Vor der Eurokrise, dem Rettungsschirm oder der Staatspleite, wurde das Wort „Sparen“ hauptsächlich darauf bezogen, dass eine Privatperson freie Mittel für einen späteren Zweck beiseitelegt. Zum heutigen Weltspartag besinnen wir uns auf diese ursprüngliche Bedeutung und geben Ihnen ein paar Tipps, wie Sie erfolgreich sparen können.

Ob es um Europa geht, um Bund, Länder und Gemeinde oder den Privathaushalt – überall stoßen wir auf einen inflationären Gebrauch des Wortes „Sparen“. Dabei geht es in den aktuellen Diskussionen nicht darum Geld für schlechte Zeiten anzusparen, sondern wegen der schlechten Zeiten die Ausgaben zu senken. Mit dem eigentlichen Sinn des Wortes haben die derzeitigen Sparpakete, -Programme und -Pläne deshalb eher wenig gemein.

Höchste Zeit, dass man sich wieder auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes konzentriert, nämlich auf das Zurücklegen freier Mittel für einen späteren Zweck. Oder um es mit den Worten des Milliardärs Jean Paul Getty zu sagen: „Sparmaßnahmen muß man ergreifen, wenn man viel Geld verdient. Sobald man in den roten Zahlen ist, ist es zu spät.“

Damit Sie also erst gar nicht in die roten Zahlen kommen und am Ende nicht das Wort „Sparen“ mit „Schulden tilgen“ verwechseln, kommen hier einige Tipps für Ihren persönlichen Sparplan.

 

Sparziele festlegen

Egal ob mit einem Sparbuch, dem guten alten Porzellanschweinchen oder Tagesgeldkonten – bevor man anfängt Geld zur Seite zu legen, sollte man sich überlegen, wofür man es tut. Denn eines der schwierigsten Dinge am Sparen ist das Gefühl, Geld im Nirgendwo zu parken, anstatt etwas davon zu haben. Legen Sie deshalb ein oder mehrere Sparziele fest. Sparen Sie beispielsweise für eine Reise, um sich ein neues Auto zu leisten, für das Studium Ihres Kindes oder einfach für den Notfall? Diese Pläne dürfen auch ruhig höher und allgemeiner gefasst sein, konkrete Zwischenziele helfen jedoch die Motivation beizubehalten. Die Hauptsache ist, dass Sie sich jeden Monat daran erinnern können, weswegen es wichtig ist, die Euros wegzulegen, statt sie sofort auszugeben.

Tipp: Wer ein oder mehrere konkrete Sparziele hat, kann mit kleinen Apps immer die Übersicht behalten. Mit der Desire app für 2,39€ haben Sie beispielsweise immer im Blick, wie viel Geld noch zur Erreichung des jeweiligen Ziels fehlt und Sie können sich benachrichtigen lassen, wenn die Gesamtsumme erreicht ist. Noch mehr Übersicht und Features bringt die MoneYou Spar-App. Wer hier sein Konto hat, kann die kostenlose App nutzen um alle Kontoaktivitäten, Sparziele und aktuellen Zinsen im Auge zu behalten.

Summe festlegen

Damit Sie sich auch wirklich daran halten, sollten Sie eine feste Summe definieren, die Sie entweder wöchentlich oder monatlich sparen wollen. Diese Summe ist natürlich von Ihren Einnahmen und festen Ausgaben abhängig. Stellen Sie am besten einen Monatsplan auf und prüfen Sie, wie viel Geld zur freien Verfügung übrig bleibt. Davon müssen Sie nicht alles beiseitelegen, schließlich will man sich nicht zu sehr einschränken. Empfehlenswert sind um die zehn Prozent des frei verfügbaren Geldes.

Tipp: Wer nicht langwierig alles per Hand ins Haushaltsbüchlein eintragen will oder auch die Berechnungen per Excel scheut, kann eine schnelle Einnahmen- und Ausgabenübersicht mit den iPhone-Apps Mein iBudget  oder MoneyControl erstellen. Dabei ist Mein iBudget sogar kostenlos. Für die Vollversion von MoneyControl  werden  hingegen 1,59€ fällig –  so viel wie für ein neues Haushaltsbüchlein

Regelmäßigkeit

Wenn Sie alle Jubeljahre mal fünf Euro in das Sparschwein stecken, wird sich wohl kaum so schnell eine größere Summe ansammeln. Investieren Sie deshalb wirklich kontinuierlich, am besten jeden Monat, den gewissen Betrag in die Sparbüchse. Vor allem am Anfang können kleine Erinnerungen helfen oder Sie lassen an einem bestimmten Datum die entsprechende Summe automatisch am Monatsanfang auf das Sparkonto überweisen. So erliegen Sie gar nicht erst der Versuchung, das Geld anderweitig auszugeben und Sie können es auch nicht vergessen.

Anpassen statt Aufgeben

Gibt es einmal finanziell schwierigere Zeiten, gerät man leicht in Versuchung alle Sparmaßnahmen einzustellen und die angesammelte Summe auszugeben. Ihr Erspartes sollte dabei aber wirklich der aller letzte Ausweg sein – es sei denn, Sie haben extra für diese Notsituation gespart.

Prüfen Sie zunächst, ob es noch andere Möglichkeiten gibt, die eventuell zusätzlichen Kosten zu stemmen oder Geldknappheit zu überstehen, ohne sich in Schulden oder Ruin zu stürzen. Darüber hinaus sollten Sie erst einmal die monatlich angedachte Summe zum Sparen reduzieren, bevor Sie entscheiden gar kein Geld mehr anzusammeln, sonst ist die Regelmäßigkeit dahin und es fällt schwerer hinterher wieder mit dem Sparen anzufangen.

Im Gegenzug ist es aber auch ratsam, in guten Zeiten mehr zur Seite zu legen. Motivationstrainer und Autor Bodo Schäfer hat hierfür eine klare Strategie in seinen Ratgebern vorgestellt: Erhalten Sie beispielsweise eine Gehaltserhöhung, nehmen Sie 50 Prozent des zusätzlichen Lohns zur freien Verfügung und die andere Hälfte addieren Sie zu Ihrer monatlichen Sparsumme. So können Sie sich monatlich immer noch mehr leisten, sparen gleichzeitig aber auch mehr.

Jetzt anfangen

Sollten Sie zu denjenigen gehören, die „am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig haben“ und sich immer vorhalten, dass Sie eigentlich mehr sparen könnten, dann fangen Sie doch gleich heute an. Welches bessere Datum als den Weltspartag könnte es dafür geben?

Und wenn Sie weder ein konkretes Ziel haben, noch für eine Notsituation sparen wollen, betrachten Sie es doch einfach wie Henry Ford seinerzeit:

„Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt.“

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