Seien Sie selbstbewusst – wirken Sie entspannt

Menschen gehen und stehen meist unbewusst. Die natürliche Körpersprache entwickelt sich früh und läuft dann ohne weiteres Zutun ab. Von der Haltung lässt sich darum wenn auch nicht auf den Charakter, so doch zumindest auf den aktuellen Gemütszustand einer Person schließen. Beugt sie sich vor oder nach hinten? Wie hält sie Arme und Hände? Auf die richtige Körperhaltung kommt es nicht nur im Gespräch an, sondern auch und gerade bei Vorträgen, wenn sich alle Blicke auf einen richten.

Da das Publikum immer ein gutes Stück weit einen Vortragenden spiegelt, wirkt sich eine mangelhafte Körpersprache immer negativ aus: „Hält jemand mit der Körpersprache eines nassen Waschlappens vor einer Gruppe einen Vortrag und fängt an zu gähnen, wird jedes noch so interessierte Publikum müde“, sagt Neurobiologe und Psychotherapeut Joachim Bauer. Da ist es egal, ob man vor einer Klasse unkonzentrierter Mittelstufenschüler spricht oder vor einer Abordnung von Topmanagern.

Wichtig ist dabei, authentisch zu bleiben. Statt sich eine bestimmte Haltung oder definierte Gesten anzutrainieren, reicht es meist schon aus, seine natürliche Körpersprache ein Stück weit zu optimieren. Wer von Natur aus lebhaft ist, kann bedenkenlos gestikulieren und muss allenfalls achtgeben, dabei nicht zu übertreiben. Ruhigere Typen sollten vor allem darauf achten, Augenkontakt zu suchen, nicht zu verkrampfen und keine Abwehrhaltung einzunehmen.

Vorbild Wetterfrosch

Seine Körpersprache ebenso beliebig wie exakt zu steuern, ist hingegen fast unmöglich. Wer sich bewusst gleichzeitig in Mimik, Gestik, Stimme und Haltung zu koordinieren versucht, muss unglaubwürdig wirken.


Sinnvoll sind zwei Dinge: Da eine verkrampfte oder unsichere Körperhaltung meist mit Stress zusammenhängt, empfiehlt es sich erstens, den Auslösern auf den Grund zu gehen. Vor einem wichtigen Vortrag sollte man an den angestrebten Erfolg denken, nicht an die Möglichkeit des Fehlschlags. Und zweitens lässt sich eine entspannte Körperhaltung gewissermaßen „am lebenden Objekt“ gut studieren.

Moderatoren und Meteorologen im Fernsehen zum Beispiel geben häufig exzellente Beispiele ab. Ob Günter Jauch, Anne Will oder Peter Kloeppel: Ihre Körpersprache ist entspannt und im positiven Sinne unauffällig. Anstatt also vor dem Spiegel Gesten zu üben, die im schlimmsten Fall gar nicht zu einem passen, kann man sich auch von der Dame vom Wetterbericht inspirieren lassen. Seien Sie selbstbewusst, seien Sie entspannt – was die bewusste Beeinflussung Ihrer Körperhaltung angeht, ist mehr in diesem Fall nämlich meistens weniger.

Cord Krüger

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