Sie haben es geschafft: Das Telefon klingelt, und es ist tatsächlich ein Headhunter dran. Die erste Hürde ist damit genommen, aber nicht die letzte. Seien Sie auf dieses Gespräch vorbereitet, sonst kann statt einem Karrieresprung der Abstieg folgen.

Ihr Name hat es auf die Liste eines Headhunters geschafft und schon klingelt das Telefon. Für einige ist der Traum vom Karrieresprungbrett jedoch nach den ersten Minuten geplatzt. Sie verhalten sich verkrampft, schweigsam und abweisend – der erste Eindruck beim Headhunter schlägt fehl und der Name wird von der Kandidatenliste gestrichen.
Um das zu vermeiden, gibt es einige Tipps für den Umgang mit den Kopfgeldjägern.

1.   Nicht erschrecken

Wenn der Headhunter zum ersten Mal anruft, geschieht das meist an Ihrem aktuellen Arbeitsplatz. Manche Kandidaten sind dann vollkommen verwundert und können so gut wie gar nicht mehr sprechen. Atmen Sie deshalb kurz durch und denken daran, dass es sich um eine unverbindliche Chance handelt, die Sie auch jederzeit ablehnen können.

2.   Tabu-Frage

Auch wenn es Ihnen im ersten Moment merkwürdig erscheinen sollte, fragen Sie niemals, woher der Anrufer Ihre Nummer hat. Er wird Ihren Weg verfolgt und Ihre Referenzen geprüft haben und ist so auf Sie aufmerksam geworden. Die Frage, woher er die Nummer hat, kann demnach naiv wirken. Erkundigen Sie sich stattdessen, ob es sich um einen konkreten Suchauftrag handelt.

3.   Fragen nach dem Auftraggeber


Natürlich sollten Sie sich über Branche, Umfeld und Aufgabenbereich der neuen Position informieren, aber fragen Sie nicht direkt nach dem auftraggebenden Unternehmen. Manche Headhunter dürfen bis zu einem gewissen Punkt gar nicht über die Firma hinter dem Stellenangebot sprechen, falls doch, werden Sie Ihnen den Namen im Regelfall von selbst nennen.

4.   Freundlich aber zurückhaltend

Egal ob Sie interessiert sind oder nicht, der Headhunter verschafft sich einen Eindruck von Ihnen und könnte nächstes Mal ein besseres Angebot haben. Seien Sie deshalb freundlichen und hören Sie sich das Angebot erst einmal an. Wenn Sie den Anrufer gleich abwimmeln, macht das keinen guten Eindruck. Dennoch sollten Sie auch nicht zu euphorisch wirken. Wenn Sie den Headhunter spüren lassen, dass Sie dringend wechseln wollen, kann das verzweifelt wirken und es werden Rückschlüsse zu Ihrer momentanen Arbeitssituation gezogen.

5.   Ehrlichkeit

Auch wenn er es Ihnen nicht auf die Nase bindet, der Headhunter wird Ihre Person recht genau durchleuchtet haben. Seien Sie deshalb ehrlich in Bezug auf Lebenslauf, Tätigkeitsfeld, Gehalt und Personalverantwortung. Die Eckdaten Ihres Lebenslaufs sollten Sie dabei immer im Kopf haben, um lange Pausen zu vermeiden. Auch eventuelle Kontakte zum potentiell neuen Unternehmen sollten Sie nicht verschweigen.

6.   Fragen nach dem Gehalt

Die Frage nach dem aktuellen Gehalt oder dem Wunschgehalt wird meist recht schnell angesprochen. Darauf sollten Sie vorbereitet sein und nicht zu hoch pokern. Zudem sollten Sie die Frage nicht abblocken. Wenn Sie die konkreten, aktuellen Zahlen nicht nennen möchten, geben Sie eine Größenordnung an. Im Regelfall ist eine Gehaltsverbesserung von bis zu 30% üblich. Sie sollten es allerdings vermeiden, das Thema von sich aus frühzeitig anzusprechen.

7.   Keine bösen Worte

Selbst wenn Sie den Anruf als Geschenk des Himmels empfinden, reden Sie nicht schlecht über Ihren derzeitigen Arbeitgeber. Obwohl Sie für ein anderes Unternehmen gesucht werden: Sie wissen niemals wer wen in der Branche kennt. Zudem macht es einen schlechten Eindruck und schürt die Angst, dass Sie auch über den neuen Arbeitgeber so sprechen würden.

8.   Nummer und Name notieren

Beim Erstkontakt sollten Sie sich unbedingt die Nummer und den Namen des Headhunters aufschreiben. Das hilft nicht nur, die Seriosität des Anrufs zu überprüfen, Sie können den Kontakt auch für die Zukunft aufbewahren. Auch wenn Sie derzeit keinen Wechselwunsch verspüren, vielleicht ändert sich die Situation oder Sie als Unternehmer wollen selbst einen Headhunter engagieren.

9.   Zweites Telefonat vereinbaren

Der Erstkontakt am Arbeitsplatz dient dem Headhunter nur zu Vorselektion. Dort entscheidet er, ob Sie wirklich für das Angebot geeignet sind und ob Sie Interesse an dem vorgeschlagenen Bereich haben. Als nächstes folgt in der Regel ein zweites, ausführlicheres Telefoninterview außerhalb der Arbeitszeit. Dafür sollten Sie dann alle Daten, bisherigen Etappen und Erfolge sowie Referenzen und Auszeichnungen im Kopf haben.

10.   Wechselwunsch feststellen

Spätestens beim zweiten Telefonat sollten Sie einigermaßen sicher sein, ob Sie überhaupt wechseln wollen. Egal welche Entscheidung Sie treffen, versteifen Sie sich nicht zu sehr darauf. Entweder Sie bekommen den Job letztlich nicht oder Sie wimmeln den Headhunter beim zweiten Gespräch zu schnell ab. Bleiben Sie also am besten neutral, auch wenn Sie für sich eine Entscheidung getroffen haben.
Um die Entscheidung zu treffen, können Sie beispielsweise eine Liste mit Pro und Contra für Ihren derzeitigen Arbeitsplatz erstellen. Halten Sie dann Ihre beruflichen Wünsche dagegen. Fühlen Sie sich gefordert und gefördert, wünschen Sie sich mehr Personalverantwortung und wie zufrieden sind Sie mit dem Arbeitsklima?

Diese Liste ist natürlich nur für Ihre Augen und Ohren bestimmt und nicht für den Headhunter.
Aber je genauer Sie wissen was Sie noch erreichen möchten, desto besser können Sie entscheiden, ob das Angebot attraktiv für Sie ist.


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