Wer körperlich fit ist, fühlt sich auch mental besser. Die Steigerung von physischer Kraft und Ausdauer führt zu mehr Konzentration im täglichen Denksport und kann auch nach einem anstrengenden Arbeitstag helfen, den Kopf frei zu bekommen. Aber Fitness ist nicht gleich Fitness. Während der eine lieber joggen geht, interessiert sich der andere nur für Mannschaftssport oder entspannte Yoga-Übungen. Gibt es sie, die unterschiedlichen Fitnesstypen? Wir sagen Ihnen, zu welcher Kategorie Sie gehören und worauf Sie achten müssen.

Bei der Vielzahl an Fitness-Angeboten kann man schon mal leicht den Überblick verlieren. Was in den 80-ern hauptsächlich Aerobic für Frauen und Muskeltraining für Männer war, sind heute tausend verschiedene Fitnessclubs mit nochmals tausend verschiedenen Kursangeboten. Bevorzugen Sie eigene Sportgeräte? Kein Problem. Bauch-weg-Gürtel in hundert Variationen und Preisen, Laufbänder mit Pulsmessgerät, integriertem Fernseher oder simulierter Hügelkette. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Natürlich gibt es weiterhin die klassischen Mannschaftssportarten, daneben aber auch jede erdenkliche östliche Kampfsportart, deren Namen schon gegeneinander anzutreten scheinen; für die ruhigere Fraktion bieten sich die verschiedenen exotischen Entspannungsübungen an.

Wie der Fitnessfreund bei so viel Auswahl trotzdem seine persönliche Methode findet, weiß Personal-Trainer und Fitnessfachwirt Dennis Matthaei:
„Grundsätzlich sollte ich erst einmal überlegen, was mir Spaß macht. Wo will ich hin? Ich muss mir also ein Ziel setzen und überlegen, welche Möglichkeiten es dafür gibt. Dann sollte man sich ein Bild vom Angebot machen: Trainingsmethoden ausprobieren und einen kompetenten Ansprechpartner finden, der Hilfestellungen und Tipps gibt.“
Aber nur weil man fitter werden will, kann man doch nicht hundert verschiedene Sportarten durchprobieren. Muss man auch nicht. Wenn Sie selbst definieren können, welcher Typ sie sind, was Ihnen also wichtig ist, können Sie schneller die richtigen Methoden für sich finden. Der 32-jährige Fitnesscoach aus Hannover weiß, wie Sie die Frage entschlüsseln können, welche Sportarten für Sie gut geeignet sind:


„Jeder sollte sich vorher ein paar Fragen stellen: Brauche ich Ansporn durch andere oder kann ich mich sehr gut alleine motivieren? Brauche ich strukturierte Vorgaben für mein Training? Bin ich der Typ, der etwas Fetziges möchte oder mag ich es eher ruhig? Will ich etwas draußen machen oder im Studio? Wenn man sich diese Fragen beantwortet, erfährt man, welcher Fitnesstyp man ist und welches Training für einen eher in Frage kommt.“

Die Fitnesstypen

Sie wissen nicht genau, welcher Fitnesstyp Sie eigentlich sind oder worauf Sie bei Ihrem persönlichen Training achten müssen? Dennis Matthaei hat vier verschiedene Fitnesstypen definiert und zeigt Ihnen worauf sie jeweils aufpassen müssen:


Der Gruppentyp

Der Gruppentyp kann sich am besten durch andere motivieren. Rhythmus, Spaß und Abwechslung sind diesem Fitnesstyp sehr wichtig. Er rennt grundsätzlich in fast alle Kurse, genießt den Ansporn der Gruppendynamik und die Animation.

Darauf sollte er achten:

Vorsicht: Wer in alle möglichen Kurse rennt, sollte darauf achten, dass er auch sein Leistungslevel trifft. Anfänger sollten nicht in einen Kurs für Fortgeschrittene laufen, das kann oft das Gegenteil bewirken und ist kontraproduktiv.


Der Trainingsplantyp

Der Planer ist strukturiert und diszipliniert. Was trainiert werden muss, wird trainiert.
Es gibt keine Ausreden, keine schlechten Tage und kein Jammern. Der Trainingsplantyp hält sich strikt an die Vorgabenn ab. Selbst wenn es mal sehr hart und intensiv wird, gibt der Trainingsplantyp nicht auf.

Darauf sollte er achten:

Vor allem wer seinen Trainingsplan selbst konzipiert, sollte vorsichtig mit der eigenen Leistung sein. Zu viel ist in diesen Fällen auch nicht gut. Beim Krafttraining wächst bei zu starkem Training z.B. der Muskel zu schnell, die Sehnen können sich nicht rasch genug anpassen, und das führt zu Schwierigkeiten mit den Gelenken, Schmerzen und schlimmstenfalls gerissenen Sehnen. Auch sollte der Trainingsplantyp darauf achten, dass er seine Bewegungen immer korrekt ausführt und nicht einfach nur eine höhere Intensität vorzieht. Falsche Bewegungen bringen trotz höherer Gewichte weniger Ergebnis.


Der Lust & Laune-Typ

Der Lust & Laune-Typ ist der klassische Typ, den man im Fitnessstudio antrifft. Das sind die Menschen, die zum Fitness kommen und eigentlich gar nicht wissen, was sie machen wollen oder sollen. Sie fahren einfach ein wenig Fahrrad, stellen sich aufs Laufband, gehen vielleicht einmal im Monat schwimmen, weil man sich ja mal bewegen muss. Der Lust & Laune-Typ kommt unregelmäßig zum Training und hast meistens einen großen inneren Schweinehund, der ihn immer wieder von seinen Fitnessplänen abbringt. Er sieht Fitness eher als Pflicht, vielleicht als Neujahrsvorsatz, aber er sieht es weniger sportlich als andere Fitnesstypen.

Darauf sollte er achten:

Der Lust & Laune-Typ macht grundsätzlich zu wenig. Es handelt sich nicht unbedingt um Training, sondern nur um Bewegung, um eventuell das  schlechte Gewissen zu beruhigen oder einfach
aus Lust auf Fitness. Deswegen vergisst der Lust & Laune-Typ auch oft die richtigen Bewegungsausführungen – er macht sie schließlich nur einmal im Monat. Es stellt sich demnach kein großes Lernverhalten ein. Durch die falschen Bewegungen kann es zu Rücken- und Hüftproblemen kommen, die zwar meist glimpflich ablaufen, aber richtig fit wird er auch nicht.


Der Entspannungstyp

Der Ruhige ist hauptsächlich Wellness, Yoga, Pilates und ähnlichen Angeboten zugetan.
Fitness gilt bei ihm weniger als sportliche Anstrengung, sondern als Mittel zum Stressabbau: Man will die innere Mitte finden und die Beweglichkeit steigern.

Darauf sollte er achten:

Eigentlich sind die Kursteilnehmer immer sehr gut betreut und müssen sich wenig Sorgen machen. Diese Kurse zielen besonders auf saubere Bewegungsabfolgen, keine Hektik und ein gesundes Maß zwischen An- und Entspannung ab. Natürlich sollte der Entspannungstyp aber darauf achten, in welche Leistungsklasse er gehört, auch hier gibt es starke Unterschiede. Und ganz besonders sollte er auf den eigenen Körper achten. Wenn eine Bewegung wirklich Schmerzen oder ein unangenehmes Gefühl bereitet, sollte man die Übung beenden. Ein langsamer Aufbau der Beweglichkeit und Elastizität ist ganz normal. Man sollte zu Beginn nicht zu viel wollen.


Dennis Matthaei ist Personal Trainer, Fitnessfachwirt und
Food Coach. Seit Oktober 2011 führt er seinen eigenen Laden in Hannover. Er bietet seinen Kunden nicht nur eine fachmännische Beratung und Betreuung, sondern auch ein zeitsparendes und trotzdem intensives Trainingsprogramm. Weitere Informationen finden sie unter www.sportsroyal.de


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  1. Frech

    Nun weiß ich, daß ich ein Lust und Laune Fitnesstyp bin,aber die Ernähring bei mir im Vordergrund steht, deshalb abbonere ich den Newsletter
    Flämmy

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