Knapp 2800 Jahre reicht die Tradition der Olympischen Spiele zurück. Doch selbst wenn einige Traditionen hinzugekommen sind und sich die Popularität und Größe des Events gewandelt hat – ein paar ursprüngliche Gedanken sind geblieben. Und davon kann man auch für den Alltag etwas lernen.

© London 2012.com

Morgen ist es so weit: Die Sommerspiele 2012 beginnen in London. Die Eröffnungszeremonie ist mittlerweile zum Großereignis geworden. Ob der vorangegangene Fackellauf, das Hissen der olympischen Flagge oder eine pompöse Show der Ausrichter – hinter jedem Aspekt von Olympia stecken Intentionen, Wünsche und Wertvorstellungen.

Ein Grundgedanke ist seit der Antike geblieben: Athleten verschiedener Länder und verschiedenen Standes in einem sportlichen, friedlichen Wettkampf zusammenzubringen. Auch 2012 kommen die Nationen zusammen – wenn auch im größeren Rahmen und vielseitiger als noch vor 2800 Jahren – und messen sich in den unterschiedlichen Disziplinen.


Jede Austragung sowie das olympische Dorf als eigene, kleine Gemeinschaft, ist dabei frei von sozialen, politischen oder religiösen Zwängen und stellt Sport und Sportler in den Vordergrund.
Das zeigt sich auch in den beiden Sprüchen, die heute mittlerweile als olympische Mottos gehandelt werden obgleich der Olympiabegründer der Neuzeit, Pierre de Coubertin, derartiges wohl weder beabsichtigt,  noch gesagt hat.

Citius, altius, fortius

Dieser lateinische Satz bedeutet frei übersetzt „Schneller, höher, stärker“ und soll ursprünglich ein Zitat des Dominikanerpaters Henri Didon gewesen sein. Angeblich hat Pierre de Coubertin diesen Satz beim Gründungskongress des IOC 1894 vorgebracht – ob er als Vorschlag für ein olympisches Motto gelten sollte, ist jedoch nicht geklärt.
Trotzdem fokussiert dieser Spruch vor allem den Sportler und seinen Wunsch nach einem Sieg, einem Platz auf dem Treppchen – und kann ihn dadurch zu persönlichen Höchstleistungen motivieren.

Das andere Motto geht eher in die entgegengesetzte Richtung und stellt das Ereignis an sich in den Vordergrund:

Dabei sein ist alles

Auch dieser Ausspruch wird dem Franzosen zugeschrieben, obgleich er diesen Satz nicht einmal gesagt hat.
Eigentlich handelte es sich vielmehr um das Zitat: „Das Wichtigste bei den Olympischen Spielen ist nicht zu gewinnen, sondern daran teilzunehmen“, das Coubertin 1908 bei der Olympiaaustragung in London nutzte, um einen Streit zwischen amerikanischen und englischen Teilnehmern zu schlichten.
Aber obgleich der Satz keinen wirklich historischen Ursprung hat und Coubertin dies seinerzeit nicht als generelles Motto  für Olympia gesehen hat, konzentriert sich „Dabei sein ist alles“ auf den Sport an sich, den Moment zu genießen und auf den wichtigen Gedanken des Fairplay.

Das Erfolgsrezept der Sportler

Sicherlich sind beide Sätze für die Sportler relevant. Der Wettbewerb an sich ist ein Ziel, das jeder Leistungssportler anstrebt. Ist man aber erst einmal dort angelangt, drängt sich wohl der eher das Motto „Citius, altius, fortius“  in den Vordergrund – schließlich strebt dann ein jeder die Medaillen an, am liebsten Gold, und muss dabei über sich hinauswachsen.
Die zwei Zitate zeigen also deutlich eines der Erfolgsrezepte von Spitzensportlern: Immer realistische Etappenziele setzen, darauf hinarbeiten und mit jedem Teilerfolg dem größeren Ziel näher kommen.
Aber wie schaffen die Sportler das? Was macht einen Olympioniken oder Medaillenaspiranten aus und wie wird man so erfolgreich? Auch diese Antwort findet sich in den Traditionen wieder und ist nicht nur für Athleten von Bedeutung.

1. Training

Allem voran steht immer das Training. Schon in der Antike formte der Wettkämpfer seinen Körper und errang sportliche Erfolge zur Ehrung der Götter. Doch um in den Disziplinen bestehen zu können, galt es, sich nicht gehen zu lassen. Man musste Disziplin, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen besitzen und immer wieder unter Beweis stellen – also immer wieder hart trainieren. Auch heute gilt in allen Bereichen: Will man etwas erreichen, muss man dafür arbeiten, ergo trainieren.

2. Mentale Stärke & Selbstbewusstsein

Früher gab es Orakel und Propheten, heute gibt es Horoskope in Fernsehzeitschriften. Aber nichts ändert etwas an der Tatsache, dass der Glaube Berge versetzen kann. Sofern der Sportler – oder auch jeder andere, der ein Ziel verfolgt – an sich und seine Fähigkeiten glaubt, fällt es leichter das Ziel zu erreichen.
Zudem muss man in genau dem richtigen Moment seine Leistung abrufen können, egal ob bei Olympia, im Meeting oder Bewerbungsgespräch. Wer sich auf seine Aufgabe konzentriert, weiß, dass er gut vorbereitet ist und sich nicht einschüchtern lässt, holt letztlich auch den Sieg.

3. Teamplay & Fairplay

Auch in jeder sportlichen Einzeldisziplin steckt hinter dem Athleten ein Team, das ihn überhaupt erst so weit gebracht hat. Wer sein Team jedoch nicht gut behandelt, wird schon bald nicht mehr die nötige Unterstützung finden. Vielleicht kündigt der Trainer sogar oder wirft einen aus dem Verein.
Man sollte also daran denken die Mitmenschen gut und fair zu behandeln, egal ob im Sport, Alltag oder Beruf. Denn vor allem gemeinsam ist man stark und zudem zeigte uns bisher jeder Dopingprozess, dass sich unfaire Taktiken nicht lohnen, stattdessen nur zu Schande und Schmach der Leistung führen.

Bleiben Sie deshalb selbstbewusst, trainieren Sie hart, aber vergessen Sie niemals die Fairness – dann erreichen auch Sie Ihren ganz persönlichen Olymp.

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