Obwohl das Bewerbungsfoto keine Pflicht ist, bestehen die meisten Firmen und Personalentscheider darauf. Doch wer hier die falschen Farben wählt oder mit Blümchen-Krawatte vor der Kamera posiert, hat schlechte Karten. Wir sagen Ihnen deshalb, auf was Sie beim Bewerbungsfoto achten sollten.

© Robert Kneschke - Fotolia.comDas Bewerbungsfoto: Für viele Arbeitnehmer ein leidiges Thema, dass immer wieder diskutiert wird. Doch während es in Amerika und England schon längst üblich ist, die Unterlagen ohne Foto abzuschicken, bestehen die meisten Unternehmen in Deutschland noch immer auf das Lichtbild. Rein rechtlich gesehen ist der Bewerber durch das Allgemeine Gleichstellungsgesetz zwar nicht dazu verpflichtet, es mitzuschicken, auf die Jobchancen kann sich dies jedoch negativ auswirken. So landen Bewerbungsmappen ohne Foto häufig auf dem Absagen-Stapel. Und selbst wenn das Porträt des Kandidaten vorhanden ist, kann es zum Ausschlussargument werden. Qualität, Ausdruck, Farben – all diese Punkte müssen stimmen, um die Sympathie des Empfängers zu gewinnen.

Bei Firmen, die sich nicht gänzlich vom Bewerbungsfoto losgesagt haben, sollte man deshalb auf einige Aspekte achten, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.

 

Fotostudio statt Passbildautomat

Wer beim Bewerbungsfoto spart, kann sich leider meist die ganze Bewerbung sparen. Passbilder aus dem Automaten oder Abzüge aus Ihrem privaten Fotoalbum wirken meist genauso so billig, wie sie sind – und das wirft wiederum ein schlechtes Licht auf Ihr Engagement.

Suchen Sie sich deshalb einen Fotografen, der Erfahrung mit Bewerbungsfotos hat. Das heißt jedoch nicht, dass Sie in das teuerste Studio der Stadt laufen müssen. Stattdessen sollten Sie jemanden mit handwerklichen Kenntnissen finden, der Sie auch noch gut berät und auf Sie eingeht. Fragen Sie beispielsweise bei Freunden und Bekannten nach, ob diese ein Fotostudio empfehlen können, und sehen Sie sich das Portfolio des Studios an, bevor Sie sich entscheiden.

Ein Experte wird Sie zunächst nach der entsprechenden Branche und Stelle fragen und Sie gegebenenfalls auf Haarsträhnen, Knicke in der Kleidung oder Fussel hinweisen. Ein geschultes Auge erkennt nämlich die kleinsten Fehler, die Sie vielleicht im Spiegel übersehen haben – und genau deshalb ist ein professionell gemachtes Foto auch sein Geld wert. Nicht zuletzt auch wegen der Ausleuchtung, des Hintergrunds und der späteren Bearbeitung, was Sie beim Passbildautomat wohl nicht bekommen werden.

Aber Achtung! Es gibt auch Fotografen, die ihre künstlerische Ader am Bewerbungsfoto auslassen wollen. Ganzkörperbilder, Schlagschatten oder besondere Hintergrundmotive mögen sicherlich hübsch sein, in einer Bewerbungsmappe – gerade, wenn man sich für konservative Stellen bewirbt – haben sie allerdings nichts zu suchen. Im Folgenden finden Sie deshalb noch einige Tipps, damit Sie nicht in die Falle der Kunst-Fotografen tappen.

Hintergrund bleibt Hintergrund

Nicht alles was modern oder schön ist, wertet auch das Bewerbungsfoto auf. Im Gegenteil. Besonders dunkle Hintergründe mit Schlagschatten mögen vielleicht an Ihrer Wohnzimmerwand schön aussehen, gepaart mit einem dunklen Blazer und schlimmstenfalls noch dunklen Haaren vermittelt es beim Bewerbungsfoto jedoch einen eher tristen Eindruck. Falls Sie sich für ein Bestattungsunternehmen bewerben, kann dies der richtige Weg sein – ansonsten gilt es einen hellen und freundlichen Hintergrund zu wählen.

In den meisten Fällen empfiehlt sich deshalb ein Hellgrau, das mittels der Belichtung sanft ins Weiß übergeht. Auch leicht bläuliche Hintergründe kann man wählen, aber nur, wenn die Belichtung stimmt und die Farbe nicht zu präsent ist. Von anderen Farben sollten Sie in den meisten Fällen Abstand nehmen. Rot beispielsweise ist eine Signalfarbe und kann den Blick zu sehr von Ihnen ablenken oder einen aggressiven Eindruck vermitteln, Gelb hingegen kann zu verspielt wirken.

Aber ob nun blau, grau, bräunlich oder weiß: Der Hintergrund darf nicht unruhig sein oder durch erkennbare Gegenstände gestört werden. Das lenkt den Blick zu sehr vom Kandidaten ab und schließlich sollte der im Vordergrund stehen. Deswegen muss die Farbigkeit des Hintergrundes auch immer individuell entschieden werden. Ein richtig gutes Studio erkennen Sie daran, dass mehrere Hintergründe oder Belichtungsvarianten ausprobiert werden und Sie gemeinsam mit dem Fotografen das stimmigste Bild auswählen können.

Größe und Farbgebung

Das Format des Bildes hängt davon ab, wo es platziert wird. Auf dem Deckblatt darf das Foto beispielsweise größer sein als auf dem Lebenslauf. Die gängigsten Größen variieren dabei von 6 mal 4 und 9 mal 6 Zentimetern, da diese Formate besonders ansprechend fürs Auge sind.

Meist wird für das Bewerbungsfoto ein Hochformat gewählt. Mit einem Querformat fallen Sie hingegen mehr auf, was sich in konservativen Branchen aber auch negativ auswirken kann. Vor allem dann, wenn der Bildausschnitt nicht richtig gewählt wurde. So empfinden manche Fotografen angeschnittene Köpfe beispielsweise als „modern“, die meisten Personaler verstehen allerdings den Sinn dahinter nicht und betrachten es teils sogar als No-Go.

Die Farbigkeit des Fotos ist hingegen eine reine Geschmackssache. Ob in Farbe oder Schwarz-Weiß hängt von Ihrer persönlichen Präferenz ab. Monochrome Bilder können eleganter und künstlerisch wirken, schlimmstenfalls vermitteln sie aber auch einen gekünstelten oder altmodischen Eindruck. Zudem müssen Konturen und Kontrast hierbei stimmen. Farbige Fotos können dagegen natürlicher und authentischer sein, wenn Kleiderwahl, Hintergrund, Make-up und Frisur stimmig sind.

Wenn Sie sich unsicher sind, was am besten zu Ihnen und der Stelle passt, lassen Sie sich zwei Abzüge geben, und fragen Sie bei Freunden und Bekannten nach, welches Bild mehr Wirkung erzielt. So können Sie auch je nach Unternehmen und Stelle das Foto variieren.

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  1. Luise

    Es klingt schon fast überzogen einen solchen Aufwand wegen eines Bildes zu machen, leider entspricht es immernoch dem deutschen Standard der sowieso viel zu sehr auf Formalitäten wert legt. Wichtig ist, dass man nicht mit der Einstellung “Hauptsache ein Bild” rangeht, entweder professionell oder garnicht. Die Idee, die Bilder Freunden und Bekannten zu zeigen finde ich übrigens sehr gut, man sollte allerdings aufpassen, dass man auch ehrliche Meinungen bekommt. Ich hatte eine meiner ersten Bewerbungen zum optimieren an einen Bewerbungsservice schickt (www.deinebewerbung.de) und war erstaunt wieviele Kritikpunkte sie allein an dem Bild hatten. Ich muss sagen, die professionellen Hinweise am eigenen Beispiel waren das Geld wirklich wert.

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