Wenn Sie stundenlang am Schreibtisch sitzen, können nicht nur Beine und Rücken zu schmerzen beginnen, Sie können auch immer wieder in ein Produktionstief fallen. Gähnen, Strecken und weitermachen? So leicht ist es oft nicht – was aber helfen kann ist Sport oder eine kleine Übung am Arbeitsplatz.

Fotolia.com - Sport im BüroDurchschnittlich 80.000 Stunden verbringt ein Büromitarbeiter im Laufe seines Berufslebens auf seinem Schreibtischstuhl. Durch die sitzende Tätigkeit erschlaffen die Muskeln und der Rücken verformt sich – das wird häufig noch durch eine Fehlhaltung verschlimmert.
Da ist es nicht verwunderlich, dass über die Hälfte aller Angestellten im Büro über Rückenschmerzen oder Verspannungen klagt. Ein Trend, den auch viele Unternehmen bemerkt haben und reagieren: Immer mehr Firmen bieten ihren Mitarbeitern Betriebssport an. Da gibt es Yoga für Lehrer, Walken für Mechaniker oder eine ganze Palette an Sportarten zur Auswahl für Banker.

Und tatsächlich zeigt dieses Angebot laut Studien Wirkung. In Unternehmen, die Sport anbieten und die ihre Mitarbeiter zu regelmäßigen Aktivitäten animieren, sinken der Krankheitsstand und angeblich die Mobbinghäufigkeit– dafür steigen Produktivität, Zusammenhalt und die Identifizierung mit dem Unternehmen.


Aber wie soll die Produktivität dabei steigen, wenn die Mitarbeiter in der Arbeitszeit Sport treiben, anstatt zu arbeiten?

Sport macht munter

Schwedische Forscher der Universität Stockholm sind genau dieser Frage nachgegangen.Dazu beobachteten Sie eine Woche lang die Leistung und Produktivität von drei Zahnarztpraxen-Teams. Die Angestellten zweier Praxen sollten sich während der regulären Arbeitszeit jeweils zweieinhalb Stunden körperlich betätigen. Das dritte Team arbeitete die 40-Stunden-Woche durch.

Am Ende der Woche wurden die Leistungen verglichen und die Forscher kamen zu einem erstaunlichen Ergebnis: Trotz der fehlenden zweieinhalb Arbeitsstunden waren die beiden Sportteams produktiver, behandelten mehr Patienten  und bewältigten mehr administrative Aufgaben als die durcharbeitende Praxis . „Diese höhere Produktivität [...] mag einerseits daran liegen, dass sie tatsächlich eine bessere Kondition haben. Andererseits gibt es auch weniger krankheitsbedingte Ausfälle“, erklärten Ulrica von Thiele Schwarz und Henna Hasson, die Verantwortlichen der Studie. Daneben sorgt Sport aber noch für einen anderen Effekt: Er ist ein Muntermacher. Der Kreislauf kommt in Schwung und der Körper kann bei sportlichen Betätigungen an der frischen Luft neue Energie tanken. Dadurch kann man vor allem dem Mittagstief im Büro entgegen wirken.

Aber selbst wenn das eigene Unternehmen keinen Betriebssport anbietet, kann man sich am Schreibtisch fit halten, die Durchblutung fördern und die Muskulatur beanspruchen. Denn schon mit kleinen Bewegungen während längerer  Telefonate oder der Kaffeepause kann man Fitness und Gelenke fördern. Das beugt nicht nur Kopf- und Rückenschmerzen vor, es strafft sogar die Figur – und das bei manchen ohne, dass die Kollegen etwas mitbekommen.

Fünf Übungen fürs Büro

Nacken & Atmung

Wählen Sie eine aufrechte und gerade Sitzposition. Die Arme hängen locker neben dem Körper, die Beine sind hüftbreit aufgestellt. Beugen Sie sich so weit wie möglich zur rechten Seite hinunter. Halten Sie diese Position etwa fünf Sekunden – wenn es leicht zieht, ist es richtig. Dann wieder aufrichten und zehn Mal wiederholen. Anschließend Seite wechseln.

Muskeln dehnen

Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl. Die Beine stehen fest, etwa hüftbreit auf dem Boden. Strecken Sie dann nacheinander den rechten und linken Arm gen Zimmerdecke, als ob Sie Äpfel pflücken wollen.

Beine

Nehmen Sie eine aufrechte und gerade Sitzposition ein. Heben Sie den rechten und strecken Sie das Bein lang nach vorne aus, bis Knie und Zehen eine Linie bilden. Senken Sie das Bein wieder, ohne den Boden zu berühren. Wiederholen Sie die Übung zehn Mal, dann wechseln Sie das Bein.

Bauch & Rücken

Setzen Sie sich aufrecht hin und spannen Sie den Oberkörper an. Neigen Sie sich leicht nach vorn und halten diese Position einige Sekunden. Neigen Sie den Oberkörper dann nach hinten und verharren einige Sekunden. Wiederholen Sie die Übung zehn Mal.

Taille

Wählen Sie eine aufrechte und gerade Sitzposition. Die Arme hängen locker neben dem Körper, die Beine sind hüftbreit aufgestellt. Beugen Sie sich so weit wie möglich zur rechten Seite hinunter. Halten Sie diese Position etwa fünf Sekunden – wenn es leicht zieht, ist es richtig. Dann wieder aufrichten und zehn Mal wiederholen. Anschließend Seite wechseln.

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