“Wie sieht Ihre Familienplanung aus”

Gerade bei jungen Bewerbern, die noch keine Kinder haben, wird diese Frage gern gestellt. Der Personaler versucht damit herauszufinden, ob nach kurzer Zeit mit Ausfällen, beispielsweise wegen Elternzeit, zu rechnen ist. Sie sollten deshalb darauf hinweisen, dass Ihnen Ihr Privatleben wichtig ist, aber Sie sich erst einmal auf die Karriere konzentrieren wollen.

Bei Bewerbern, die schon Kinder haben, zielt diese Frage auf Zuverlässigkeit, Flexibilität und Reisebereitschaft ab. Deshalb sollte man in diesem Fall betonen, dass die Familie die Karriere unterstützt und sich beispielsweise auf den Umzug freut (sofern dieser für die neue Stelle notwendig wäre).

“Arbeiten Sie lieber selbstständig oder im Team?”

Bei dieser Frage sollten Sie sich auf die aktuelle Stellenausschreibung konzentrieren und das priorisieren, was für den neuen Job wichtiger wäre. Grundsätzlich ist dies aber meistens eine Fangfrage, da es nicht um das „oder“ geht. Für die meisten Jobs sind beide Aspekte wichtig. Sie sollten deshalb sowohl Ihre Kompetenzen im Team als auch im eigenständigen Arbeiten ansprechen und belegen.

“Warum sollten wir gerade Sie einstellen?”

Hierbei will der Personaler nicht nur sehen, ob Sie Ihre Qualifikationen in einen direkten Zusammenhang zum Stellenprofil bringen können, sondern auch, ob Sie die Ruhe bei solchen, eher provokanten, Fragen bewahren. Schließlich passen Sie natürlich zum Profil der Ausschreibung, sonst hätte man Sie nicht eingeladen.
Resümieren Sie trotzdem sachlich und ruhig Ihre Fähigkeiten und Qualitäten in Bezug auf die Anforderungen des neuen Jobs und zeigen Sie beispielsweise, dass Sie sich mit der Firmenphilosophie identifizieren. Zudem sollten Sie wichtige Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit oder hohe Belastbarkeit besonders betonen, wenn diese für die Stelle relevant sind.

“Was sind Ihre Stärken und Schwächen?”

Hier geht es nicht nur um die Selbstreflexion, sondern auch um Ihr Selbstbewusstsein beziehungsweise Ihre Zurückhaltung. Zu prahlerische Antworten können arrogant wirken und führen eher nicht zum Ziel. Zu vorsichtige Antworten zeigen hingegen, dass es Ihnen an Selbstvertrauen mangelt.
Weiterhin haben hier Antworten wie „Ich kann gut tanzen“, nichts zu suchen. Es geht um den Umgang mit Stress, um Ihre Teamfähigkeit und Kernkompetenzen wie Pünktlichkeit.
Bei den Schwächen sollten Sie ebenfalls mit Bedacht antworten. So etwas wie Unpünktlichkeit ist grundsätzlich ein Ausschlusskriterium. „Gute Schwächen“ beziehen sich hingegen wieder auf die Stelle und lassen die Schwächen wie Stärken wirken. Beispielsweise könnten Sie anbringen, dass Sie oftmals sehr selbstkritisch sind, aber mittlerweile gelernt haben, sich nicht in langen Fehleranalysen zu verlieren. Damit beweisen Sie, dass Sie ordentlich arbeiten, aber lernfähig sind und sich demnach nicht in Details verzetteln.
Aber Achtung: Es gibt viele solcher Antworttipps im Internet und einige Personaler achten genau darauf. Perfektionismus ist beispielsweise eine dieser oft genannten Floskeln. Ein gewisses Maß an Ehrlichkeit sollte deshalb immer vorhanden bleiben.

“Wie sind Ihre Gehaltsvorstellungen?”

Sollte die Frage nach dem Gehalt nicht schon vorher geklärt worden sein, wird diese Frage definitiv im Gespräch auf Sie zukommen. Seien Sie darauf vorbereitet sein und versuchen Sie die Branche und Ihre Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Hierbei helfen Vergleiche im Internet. Nennen Sie hierbei keinen fixen Betrag, sondern die Spanne zwischen dem minimalen und maximalen Gehaltswunsch. Weisen Sie gegebenenfalls noch darauf hin, dass diese Zahlen verhandelbar sind. Um Ihre Vorstellungen zu untermauern ist es ratsam, dies mit Ihren Qualifikationen in Zusammenhang zu bringen.

“Haben Sie noch Fragen an uns?”

Diese Frage kommt eigentlich immer zum Ende eines Vorstellungsgespräches und zeigt, ob Sie aufmerksam sind und wie gut Sie sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben. Fragen nach dem Urlaub oder Vergünstigungen sind hier unangebracht – genauso wie Fragen, die auf der Homepage, in der Stellenanzeige oder während des Gesprächs geklärt wurden.


Grundsätzlich sollten Sie zur Vorbereitung die häufigsten Fragen im Kopf durchspielen. Aber lernen Sie nicht alles auswendig. Auch der Personaler kennt die gängigsten Frage- und Antworttipps und könnte sich welche aussuchen, die darin nicht vorkommen. Verlieren Sie deshalb niemals Ihre Spontanität und versuchen Sie möglichst ehrlich und authentisch zu bleiben – schließlich geht es nicht nur darum den Job zu bekommen, sondern ihn auch hinterher zu halten.


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