keine zu weite Strecke ansteht. So können Sie den restlichen Kraftstoff an einem günstigeren Tag besorgen.

Wer all diese Punkte beachtet und nebenbei noch regelmäßig zu Inspektionen geht, auf Reifendruck und Ölstand achtet und sich beim Fahren nicht aus der Ruhe bringen lässt, kann es wie die Taylors viele Kilometer weiter mit einer Tankfüllung schaffen.


Und ganz nebenbei gibt es natürlich noch eine Möglichkeit, die Kosten für Kraftstoff niedrig zu halten: Einfach mal das Auto stehen lassen und gerade bei kürzeren Strecken zu Fuß gehen oder das Rad aus dem Schuppen holen. Alternativ gibt es auch immer mehr Car-Sharing-Angebote, Portale auf denen man Mitfahrgelegenheiten suchen kann oder den in vielen Städten gut ausgebauten, öffentliche Nahverkehr. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern auch Ihrem Geldbeutel.


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