Doppelte Abiturjahrgänge, kürzere Schulzeiten, keine Wehrpflicht. Die Zahl der neuen Studierenden war nie so hoch wie zum Wintersemester 2011/2012. Obwohl uns dieses Jahr kein doppelter Abiturjahrgang bevorsteht, wird die Zahl  nicht merklich sinken. Schließlich gibt es immer Bewerber, die letztes Jahr nicht untergekommen sind, ein freiwilliges soziales Jahr oder tatsächlich noch den Zivildienst gemacht haben.

Bei so vielen Studieninteressierten ist es umso wichtiger, dass die eigene Hochschulbewerbung, neben den Noten und Arbeitszeugnissen, perfekt ist. Viele der begehrten Studienplätze setzen deshalb nicht mehr nur Lebenslauf, Anschreiben und Praktika voraus. Auch die dritte Seite, das Motivationsschreiben, wird immer wichtiger.

Aber was ist das eigentlich? Und was gehört in ein gutes Motivationsschreiben?

Grundsätzliches und Aufbau

Wie das Wort an sich schon sagt, soll das Schreiben Ihre persönliche Motivation und Eignung für den gewünschten Studienplatz zeigen.
Wenn Sie ein Praktikum in einer Kindertagesstätte gemacht haben, hat dies wenig im Motivationsschreiben für ein Ingenieursstudium zu suchen.
Prüfen Sie deshalb jede Information und jeden Satz bezüglich der Relevanz für den gewünschten Aufgabenbereich. Benennen Sie Ihre persönlichen Fähigkeiten, die auch in den Studieninhalten gefragt sind und nennen Sie die Erfolge, die Sie in verwandten oder identischen Bereichen erreicht haben.


Achten Sie zudem auf die Struktur des Schreibens. Nutzen Sie bestenfalls die gängige Gliederung: Einleitung, Hauptteil und Schlussteil.
Auffallen sollten Sie über Ihre besondere Eignung, Sprachgewandtheit und Perfektion.
Nicht über Grammatikfehler, eine verwirrende Informationsflut oder mangelnde Struktur.
Lassen Sie das Schreiben deshalb immer gegenprüfen und seien Sie dabei offen für Kritik. Wenn ein Bekannter nicht verstehen kann, welche Motivation Sie transportieren wollen, können das Fremde erst recht nicht.

Die Einleitung – Sie sind der Richtige

Nachdem Sie mit der korrekten Anschrift, dem richtigen Ansprechpartner und dem grundsätzlichen Betreff begonnen haben, kommt der erste Absatz: Die Einleitung.
Auch in einem Schriftstück bildet sich der erste Eindruck innerhalb weniger Sekunden. Das heißt, Sie müssen den Leser eigentlich schon mit dem ersten Satz überzeugen.
In der Einleitung eines Motivationsschreibens bedeutet dies vor allem, den Adressaten von der eigenen Person zu überzeugen. Schreiben Sie, warum Sie der richtige Kandidat für das entsprechende Studienfach sind.
Versuchen Sie dabei, etwas Neues über sich und Ihre Intention zu erzählen und wählen Sie einen Anfang, der möglichst nicht bereits im Anschreiben formuliert wurde.
Der Leser weiß zum Beispiel, was Sie eventuell schon studieren und wofür Sie sich nun bewerben. Stellen Sie lieber heraus, welche Schwerpunkte des Studiums für Ihre Ziele wichtig sind und inwiefern Sie sich mit dieser Thematik bisher auskennen.

Der Hauptteil – Tiefgehende Argumente

Während die Einleitung einen kleinen Hinweis auf Ihre Motivation geliefert hat, muss der Hauptteil alle möglichen Argumente für Ihre Wahl beleuchten.
Wenn Sie sich für ein Masterstudium bewerben, begründen Sie die Wahl für Ihr bisheriges Studium, die Spezialisierungen und Themen in Bachelor- oder Diplomarbeit.
Waren Sie bisher Abiturient, begründen Sie Ihre Auswahl der Leistungsfächer sowie die Seminararbeit.

Zeigen Sie danach, warum Sie sich für das gewünschte Studium entschieden haben.
Haben Sie ein Praktikum gemacht, was Sie darauf brachte? Ist es die besondere Zusammenstellung der Studieninhalte? Vielleicht das Partnerprogramm zu einer renommierten Universität im Ausland?

Schreiben Sie nicht ausschließlich eine Begründung für Ihre Person, sondern machen Sie auch die Begründung deutlich, warum Sie an genau diese Hochschule möchten.
Recherchieren Sie dafür gründlich und lassen Ihr Wissen teilweise mit einfließen. Denn neben den Argumenten für Ihre Person zeugt es deutlich von Motivation, dass Sie sich mit der Hochschule und den dortigen Studieninhalten beschäftigen.

Der Schluss – Die gewünschte Reaktion

Einleitung und Hauptteil sind grundsätzlich relevanter als der letzte Absatz, da sich der Leser meist schon eine Meinung gebildet hat. Trotzdem kann der Schluss sowohl zum negativen, als auch zum positiven Ergebnis beitragen.
Ist der Schluss mit Rechtschreibfehlern gespickt, unhöflich oder inhaltlich falsch, kann der Eindruck entstehen, dass Sie nicht sehr ausdauernd sind oder Ihnen eine gründliche Prüfung unwichtig war. Deswegen sollten Sie den Schlusssatz natürlich nicht vernachlässigen, aber versuchen Sie nicht, noch einmal alle Argumente vorzubringen.
Weisen Sie stattdessen zusammenfassend auf Ihr gesteigertes Interesse hin und schließen Sie mit einer Grußformel.

Die Arbeit am Motivationsschreiben sollte allerdings nicht mit dem letzten Wort beendet sein. Gehen Sie alles noch einmal in Ruhe durch. Lassen Sie Rechtschreibung und Grammatik prüfen und kontrollieren Sie noch einmal, ob Sie neue und relevante Informationen aufgeführt haben oder vielleicht sogar ganze Sätze aus dem Anschreiben übernommen haben.

Nehmen Sie sich die Zeit, gründlich zu arbeiten, denn schließlich kann dies Ihre Eintrittskarte für die berufliche Zukunft sein.


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