Facebook, Twitter und Co. können förderlich für die Karriere sein. Man findet dort aktuelle Stellenausschreibungen, kann sich von seiner besten Seite präsentieren und laut der neuen Studie „Recruiting Trends 2013“ nutzt jeder zehnte Personaler das Portal Xing, um nach geeigneten Kandidaten zu suchen. Schlimmstenfalls jedoch können die sozialen Netzwerke auch zum Karriereknick, gar zum Kündigungsgrund werden, wenn man die Social-Media-Falle tappt. Wir sagen Ihnen, worauf Chefs achten und was Sie auf Ihrem Profil vermeiden sollten.

©Fotolia.com -  fovitoEs ist schon lange bekannt, dass Personalentscheider und Unternehmenschefs Bewerber googeln oder deren Social-Media-Profile durchleuchten. Partybilder oder Tiraden gegen den vorherigen Arbeitgeber können deshalb hinderlich für die erfolgreiche Bewerbung sein. Aber selbst wenn man den Job bekommt oder sich vielleicht schon seit Jahren im Unternehmen etabliert hat, können die sozialen Netzwerke zur Karrierefalle werden.

Satire, Scherze und Kommentare mit Folgen


So wie kürzlich bei der Kellnerin Chelsea Welch. Sie arbeitete bis Anfang des Monats noch bei der US-Kette Applebee`s in St. Louis – bis sie die Rechnung des Pastors Alois Bell auf der Plattform Reddit.com mit einem Kommentar veröffentlichte. Denn Alois Bell hatte die Trinkgeldzeile bei einer Kollegin von Chelsea Welch gestrichen und stattdessen auf den Ausdruck geschrieben: „Ich gebe Gott 10 Prozent, warum bekommst du 18?“

Welch fotografierte die Rechnung der Kollegin und kommentierte sie im Internet: „Mein Fehler, Sir, ich bin sicher, Jesus wird meine Miete und meine Einkäufe bezahlen.“ Die Community regte sich über den geizigen Gast auf und machte sich über Welchs Kommentar lustig – Alois Bell hingegen beschwerte sich bei Applebee’s und die junge Kellnerin wurde gefeuert.

Aber auch Medien-Gurus tappen manchmal in die Fallen der sozialen Netzwerke. So beging der Marketingexperte Scott Bartosiewicz den Fehler, über das Profil eines wichtigen Firmenkunden eine Nachricht zu twittern, die er eigentlich von seinem privaten Twitter-Account aus verbreiten wollte. Bartosiewicz wollte nur einen Scherz machen, als er schrieb: „Es ist schon merkwürdig, dass Detroit als Autostadt bekannt ist und trotzdem niemand weiß, wie man verdammt nochmal Auto fährt.“ – Das Problem war jedoch, dass der wichtige Kunde der Autoriese Chrysler war. Der Social-Media-Stratege musste innerhalb einer Stunde nach der Nachricht seinen Schreibtisch räumen und Chrysler beendete die Zusammenarbeit mit der Marketingfirma.

Vertrauensbruch auch hierzulande ein Kündigungsgrund

Im Gegensatz zu den USA setzt man in Deutschland auf Abmahnungen. Der Rauswurf ist hierzulande nur das letzte Mittel und zu einer fristlosen Kündigung kann es per Gesetz nur aus wichtigem Grund kommen. Doch Arbeitsverweigerungen, Beleidigungen, Verstöße gegen die arbeitsvertraglichen Pflichten, wie beispielsweise Verstöße gegen die Schweigepflicht, gehören dazu. Und solche wichtigen Gründe finden die Chefs oft genug auf den Profilen der sozialen Netzwerke.

Liegt man beispielsweise angeblich mit Migräne im Bett, postet aber auf Facebook sonnige Urlaubsbilder, hat man schlechte Karten im Job – ebenso, wenn man, wie der damals 27-jährige Hubert F., seinen Arbeitgeber als „Menschenschinder“ und „Ausbeuter“ bezeichnet. Er wurde fristlos gekündigt und auch das Arbeitsgericht kam zu der Entscheidung, dass der sofortige Rauswurf gerechtfertigt sei.

Denn solche Informationen, wenn sie öffentlich zugänglich sind oder wenn man schlimmstenfalls den Chef in der Freundesliste hat, fallen nicht unter das Beweisverwertungsverbot wie Telefongespräche oder E-Mail-Korrespondenzen, und können darum vor Gericht als anklagende Beweise vorgebracht werden.

Soziale Netzwerke: Privates und Berufliches Trennen

Wiegen Sie sich also nicht in Sicherheit, nur weil das Internet Meinungsfreiheit suggeriert – nicht alles, was Sie posten, ist rechtlich geschützt. Prüfen Sie immer, was Sie wann veröffentlichen und wer es sehen könnte. Trennen Sie Berufliches von Privatem und lassen Sie sich lieber im direkten Freundeskreis über den Chef aus, anstatt im Internet – wenn Sie die Wut schon nicht herunterschlucken können.

Aber achten Sie ebenfalls darauf, zu welcher Zeit Sie posten. Selbst harmlose Nachrichten während der Arbeitszeit können Schwierigkeiten bereiten, wenn in Ihrem Arbeitsvertrag festgelegt wurde, dass privates Surfen tabu ist.

Denken Sie immer daran: Je öffentlicher Sie sich präsentieren, desto mehr liegen Sie auch auf dem Präsentierteller. Zeigen Sie sich also von Ihrer besten Seite – so wie Sie es auch bei den Social-Media-Accounts halten würden, die gezielt für die Jobsuche oder geschäftliche Kontakte gedacht sind. Oder überprüfen Sie in den Privatsphäre-Einstellungen, wer was von Ihnen lesen kann. Dadurch vermeiden Sie das Risiko, dass die sozialen Netzwerke, die Sie vielleicht nur zum Spaß an der Freude nutzen, Ihrer Karriere schaden könnten.

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